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Vom neuen elektronischen Ticket der INVG haben Busfahrgäste schon rund 1100 Stück gekauft

Abfahren auf einen Klick

Ingolstadt
erstellt am 14.03.2018 um 20:56 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Was in Zügen oder auf Konzerten schon lange möglich war, ist nun bei der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft angekommen: das E-Ticket. Busfahrkarten können über die Smartphone-App der INVG nun erstmals online gekauft und gedruckt oder auf einfach auf dem Handy im Bus vorgezeigt werden.
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Wie Geschäftsführer Robert Frank gestern sagte, sind seit der Einführung am 1. Februar schon 1100 elektronische Fahrkarten gebucht worden. "Ein guter Wert", findet Frank für die sechs Wochen. Da sei aber natürlich noch eine größere Steigerung gewünscht. Sieben Prozent machte der E-Ticketverkauf in diesem Zeitraum aus, so seine Statistik.

Alles bezieht sich nur auf das Stadtgebiet, also die INVG-Zone 100. Bisher ist das Angebot nur dort verfügbar. Sollten sich andere Kommunen im INVG-Gebiet beim Handyticket anschließen wollen - was natürlich ebenfalls gewünscht ist, müssten sie das (vergleichbar mit den gebuchten Linien) selbst bezahlen. Frank ist sich sicher: "Ich gehe schon davon aus, dass das Internet der Vertriebskanal der Zukunft sein wird."

Doch dem alten System möchte die INVG zunächst treu bleiben. Nicht zuletzt wegen der vielen älteren Menschen, die kein Auto besitzen und auf den Linienverkehr angewiesen sind. Viele dieser älteren Fahrgäste besitzen allerdings kein Smartphone und greifen daher lieber auf altbewährte Methoden zurück. "Wir wollen es den Kunden so einfach wie möglich machen und für jeden etwas Passendes anbieten. Es soll keiner zurücktreten", betont der INVG-Geschäftsführer. Mit dem Kauf des E-Tickets ist jedoch laut Frank eine schöne und einfache Alternative gefunden, den Kauf beim Einsteigen in den Bus zu vermeiden.

Bei der jungen Generation Ingolstadts kommt das E-Ticket gut an, wie eine Straßenumfrage an Haltestellen in der Innenstadt zeigt: "Das ist auf jeden Fall praktisch." Die 16-jährige Lea aus Ingolstadt findet den Fahrkartenkauf so wesentlich einfacher und schneller. Eine Meinung, die nicht verwundert, in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten jungen Menschen nur noch selten auf ihr Smartphone verzichten können und wollen, und immer mehr Bezahlungen und Transaktionen online ablaufen. Ähnlich sieht das der Großmehringer Schüler Michael, dessen Meinung jedoch ein wenig gespalten ist: "Ich finde schon, dass das dem digitalen Zeitalter entspricht, aber es gibt ja auch einige, die damit nicht umgehen können."

Eine dieser Personen ist eine ältere Dame, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie kauft ihre Buskarten in der Regel direkt beim Einsteigen oder am Automaten und sieht im Online-Ticket für sich keinen Vorteil: "Ich kenne mich damit nicht aus und brauche es auch nicht. Viele ältere Menschen werden wohl lieber beim alten System bleiben wollen."

Andere Fahrgäste würden das Angebot des E-Tickets gerne annehmen, finden jedoch keine Verwendung dafür, da sie entweder Jahres- oder Schülerfahrkarten besitzen. In der Anfangsphase stehen nur Einzel-, Nacht- sowie Tageskarten im Ingolstädter Stadtraum als E-Ticket zur Verfügung. "Wir wollen erst einmal so anfangen, denn die Leute, die Einzelfahrkarten benötigen, sind meist diejenigen, die gezwungenermaßen beim Einsteigen alles aufhalten", erklärt Frank. Möglichst bald sollen aber alle auf einen Klick abfahren können.

Von Belina Hauchund Christian Rehberger
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