Montag, 21. Mai 2018
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Nach Umbau der Schlosslände wird ein Gehweg auf der Nordseite ausgewiesen, Radler dürfen weiter fahren

Konfliktstrategie an der Kongressgarage

Ingolstadt
erstellt am 17.05.2018 um 22:36 Uhr
aktualisiert am 21.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Wie hoch werden die Neubauten am Gießereigelände? Überragen sie womöglich das Kavalier Dalwigk? Bei allen Diskussionen der vergangenen Monate hat sich der Blick nach oben gerichtet. Aber was passiert am Boden? Wie soll der Verkehr künftig an der Schlosslände organisiert werden, wenn Tiefgarage, Hotel und Kongresszentrum voll in Betrieb gehen?
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Gefährliche Situation: An der Ausfahrt der Kongressgarage werden Radfahrer von Autofahrern oft übersehen. Nach der Fertigstellung der Gebäude auf dem Gießereigelände soll hier ein Gehweg ausgewiesen werden, allerdings mit dem Zusatz ?Radfahrer frei?.
Gefährliche Situation: An der Ausfahrt der Kongressgarage werden Radfahrer von Autofahrern oft übersehen. Nach der Fertigstellung der Gebäude auf dem Gießereigelände soll hier ein Gehweg ausgewiesen werden, allerdings mit dem Zusatz "Radfahrer frei".
Foto: Hauser
Ingolstadt
Ein erster Blick auf die vom Stadtrat abgesegnete Projektgenehmigung macht zumindest diejenigen stutzig, die nicht nur auf die Zahl der Autofahrspuren achten, sondern auch die "fahrradfreundliche Stadt Ingolstadt" an ihrem eigenen Anspruch messen. Denn in der Beschlussvorlage der Stadtreferenten Renate Preßlein-Lehle und Alexander Ring wird von "Anpassungen" am Knotenpunkt Schlosslände/ Rossmühlstraße gesprochen. Bedingt durch die "geplante Attraktivierung des Donauufers und die Anliefersituation beim Kongresshotel" seien "Überlegungen zu einer Neuordnung von Geh- und Radwegen" angestellt worden.

Konkret wird der vorgesehene Umbau der Schlosslände an dieser Einmündung so beschrieben: "Es handelt sich um einen vierspurigen Fahrbahnausbau mit einer Gesamtbreite von zwölf Metern. Südlich der Fahrbahn wird ein gemeinsamer Rad- und Gehweg mit Gesamtbreite von vier Metern angeordnet." Auf der Nordseite allerdings, also auf der Seite des Gießereigeländes, wird nur ein "Gehweg im Anschluss an die Neubauten von Tiefgarage und Kongresszentrum" erwähnt. Dabei ist dies bisher die am häufigsten genutzte Route für Radler aus dem Nordostviertel und Mailing-Feldkirchen in Richtung Zentrum. Sollen die in Zukunft zweimal die Schlosslände queren? Zuerst auf Höhe der Frühlingstraße, dann wieder nach dem Knotenpunkt mit der Rossmühlstraße? Denn weiter in Richtung Theater werde "nördlich der Fahrbahn ein getrennter Rad- und Gehweg angeordnet", heißt es.

Walter Hoferer, Chef des Tiefbauamtes, gibt hier derzeit zumindest eine Teilentwarnung: Auf der Nordseite der Schlosslände werde am Gießereigelände vorbei tatsächlich in Zukunft ein Gehweg ausgewiesen, wenngleich versehen mit dem Zusatzschild "Radfahrer frei". Radler können diese beliebte Route also weiterhin nutzen. "Ziel ist es aber schon", sagt Hoferer, "dass man langfristig als Radfahrer von Mailing-Feldkirchen kommend auf der Südseite der Straße, durchgehend entlang der Donau fahren soll."

Der Amtsleiter nennt eine weitere Perspektive, die für Radler in einigen Jahren interessant werden könnte: Wenn die großen Hochbauprojekte auf dem Gießereigelände abgeschlossen sind, soll der Radverkehr aus Richtung Osten kurz nach der Eisenbahnbrücke (derzeit nur Baustellenzufahrt) gleich nach rechts geführt und über den Hochschulcampus zum Paradeplatz geleitet werden. So würden mögliche Unfallrisiken mit dem Autoverkehr aus der Kongresstiefgarage vermieden.

Laut Hoferer soll es beim geplanten Umbau des Knotenpunktes prinzipiell die Leitlinie sein, "die Querungen zu verbreitern und den Komfort für Fußgänger und Radler zu verbessern". Bei der zusätzlichen Fläche, die dafür auf der Schlossseite genutzt wird, wollen die Tiefbauer sich an die Regel halten: "Wir rutschen nur so weit rein, dass wir keine Bäume fällen müssen." Obwohl man erst so richtig loslegen kann, wenn mindestens die Rohbauten auf dem Gießereigelände stehen, so der Amtschef, soll "spätestens 2020/21" der Tiefbau abgeschlossen sein.

Oben an der Esplanade, wo die schiere Menge des Verkehrs den Traum vom Shared Space - also der gleichberechtigten Nutzung der öffentlichen Straßenflächen - vorerst zunichte gemacht hat, erwartet Hoferer trotz allem, dass die Überquerung der Straße nach der Neugestaltung "auf alle Fälle leichter möglich wird als jetzt". Eine Bedarfsampel für Fußgänger an der Hochschule bleibt aber zur Sicherheit dennoch erhalten.

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