Dienstag, 25. September 2018
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Der neue Mehrgenerationenpark in Baar-Ebenhausen wird hervorragend angenommen

Sport, Spiel und Spaß für Jung und Alt

Baar-Ebenhausen
erstellt am 14.09.2018 um 19:06 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Baar-Ebenhausen (DK) Mit dem Mehrgenerationenpark nimmt die Gemeinde Baar-Ebenhausen eine Vorreiterrolle in der Region ein. Die Anlage mit einem Dutzend Motorikgeräten am Ebenhausener Weiher wurde am Freitag in Betrieb genommen.
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Der Mehrgenerationenpark lädt zur Bewegung im Freien ein ? und trainiert Beweglichkeit und Gleichgewichtssinn.
Der Mehrgenerationenpark lädt zur Bewegung im Freien ein - und trainiert Beweglichkeit und Gleichgewichtssinn.
Herrmann
Baar-Ebenhausen
Propriorezeptionsarena hört sich schlimmer an, als es ist. Es handelt sich dabei um einen einen Ring, auf dem Trittplatten auf Federn befestigt sind. Mit etwas Körperbeherrschung gelingt es selbst Angehörigen der Generation Best Ager, einmal herumzugehen, ohne herunterzufallen. Dafür ist die Wackelplatte richtig hinterfotzig. Eine ein Quadratmeter große Platte, die in knapp einem Meter Höhe frei schwingend an den Ecken an vier Ketten befestigt ist, die wiederum an Holzpfosten eingehängt sind. Allein da hinaufzusteigen ist ein halsbrecherisches Unterfangen (kleiner Tipp: in die Mitte treten). Aber dann das Gleichgewicht zu halten, das ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Außer für die Damen des TSV Baar-Ebenhausen. Aber die Mitglieder der Gymnastik-Abteilung sind nicht nur ungemein gelenkig, sie haben auch ausgiebig geübt - und leisten gerne Hilfestellung.

Mehrgenerationenpark heißt die neueste Errungenschaft von Baar-Ebenhausen. Sie geht zurück auf einen Antrag der SPD-Gemeinderätin Annemarie Meyer und ihrer früheren Kollegin Elisabeth Pamler. Der Gemeinderat hat's beschlossen und Rathauschef Ludwig Wayand mit Hilfe der Zuschüsse aus dem Leader-Projekt die Finanzierung gesichert. Entstanden ist ein Bewegungspark für Jung und Alt mit einem Dutzend hölzerner Motorikgeräte und einem noch nicht ganz kompletten Rundweg um den Ebenhausener Weiher. Die Anlage erfreut sich bereits jetzt größter Beliebtheit: bei den Senioren des benachbarten Altenheims, die nur über die Paarbrücke gehen müssen und mitten in einer idyllischen Naturlandschaft sind, bei den Kindern sowieso, aber auch bei erholungssuchenden und sportbegeisterten Bürgern.
 
Herrmann
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Wayand sagte zur Eröffnung, dass Baar-Ebenhausen mit dieser neuen Freizeitanlage eine Vorreiterrolle in der Region einnehme. Der Mehrgenerationenpark zeige, dass der demografische Wandel auch Chancen biete, wenn man attraktive Einrichtungen für Jung und Alt schaffe - und zwar nicht getrennt, sondern miteinander. Der Park ermögliche Altersgrenzen übergreifende Begegnungen, wobei Jung und Alt voneinander profitieren können. "Spiel, Spaß, Bewegung und Kommunikation" seien die Merkmale dieses neuesten Freizeitangebots in Baar-Ebenhausen. Damit sei die Gemeinde ihrem Ziel, das Gelände östlich der Paar neu zu gestalten, einen Schritt näher gekommen.

In einer Zeit, in der Jung und Alt nicht mehr so wie früher ganz selbstverständlich unter einem Dach leben, sei so ein Treffpunkt aller Altersgruppen um so wichtiger, sagte der stellvertretende Landrat von Pfaffenhofen, Josef Finkenzeller. Außerdem trage so ein Park zur Gesundheit der Bürger bei. Er ist eines von insgesamt 16 Leader-Projekten, die der Landkreis Pfaffenhofen mit über 900000 Euro gefördert hat.
 
Herrmann
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Auch Agnes Stiglmaier, Leader-Koordinatorin Oberbayern-Nord und Kelheim, erinnerte an die 140000 Euro, die in das Projekt geflossen sind. "Auch nach dem Ende der Badesaison bleibt der Weiher weiterhin attraktiv", betonte sie. Leader ist ein Förderprogram der EU für die ländlichen Regionen. Dabei werden die Projekte von den Bürger selbst ausgewählt und Aktionsgruppen gebildet. In Baar-Ebenhausen leitete Kurt Mirlach im Jahr 2016 diese Treffen. Wie er sagte, sei der Ausbau noch nicht abgeschlossen. So wünschten sich die Bürger noch eine Toilette sowie einen in den Weiher hineinragenden Steg. Außerdem soll der Weg, der jetzt bis zum Spielplatz im Osten des Weihers führt, verlängert werden.

Mit viel Fachwissen und zugleich sehr humorvoll erläuterte der Landschaftsplaner Heinz Kindhammer die Konzeption des Areals. Die Deckschicht des einen Kilometer langen Wegs besteht nach seinen Worten aus Hansegrand, einer Mischung aus wasserdurchlässigen, robusten Naturstoffen. Insgesamt seien 4250 Tonnen Boden bewegt worden, wodurch der Rodelhügel, Baar-Ebenhausens höchste Erhebung, jetzt immerhin 7,70 Meter hoch geworden ist. Die ein Dutzend Motorikgeräte seien nach sportwissenschaftlichen Gesichtspunkten angeordnet. Darunter befinden sich neben der schon erwähnten Propriorezeptionsarena und der Wackelplatte Geräte wie eine Kraftleiter, bei der man Holzstücke heben muss, oder ein Different Walking Podest: wackelige Platten, die das Gleichgewicht trainieren. Laut Kindhammer alles in allem eine "unverständliche Tätigkeit, bei der sich Erwachsene ihrem Alter nicht angemessen verhalten". Wer's nicht glaubt, sollte es ruhig einmal ausprobieren. Die reizvolle Anlage am Weiher ist einen Besuch wert und das Ausprobieren der Geräte ein richtiger Spaß.

Bernhard Pehl
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