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Rekordzulassungszahl für Pkw in Ingolstadt - Weniger Selbstzünder als noch vor zwei Jahren

Diesel ist das Thema

Ingolstadt
erstellt am 11.01.2019 um 19:27 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) So viele waren es noch nie: Exakt 98760 Pkw waren am 1. Januar 2019 in Ingolstadt zugelassen und damit rund 3200 mehr als noch genau ein Jahr zuvor.
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Die Zahl der zugelassenen Pkw in Ingolstadt stieg seit 2008 fast kontinuierlich.
Die Zahl der zugelassenen Pkw in Ingolstadt stieg seit 2008 fast kontinuierlich.
Eberl, Stefan, Ingolstadt
Ingolstadt
59585 oder knapp 60 Prozent sind Benziner, 34581 oder fast 35 Prozent Dieselfahrzeuge, so das Straßenverkehrsamt auf Anfrage des DK. Über Gasantrieb verfügen 722 Pkw (ein Jahr zuvor 561), 2875 (2372) sind Hybridautos und 981 (210) haben einen Elektromotor. 16 (14) Personenkraftwagen fallen unter die Kategorie "sonstige", wie beispielsweise Autos mit Brennstoffzellen.

Aufschlussreich ist dabei ein Blick auf die langjährige Statistik. Die Zahl der zugelassenen Pkw insgesamt stieg in Ingolstadt von 77676 im Jahr 2008 bis jetzt fast kontinuierlich an, und zwar um rund 21000. Weit weniger steil verlief die Kurve bei den Benzinern: Vor elf Jahren waren es noch 52516, heute sind es "nur" rund 7000 mehr.

Ganz anders die Entwicklung beim Dieselantrieb für Pkw in Ingolstadt. Annähernd 25000 waren es am Jahresbeginn 2008 und damit etwa 9500 weniger als heute. Doch die Dieseleuphorie hat auch in Ingolstadt schon stark nachgelassen. Der Höchststand an zugelassenen Diesel-Pkw betrug zum Jahresanfang 2017 nahezu 38500 Autos und damit immerhin 4000 mehr als jetzt. Insgesamt verzeichnet das Straßenverkehrsamt derzeit rund 40000 Fahrzeuge mit Dieselantrieb. Ein Viertel davon entspricht der Euro-5-Norm (bei den Pkw 26 Prozent), während 44 Prozent der Euro-6-Norm genügen (Pkw 47 Prozent).

Bei den anderen Antriebsarten ist ein Vergleich schwierig, da Elektro- und Hybridautos bis 2016 noch unter die Kategorie "Sonstige" fielen. Eigens gezählt wurden nur Pkw mit Gasantrieb, deren Anteil jedoch stets marginal war. Ganze 189 waren es zu Jahresbeginn 2008, heute sind es 722.

Die Pkw-Dichte in Ingolstadt liegt bei rund 715 je 1000 Einwohner und damit höher als in anderen bayerischen Großstädten. Allerdings ist die Zahl der zugelassenen Pkw in Ingolstadt wegen der Zuordnung von Dienstwagen und Leasing-Fahrzeugen etwas verzerrt. Nach Angaben der Statistiker der Stadt Ingolstadt hatten beispielsweise vor einem Jahr mehr als ein Drittel aller Pkw eine gewerbliche Zulassung.

Die Dieselproblematik beschäftigt auch die Ingolstädter Autohäuser: "Natürlich merken wir: Diesel ist das Thema schlechthin - es ist ja auch jeden Tag in den Medien", meint Martin Brod, Geschäftsführer des Audi-Zentrums. Im Flottengeschäft habe die Firma die sinkende Nachfrage stark gespürt. Im Endkundengeschäft sei der Rückgang bisher marginal. "Viele Kunden leasen Wagen mit Dieselmotor für 24 oder 36 Monate, danach geben sie die wieder ab. " Zukunftsversprechend seien Elektroautos: "Der e-tron kommt im ersten Quartal auf den Markt und die Kundennachfrage ist jetzt schon sehr groß", so Brod.

Bereits vor drei Jahren habe sich Toyota aus dem Dieselgeschäft zurückgezogen, erklärt Jakob Reith junior vom Autohaus J. Reith. Diesel verwende man hier nur noch bei Transportern. "Toyota hat schon früh den Weg eingeschlagen, Hybridautos zu produzieren. " Die Quote liege mittlerweile bei 70 Prozent Hybrid-, der Rest seien konventionelle Benzinmotoren.

Im Verkauf von Dieselfahrzeugen merke man auch im Mercedes-Autohaus Peter Praunsmändtl einen leichten Einbruch, erklärt Pkw-Verkaufsleiter Gerrit Gerritsen. "Bei Leasingverträgen hat man bisher mit einem zu optimistischen Restwert kalkuliert", so Gerritsen. Doch der Verlust von mehreren 1000 Euro pro Fahrzeug summiere sich dann schnell. Noch könne man die Absatzzahlen im Neu- und Gebrauchtwagenbereich aber halten. Der Trend zu Elektro läuft nach seinen Worten langsam an: "Die Kunden fragen Hybridautos zwar vermehrt nach, aber es ist nur ein Bruchteil von dem, was wir uns eigentlich wünschen. " Beim Smart hingegen gebe es ab Mai keinen Verbrennungsmotor mehr. "Smart ist dann 100 Prozent elektrisch", sagt Gerritsen.
Anna Hausmann, Bernhard Pehl
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