Ingolstadt

Afrika mit allen Sinnen

Freitag und Samstag bietet das Afrikafest wieder ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein

23.06.2022 | Stand 23.06.2022, 20:30 Uhr
Constantin Domke

Lebensfreude pur ist traditionell beim Afrikafest Ingolstadt angesagt. Am Freitag und Samstag verwandeln sich Paradeplatz und Ludwigstraße in eine informative Kulturmeile. 2018 wurde auch auf dem Rathausplatz gefeiert, wie auf diesem Foto zu sehen. Foto: Eberl (Archiv)

Es ist wohl jedem Ingolstädter ein Begriff und doch inzwischen fast ein wenig in Vergessenheit geraten: Das Afrikafest. Nach dreijähriger Corona-Pause bieten zahlreiche Künstler und Vereine am Freitag und Samstag den Besuchern endlich wieder Gelegenheit, in die afrikanische Kultur einzutauchen. Auf dem Paradeplatz präsentieren Musiker aus ganz Deutschland ein vielfältiges Bühnenprogramm mit AfroReggae, Tanz- und Trommelshows, bei dem auch gerne mitgetanzt werden darf. Die Vielfalt der afrikanischen Küche kann an zahlreichen Ständen verkostet werden. Zusätzlich stellen am Samstag in der Ludwigstraße Vereine und Gruppen ihr Engagement rund um Afrika vor.

Insgesamt beteiligen sich heuer 16 Vereine, darunter Wisekids – Hans Büttner Chaabwe Förderverein Deutschland, der sich um Schulen in Sambia kümmert und von Anfang an beim Afrikafest dabei war. Auch der Afrikaverein Ingolstadt und Region war im Jahr 2009 dabei, als das Fest im Donnersberger Gut schon gut 1000 Besucherinnen und Besucher anzog. Aus der Taufe gehoben war es damals von Josef Prah (Afrikaverein) und Gerda Büttner (Wisekids). Mit dabei waren schon damals zehn Gruppen und Vereine, die sich in und für Afrika engagieren und Hilfsprojekte in afrikanischen Ländern unterstützen. Der Afrikaverein verkaufte damals gegen eine Spende Speisen aus Ghana und dem Senegal an. Der Erlös kam Institutionen und Vereinen in verschiedenen Ländern Afrikas zugute, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzen.

Wie überhaupt auch in diesem Jahr das Augenmerk auf schulische Bildung, Berufsbildung und medizinische Versorgung liegt. Wie bei Siyabonga - Helfende Hände für Afrika. Der Verein ist in Townships in KwaZulu-Natal an der Ostküste Südafrikas tätig und unterstützt dort bedürftige Kinder aus meist unvollständigen Familien. Viele von ihnen sind durch Aids zu Halb- oder Vollwaisen geworden.

Unterstützung für ein Leben in Würde

Auch bei Afroskop ist Aids ein Thema. Der Verein, der in diesem Jahr auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblickt, arbeitet mit seiner Partnerorganisation New Paradigm in Kenia zusammen, die im Dorf Gita wohnende Witwen und Waisenkinder dabei unterstützt, sich ein Leben in Würde aufzubauen. Vorsitzende von Afroskop ist Lena Lesuffleur, in Ingolstadt als Tochter des Veranstalters Walter Haber bekannt, die Kultur- und Sozialanthropologie in Bayreuth studiert hat und über Forschungsprojekte zum Thema Witwenschaft nach Kenia und Benin kam. Sie ist heute beruflich in einer Bonner NGO tätig und weiterhin im Verein Afroskop aktiv.

Die Stadt Ingolstadt selbst ist mit ihrem Projekt „Burkina Faso − Licht für Legmoin“ vertreten, das sie gemeinsam mit der französischen Partnerstadt Grasse sowie mit vielen engagierten Firmen betreibt. So wurden in Legmoin, einer Gemeinde im Südosten Burkina Fasos, sechs Trinkwasserbrunnen gebaut. Bei der Einweihung wurde festgestellt, dass es keinerlei Stromversorgung gibt. So wurde zusätzlich eine dezentrale Stromversorgung anhand von Photovoltaiktechnik aufgebaut. Auch über dieses Engagement kann man sich beim Afrikafest informieren.

Doch für viele Menschen aus Ingolstadt und der Region ist das Fest einfach auch die Möglichkeit, Lebensfreude pur, Gemeinschaft und Begegnung zu genießen, zu bummeln, zu schauen, zu feiern. Wer sich gerne im afrikanischen Stil einkleiden oder Kunstgegenstände aus vielen Teilen Afrikas erwerben möchte, kommt voll auf seine Kosten. Für die kleinen Besucher sind Mitmach-Aktionen geplant, unter anderem können sie exotische Frisuren selbst flechten oder sich flechten lassen. All diese bunten Programmpunkte machen das Afrikafest aus gutem Grund zu einem der Höhepunkte in der Ingolstädter Veranstaltungslandschaft.

Eröffnung am Freitag um 17 Uhr

Das Afrikafest findet an diesem Freitag von 17 bis 23 Uhr und am Samstag von 10 bis 23 Uhr auf dem Paradeplatz und in der Ludwigstraße statt. Eröffnet wird es von Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll am Freitag um 17 Uhr auf dem Paradeplatz. Ausführliche Informationen zum Programm sind unter www.afrikafest-ingolstadt.de zu finden.