Dienstag, 20. November 2018
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Beim Oldtimertreffen gab es schmucke Gefährte alter Zeiten zu bestaunen

Als die Felgen noch aus Holz waren

Obermässing
erstellt am 11.06.2018 um 12:50 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Obermässing (HK) Sie haben eben einfach Mut, die Fahrer alter Autos, Traktoren und motorisierter Zweiräder. Ein Umstand, dem es zu verdanken ist, dass das Oldtimertreffen in Obermässing anlässlich des 950-jährigen Dorfjubiläums ein voller Erfolg wurde. Es gab mehr historische Schmuckstücke zu sehen als erwartet, obwohl die Wetteraussichten Regen befürchten ließen, der große Feind der Schnauferl. Unter ihnen war sogar ein Gefährt aus dem Jahr 1924.
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McCormick trifft auf Fendt: Zum Oldtimertreffen in Obermässing wurden 50 Fahrzeuge erwartet, gekommen sind 80.
Leykamm
Obermässing
Deutlich jünger, aber herrlich aufgepeppt ist ein VW GTI aus an achtziger Jahren. Dem Betrachter blitzen hier die Original BBS RM Felgen entgegen - mit dem klassischen Rot pulverbeschichtet. Das Auto darf auch mit in den Österreichurlaub. "Aber dafür wird es auf einen Hänger gepackt", gesteht Besitzer Christian Beck aus Greding. Ein Opel Rekord Cabrio räkelt sich nebenan genüsslich in der Sonne. "Wir haben mit bis zu 50 Teilnehmern gerechnet", so Theo Hiemer vom Jubiläumsfestausschuss, "gekommen sind aber 80". Schön für die Organisatoren und für die Besucher, die so umso mehr Straßenschönheiten vergangener Tage zu sehen bekommen. Wie etwa einen 1980er Ford Capri in galanter Lackierung mit schwarz und mehreren Blautönen. Ihn fuhr Alwin Kößler aus Österberg vor.
McCormick trifft auf Fendt (Bild oben): Zum Oldtimertreffen in Obermässing wurden 50 Fahrzeuge erwartet, gekommen sind 80. Rainer Hertel, Teil der Band Hundsgrübbl, war nicht nur live beim Auftritt zu sehen, sondern auch auf seiner BMW R50 in der Polizeimotorrad-Version (Bild unten links). Immer noch über einen originalmotor verfügt der Ford Modell T aus dem Jahr 1924, mit dem Anton Seelmann aus Beilngries gekommen ist.
Rainer Hertel, Teil der Band Hundsgrübbl, war nicht nur live beim Auftritt zu sehen, sondern auch auf seiner BMW R50 in der Polizeimotorrad-Version.
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Aber es ging auch ganz weit zurück in die Geschichte des Automobils. Nämlich ins Jahr 1924, Baujahr des Ford Modell T, mit dem Anton Seelmann aus Beilngries angefahren kommt. Das Fahrzeug hat satte 22 PS, verfügt immer noch über seinen Originalmotor und erweist sich auch heutzutage als absolut alltagstauglich. "Mit ihm fahre ich auch abends zum Pizzaessen", sagt der stolze Besitzer. Längere Ausflüge mit 150 Kilometern Fahrtlänge seien ebenso kein Problem. Der Weg ist dabei wohl das Ziel, denn "ich fahre gemütlich und betreibe Oldtimer-Wandern", schmunzelt Seelmann. Mit mehr als 75 Stundenkilometern ist er nicht unterwegs. Doch der Fordklassiker ist ein Sympathieträger und so hagelt es keine Beschimpfungen seitens der Überholenden, sondern es gibt bewundernde Blicke zu ernten. Sie gelten auch den Details, wie den Felgenspeichen aus Hickory-Holz. Beim Fahren selbst heißt es umzudenken: Die drei Pedale bilden hier die verschiedenen Gänge, Gas wird am Lenkrad gegeben. Beim Anlassen mit der Handkurbel ist Vorsicht geboten. Eine falsche Einstellung - und es droht ein Knochenbruch.
Immer noch über einen originalmotor verfügt der Ford Modell T aus dem Jahr 1924, mit dem Anton Seelmann aus Beilngries gekommen ist.
Leykamm
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Während Seelmann die Details seines Wagens den Interessierten erläutert, fährt ein weiterer Blickfang auf den Rasen: eine Corvette Stingray. Dann blickt Moderator Stephan Neubauer besorgt gen Himmel und auf die Uhr. Er verkündet: "Wir ziehen die Ausfahrt jetzt vor". Ein Nasswerden der Fahrzeuge soll unbedingt vermieden werden. Wie es sich gehört, darf der hiesige Seelenhirte zuerst an den Start der "Eurohill-Classic" gehen. Krzysztof Duzynski hat auf seinem 1980er Mercedes W123 300d "mobiler Pfarrer" stehen, was auch stimmt. Vor allem im Sommer ist er als solcher mit ihm unterwegs. Sein Platznachbar Otto Deß aus Karm muss noch ein bisschen warten, bis er mit seinem 1970er Trabi an der Reihe ist. Benzindampf tränkt die Luft, als Neubauer die Oldtimer vorstellt. "Das darf man nicht BVB-Auto nennen", spricht er ins Mikrofon, als ein schwarzgelber Käfer vorfährt. Die rote Variante folgt kurz darauf - an ihr war zuvor noch ein Röhrenradio gekettet, dessen modernes Innenleben für Musik am Platz gesorgt hatte. Ein blauer NSU Prinz II, ein alter Opel Admiral - ein echter Augenschmaus bietet sich hier.

Auch was die Zweiräder anbelangt: Reiner Hertel aus Hilpoltstein, der später als Teil der Band Hundsgrübbl live zu sehen ist, fährt etwa mit einer BMW R50 in der Polizeimotorrad-Version vor. Auch aus der Burgstadt ist Matthias Ehrenfried dabei - mit einer Zündapp KS 600 aus dem Jahr 1938. Josef Rehm junior aus Hagenbuch darf sich von Neubauer anhören, dass er einen "Schmalspur-Eicher" über die Straßen schippert. Der Senior hingegen fährt mit einem gut gebauten Deutz-Traktor vor. Lokalmatador Reinhard Korzer weiß mit einem Kramer aus dem Jahr 1959 zu begeistern. 1972 indes schlug die Geburtsstunde des Ford Karmann Ghia, den Christian Kaiser aus Eysölden steuert.
Jürgen Leykamm
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