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Ein Steak von einem Gebäude

stadtgeflüster
erstellt am 13.01.2019 um 21:08 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
(tsk) Zugegeben: Wir haben schon eine offizielle Eröffnung der Ausstellung mit den eingesandten Entwürfen für die Kammerspiele vermisst.
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Mit Ehrengästen, Häppchen - und natürlich Ansprachen. Wir kennen's halt nicht anders, sogar im Mo werden neue Ausstellungen mit einer Vernissage eröffnet. Der Oberbürgermeister hätte als Strafe - und mit schönem Gruß von der Stadtbaurätin - seinen dritten Bürgermeister Sepp Mißlbeck als Vertretung schicken können, der dann zähneknirschend und wehmütig an seinen eigenen außer Konkurrenz laufenden Vorschlag denkend hätte sagen müssen, wie toll er die ausgestellten Entwürfe, insbesondere die drei prämierten, finde. Und als besonderen Gast hätte man den Gastronom Salt Bae einladen können, damit der - wie jüngst für Frank Ribéry in Dubai - das Goldstück der Ausstellung filetiert. Der Siegerentwurf des Wettbewerbs, den das Architekturbüro Blauraum geliefert hat, ähnelt nämlich verblüffend dem Steak, das sich der französische Bayern-Fußballer vor Kurzem servieren ließ. Wegen seiner länglichen Form, aber natürlich vor allem wegen seiner güldenen Hülle. Aber nicht, dass Sie jetzt Angst bekommen: Die Kammerspiele sollen nicht vergoldet werden. Wir wissen auch nicht, wieso die Architekten ihren Entwurf so eingefärbt haben (genausowenig, warum man ein Steak mit Blattgold verzieren sollte). Man hätte ja meinen können, in einer Stadt, in der gerade massiv über Kostenbewusstsein bei öffentlichen (Kultur-) Bauten diskutiert wird, wäre eine so protzige Farbe eher kontraproduktiv. Doch der Erfolg gibt Blauraum recht: Der einzige goldgefärbte Entwurf im Wettbewerb wurde zum Sieger gekürt. Vielleicht spielte die Farbe ja zumindest im Unterbewusstsein der Juroren eine Rolle.
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