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Geplantes Neubaugebiet in Friedrichshofen führt zu Diskussion über befürchtetes Verkehrsaufkommen

Samhof als Zankapfel

Friedrichshofen
erstellt am 12.09.2018 um 19:53 Uhr
aktualisiert am 16.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Friedrichshofen (DK) Eigentlich wollten die verantwortlichen Herren vom Stadtplanungsamt mit den Bürgern aus Friedrichshofen und Hollerstauden über das Bauvorhaben am Samhof an der Krumenauerstraße reden. Daraus wurde nur bedingt etwas. Denn schnell verlagerte sich die Diskussion im Bezirksausschuss am Dienstagabend hin zur befürchteten Verkehrszunahme.
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Malerisch: Der Blick auf das Umfeld des Samhofs, in dem die Stadt Bauplätze schaffen will. Mit dem derzeitigen Stand der Planung sind aber nicht alle Bürger einverstanden. Auch der örtliche Bezirksausschuss ist skeptisch.
Malerisch: Der Blick auf das Umfeld des Samhofs, in dem die Stadt Bauplätze schaffen will. Mit dem derzeitigen Stand der Planung sind aber nicht alle Bürger einverstanden. Auch der örtliche Bezirksausschuss ist skeptisch.
Hammer
Friedrichshofen
260 Wohneinheiten für mehr als 600 Bewohner sollen zwischen Klinikum und dem Kreisel an der Gerolfinger Straße auf Feldern und Wiesen rund um das Gehöft Samhof entstehen. Mittlerweile gab es einige Umplanungen. So seien unter anderem die Geschosshöhen von vier auf zwei Stockwerke reduziert und die Nutzungsfläche verkleinert worden, berichteten Franz Billner und Philipp Münster vom Stadtplanungsamt in der Sitzung des Bezirksausschusses (BZA) Friedrichshofen-Hollerstauden. Derzeit befinde sich der Entwurf in der zweiten Beteiligung, bei der alle Bürger und auch der BZA bis zum 2. Oktober nochmals ihre Einwände äußern könnten, hieß es. Die gab es in der Sitzung dann auch. Jedoch weniger gegen das Bauvorhaben an sich, sondern vielmehr wegen des zu befürchtenden Verkehrsaufkommens in der Krumenauerstraße, wenn die Wohnungen einmal bezogen sind. Schon jetzt gebe es im Bereich der neuen Kita am Kreisel Probleme mit einer zugeparkten Einfahrt, beschwerte sich ein Anwohner. Mit "mehreren hundert neuen Autos" rechnet wiederum ein BZA-Mitglied. "Man kommt jetzt schon nicht mehr durch", sagte es und monierte, dass kein schlüssiges Verkehrskonzept erkennbar sei. Insgesamt herrschte im Publikum Unverständnis darüber, dass Bebauung und Verkehrsaufkommen getrennt voneinander behandelt würden. "Die gesamte Verkehrssituation in Friedrichshofen wurde beleuchtet und für leistungsfähig befunden", hieß es daraufhin seitens der Behördenvertreter. Sie räumten aber auch ein, dass der Kreisel an der Gerolfinger Straße sich laut Analyse an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit befinde. Es gebe deshalb wohl Überlegungen, diesen zurückzubauen, hieß es. Für einige Anwohner liegt gerade hier das Kernproblem, wie sich herausstellte. "Der Hauptverkehr kommt doch aus Gerolfing", sagte einer von ihnen. Ein anderer machte den Vorschlag, einen bestimmten Feldweg, der am Golfplatz entlangführt, als Zufahrt zum Wohngebiet auszubauen. Dies brächte jedoch laut Gutachten keine Vorteile, entgegneten die Behördenvertreter. Der Weg habe außerdem wegen seiner alten Obstbäume eine kulturhistorische Bedeutung. Diese könne man doch versetzen, fand der Mann. Schließlich habe man in Ingolstadt schon anderes mit kulturhistorischer Bedeutung einfach eingerissen, sagte er und nannte als Beispiel die Eselsbastei. Er und einige andere konnten die Argumentation aus dem Stadtplanungsamt nicht nachvollziehen.

Der BZA hat sich schließlich einstimmig dafür ausgesprochen, dass ein städtischer Verkehrsplaner in einer der nächsten Sitzungen der Bürgervertretung ein Konzept vorstellen möge. "Sonst können wir zur Bebauung keinen Beschluss fassen", sagte der BZA-Vorsitzende Rainer Mühlberger.
Michael Brandl
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