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Scheiner-Schüler erweisen sich als erfolgreiche Limonadenproduzenten

Darauf ein gutes SippIN

Ingolstadt
erstellt am 18.12.2018 um 20:25 Uhr
aktualisiert am 22.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (sic) Kapitalismuskritik steht jetzt nicht so direkt in den Lehrplänen für bayerische Schulen.
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Softdrinkproduzenten mit Geschmack und Geschäftssinn: Die Mitglieder des P-Seminars ?Gründung eines Schülerunternehmens? machten im Sommer gute Geschäfte. Jetzt zogen sie Bilanz.
Softdrinkproduzenten mit Geschmack und Geschäftssinn: Die Mitglieder des P-Seminars "Gründung eines Schülerunternehmens" machten im Sommer gute Geschäfte. Jetzt zogen sie Bilanz.
Scheiner-Gymnasium
Ingolstadt
Wirtschaftsförderung dagegen ist hier immer sehr gern gesehen. Jungunternehmer, von Lehrern betreut, dürfen an den Schulen des Freistaats ihr kommerzielles Talent pflegen und ein Gespür für Marketing entwickeln. Auf dass diese praxisorientierte Kapitalismuskunde in der Schule später im richtigen Leben zahlreiche Früchte einbringt.

13 Schüler und eine Schülerin des Scheiner-Gymnasiums, die das Interesse an einem betriebswirtschaftlichen Studium eint, haben den Schritt ins Unternehmertum gewagt: Sie gründeten im Rahmen eines Projektseminars (P-Seminar) im Fach Wirtschaft und Recht eine Schülerfirma, beraten und betreut von ihrer Lehrerin Claudia Brenner. Die jungen Leute hatten ihre Geschäftsidee rasch gefunden: eine eigene Limonadenmarke. Name: SippIN.

Frisch aus dem Scheiner. Als Elftklässler gingen sie ans Werk. Jetzt, in der zwölften Jahrgangsstufe und im Zeichen des näherrückenden Abiturs, ziehen die Gymnasiasten Bilanz. Die Gründung war ein Erfolg: "Wir haben 3500 Flaschen der Limonade produziert", berichtete Luca Kammerer, einer der Initiatoren. Die gingen vor allem während des heißen Sommers erfreulich gut weg. Im neuen Schuljahr waren noch etwa 200 Flaschen (mit eigenem Logo geschmückt) übrig. Die brachten die jungen Leute im November auf der Junior-Expert-Messe für Schülerfirmen im Westpark unter das Volk. Fazit: Alles abverkauft. Die Kasse stimmt. Wertvolle Erfahrungen auf marktwirtschaftlichem Terrain gesammelt.

Im Frühjahr hat das P-Seminar seine Geschäftstätigkeit gestartet. "Wir haben uns relativ schnell auf SippIN als Firmen-und Getränkenamen geeinigt", erzählen Luca Kammerer und Philipp Traxler. Als nächstes suchten sie potenzielle Unterstützer aus der Realwirtschaft. Die waren zur Freude der Schüler bald gefunden: Die Privatbrauerei Nordbräu und die Jesuiten-Quelle GmbH berieten die jungen Leute. Ein Braumeister und eine Vertriebsmitarbeiterin gaben Ratschläge zur Entwicklung und Vermarktung eines Softgetränks: Rechtliche Grundlagen, praktische Anwendungen wie die korrekte Etikettierung oder die Feinheiten des deutschen Pfandsystems - alles, was der angehende Limofabrikant wissen muss.
Ging gut weg: die SippIN-Limonade aus dem Scheiner-Gymnasium wurde rund 3500 Mal verkauft.
Ging gut weg: die SippIN-Limonade aus dem Scheiner-Gymnasium wurde rund 3500 Mal verkauft.
Scheiner-Gymnasium
Ingolstadt



Mit ihrem Chemielehrer Jörg Melzer, der sich in den Osterferien eigens für das Projekt Zeit genommen hatte, forschten die Schüler im Chemiesaal des Gymnasiums nach einer wohlschmeckenden Rezeptur. Die Grundstoffe lieferten die hilfsbereiten Getränkeunternehmen. "Auf diese Weise konnten wir unsere persönliche Softdrink-Mischung aus Grapefruit, Zitrone und Kirsche herstellen. Das war für den Sommer genau das Richtige! " , berichten die angehenden Abiturienten.

Im nächsten Schritt verkauften sie 90 Anteilsscheine zu je zehn Euro, womit sie das Grundkapital von SippIN aufbauten. Gleichzeitig suchten sie Sponsoren, "um finanziell etwas mehr Handlungsspielraum zu bekommen", und entwarfen ein Logo für die Flaschen. Als es immer wärmer wurde, begannen Produktion und Abfüllung der Limonade. Dann ging es zur Sache: in den Verkauf.

Mit Erfolg. Beim Apian-Triathlon gönnten sich die Sportler ebenso ein gutes SippIN aus dem Scheiner wie während der Bundesjugendspiele. Auch am Welcome Day der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät fand die Limonade erfreulichen Absatz. Und die jungen Unternehmer stießen dort gleich mit den Richtigen an.

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