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Neue VGN-Busse sind an der Farbgebung zu erkennen - Thalmässing Mobil sorgt für mehr Flexibilität

Die Fahrgäste sehen rot

Thalmässing
erstellt am 07.12.2018 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 15.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Thalmässing/Greding (HK) Am Montag wird es ernst: Am ersten Schultag nach dem Fahrplanwechsel am Sonntag muss der öffentliche Nahverkehr seine Nagelprobe bestehen. Vor allem die Thalmässinger müssen sich umgewöhnen: Statt der örtlichen Firma Moßner, die die Buslinien eigenwirtschaftlich betrieben hat, kommt nun die Firma Rombs im Auftrag des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) Thalmässing/Greding.
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Weiß und rot sind die neuen VGN-Busse, die Rudolf Rombs (Mitte) in Thalmässing vorgestellt hat. Bürgermeister Manfred Preischl, Carina Kratzer von der Stadtverwaltung Greding, Bürgermeister Georg Küttinger und Andreas Stoll von der Gemeindeverwaltung Thalmässing (von links) hoffen darauf, dass das Angebot auch genutzt wird.
Weiß und rot sind die neuen VGN-Busse, die Rudolf Rombs (Mitte) in Thalmässing vorgestellt hat. Bürgermeister Manfred Preischl, Carina Kratzer von der Stadtverwaltung Greding, Bürgermeister Georg Küttinger und Andreas Stoll von der Gemeindeverwaltung Thalmässing (von links) hoffen darauf, dass das Angebot auch genutzt wird.
Karch
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Am deutlichsten sichtbar wird das an der Farbe der Busse: Zwar gibt es noch Bestandsfahrzeuge in den Firmenfarben, aber die neuen Niederflurbusse haben alle dasselbe Design: Jeder Landkreis des großflächigen Verbundes durfte sich für den Streifen am unteren Ende eine Farbe aussuchen. Im Landkreis Roth fiel die Wahl natürlich auf Rot, die Landkreisfarbe.

Die Firma Rombs hat in diesen Auftrag viel investiert, kostet doch ein neuer Bus rund 210000 Euro netto. Allerdings muss sie diese Investition nicht alleine stemmen, denn pro Bus gibt es 70000 Euro Zuschuss. Dafür müssen aber einige Bedingungen erfüllt sein. Die wichtigste: Der Bus muss barrierefrei sein. Eine Rampe sorgt dafür, dass Gehbehinderte mit Rollator, Fahrgäste im Rollstuhl und auch Kinderwagen bequem in den Bus kommen. Barrierefreiheit bedeutet aber auch, dass die Haltestangen für Sehbehinderte dank ihres leuchtenden Rots leicht zu erkennen sind. Wenn jemand schlecht sieht, erleichtern Durchsagen an den Haltestellen die Orientierung. Und wer nicht gut hört, kann an großen Monitoren ablesen, wo er sich gerade befindet. Dank rechnergestütztem Betriebsleitsystem weiß die Firmenzentrale immer, wo sich ein Bus gerade befindet und ob es Verspätungen gibt. Der Busfahrer kann so auch über Straßensperren oder einen früheren Schulschluss informiert werden.

Diese hochmoderne Ausstattung der Busse, die über 45 Sitzplätze, 40 Stehplätze und einen Rollstuhlstellplatz verfügen, hat jetzt Rudi Rombs Bürgermeister Georg Küttinger und Bürgermeister Manfred Preischl auf seinem neuen Firmengelände in Thalmässing stolz vorgestellt. Seine Firma hat für die nächsten neun Jahre den Zuschlag für den Linienverkehr im so genannten Linienbündel Süd bekommen. Das war europaweit ausgeschrieben worden, nachdem 2016 beim Landratsamt Roth keine Angebote für einen eigenwirtschaftlichen Betrieb eingegangen waren. Im Gredinger Gemeindegebiet kooperiert die Firma Rombs mit dem örtlichen Busunternehmen Elko, das vor allem im Gredinger Gebiet viele Fahrten übernimmt.
Was die neuen Busse alles können, zeigt Rudi Rombs den Bürgermeistern Georg Küttinger (links) und Manfred Preischl.
Was die neuen Busse alles können, zeigt Rudi Rombs den Bürgermeistern Georg Küttinger (links) und Manfred Preischl.
Karch
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Zum Stichtag 9. Dezember wurden auch die Fahrpläne besonders in der Schülerbeförderung überarbeitet. Über die Änderungen hat die Marktgemeinde Thalmässing in den vergangenen Wochen bereits im Mitteilungsblatt und bei den Bürgerversammlungen informiert. Auch für die Eltern der Grund- und Mittelschüler hat es am Mittwoch eine eigene Informationsveranstaltung gegeben. Denn der größte Teil der Thalmässinger Grundschüler wohnt weniger als zwei Kilometer von der Schule entfernt. Und bei dieser Entfernung gibt es keine Beförderungspflicht, bei Mittelschülern beträgt die Grenze gar drei Kilometer. Wenn die Schüler wie bisher am Marktplatz in den Bus einsteigen und zur Mittelschule fahren wollen, müssen sie künftig eine Fahrkarte lösen. Oder sie nehmen den offiziellen Schulweg über die Hauptstraße bis zum Leitenweg und durch die Siedlung zur Schule.

Die Taktlinie 611 in Richtung Hilpoltstein wurde nicht - wie in der Vergangenheit öfter geschehen - ausgedünnt. Mit der Schaffung des Rufbusses Thalmässing Mobil, ein Pendant dazu gibt es mit Greding Mobil seit einigen Jahren, gibt es künftig eine bessere Anbindung der jeweiligen Gemeindeteile an den Hauptort und den überregionalen ÖPNV. Wie Senioren, Schüler oder auch Bürger, die selbst kein Auto haben, von Thalmässing Mobil profitieren können, haben Bürgermeister Georg Küttinger und sein Sachbearbeiter Andreas Stoll in den vergangenen Wochen in Versammlungen und im Mitteilungsblatt mit vielen anschaulichen Beispielen erklärt. Außerdem wurde ein informativer Flyer ausgeteilt. "Dieses Rufbussystem muss eingeübt werden. Da braucht man einen langen Atem", ist sich Bürgermeister Georg Küttinger sicher. Dann werde der Rufbus sicher eine Bereicherung sein, für Schüler, die nach dem Freibadbesuch in ihr Dorf zurückfahren können, oder auch für Auszubildende, die noch keinen Führerschein haben. Aber auch für die Senioren, die nicht mehr darauf angewiesen sind, dass Nachbarn oder Angehörige sie fahren.

Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 2 Euro beziehungsweise 2,60 Euro, Kinder bis 14 Jahre zahlen die Hälfte.
Andrea Karch
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