Montag, 18. Juni 2018
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Für Umgestaltung der Kreuzung gibt es heuer nun doch Geld - Zwei Gebäude werden abgerissen

Schon im Herbst kommen die Bagger

Thalmässing
erstellt am 14.06.2018 um 13:44 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Thalmässing (HK) Lange hatte es schlecht für den zeitigen Ausbau der Dorner-Kreuzung ausgesehen. Jetzt gab es gute Nachrichten aus dem Verkehrsministerium: Dank zusätzlicher Mittel für den Straßenbau kann diese Kreuzung ausgebaut werden. Noch im Herbst sollen erste Arbeiten dafür anlaufen.
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Schon im Herbst sollen ? falls die Planungen wie vorgesehen weiterlaufen ? die beiden markanten Gebäude in der Hauptstraße abgerissen werden. Die Hauptstraße kann dann großzügig aufgeweitet werden.
Schon im Herbst sollen ? falls die Planungen wie vorgesehen weiterlaufen ? die beiden markanten Gebäude in der Hauptstraße abgerissen werden. Die Hauptstraße kann dann großzügig aufgeweitet werden.
Karch
Thalmässing
"Ich habe zum richtige Zeitpunkt den richtigen Mann angeschrieben." Bürgermeister Georg Küttinger ist sich sicher, dass ein Quäntchen Glück bei der Auswahl der Adressaten für sein Anliegen im Spiel gewesen ist. Er hatte sich nämlich mit seiner Bitte, den aus finanziellen Gründen auf Eis gelegten Ausbau der Dorner-Kreuzung doch noch zu fördern, sowohl an Markus Söder als auch an Joachim Herrmann gewandt. Söder war zu der Zeit noch Finanzminister, fühlte sich aber für dieses Anliegen nicht zuständig. Der jetzige Innenminister Joachim Herrmann leitete damals noch das Verkehrsministerium und machte Küttinger Hoffnungen, dass es für diesen wichtigen Part der Thalmässinger Ortsentwicklung eventuell doch noch Geld geben könnte.

Eben dieses war den zuständigen Behörden zuvor nämlich ausgegangen, weil sie für den Topf der Sonderfördermittel des Staatlichen Bauamts kräftig die Werbetrommel gerührt hatten. Und die Kommunen zögerten bei einer Zuschusshöhe von 80 Prozent nicht lange und stellten haufenweise Anträge. Kein Wunder, dass der zuvor eifrig angepriesene Sondertopf rasch leer wurde.

Für Thalmässing war das umso ärgerlicher, weil die Kommune die Ausbaupläne für diese Kreuzung schon fertig in der Schublade und die Maßnahme zuerst mündlich zur Förderung und dann 2017 schriftlich mit einem ganzen Paket an Unterlagen eingereicht hatte. Im Januar 2018 kam dann die Ernüchterung: Die Regierung von Mittelfranken teilte mit, dass das Projekt wegen leerer Kassen heuer nicht "nicht zu den Prioritäten" gehöre, ob es 2019 etwas werde, sei auch noch fraglich.

Dieser Ausbau der Kreuzung ist eines der Leuchtturmprojekte der Thalmässinger Ortsentwicklung. Er soll Staus im Ortskern verhindern und das Abbiegen der Lastwagen erleichtern. Mit dem Abbruch der Anwesen Hauptstraße 10 und 12 (ehemaliges Geschäft Pfitzinger und Schlecker) soll mehr Platz geschaffen, die Hauptstraße aufgeweitet und gleichzeitig sollen Leerstände beseitigt werden. Für den Marktrat ist das eine optische Aufwertung und gleichzeitig ein wichtiges Verkehrsprojekt. Im Oktober 2016 war klar, dass das Projekt 2017 nichts mehr wird und die Zuschüsse erst 2018 fließen. Als dann im Januar die Nachricht kam, dass auch dieser Termin nicht gehalten werden kann und die Kommune auch heuer leer ausgehen sollte, wollte Küttinger das nicht hinnehmen. Er machte seinen Unmut darüber, dass die Ortsgestaltung von Thalmässing damit ausgebremst werde, in den Schreiben an die beiden Minister Luft.

Die Antwort von Minister Joachim Hermann gefiel dem Bürgermeister dann schon eher: Aufgrund der großen Nachfrage hat der Staat die Förderung aufgestockt. Und auch Thalmässing bekommt Geld. Damit kann das große Projekt endlich in Angriff genommen werden. Ein Schritt dabei ist der Erwerb der beiden Gebäude, die abgerissen werden sollen. Da dafür Mittel aus der Städtebauförderung fließen werden, konnte die Kommune diesen Part vorher noch nicht abwickeln. Als Termin für den Abriss ist der Herbst vorgesehen.

Die Anlieger wurden bereits vor einigen Wochen in einer Versammlung über die kommende Großbaustelle informiert. Sie sollten ihre Wünsche äußern können, die nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Wenn im nächsten Jahr mit dem Ausbau der Kreuzung begonnen wird, wird der Verkehr vermutlich großräumig umgeleitet werden müssen, so Bürgermeister Georg Küttinger. Ob eine halbseitige Sperrung mit Ampel möglich ist, muss sich erst noch herausstellen. Dazu sind noch ausführliche Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt notwendig. "Auf jeden Fall müssen die Geschäfte erreichbar sein", unterstreicht Küttinger. "Wer rein will, muss reinkommen."

Im Zuge des Kreuzungsumbaus wird auch die Wegeführung für Radfahrer geändert. Vom Gredlradweg aus Richtung Alfershausen kommend werden sie über die Bahnhofstraße in die Nürnberger Straße geleitet. Dort können sie entweder in die Schulgasse einbiegen und Richtung Marktplatz weiterfahren oder auf der Staatsstraße bleiben. Für Radfahrer und Fußgänger soll es eine Querungshilfe in der Nürnberger Straße etwa in Höhe der Firma Dorner und in der Hauptstraße in Höhe des Anwesens Schmehling geben. "Geprüft wird zurzeit, ob diese Querungshilfen mit Autos befahren werden können, um das Einbiegen in Grundstücke zu erleichtern", sagt Gemeindentwicklungsmanager Lars Strobel. Ein Radweg im Ort ist aus Platzgründen nicht machbar. Das Staatliche Bauamt schlägt aber einen Fahrradschutzstreifen vor, um die Verkehrssituation für Radfahrer zu entschärfen.

Aber nicht nur im Verkehrsbereich stehen große Änderungen an. Für die Gestaltung der durch den Abriss der Häuser entstehenden Freifläche gibt es bereits einen ersten Entwurf, der auch den Anliegern zur Verfügung gestellt wurde. "Der Platz soll eher schlicht gehalten werden", erklärt Lars Strobel. "Die 1a-Lage bleibt der Marktplatz." Auf der neuen Freifläche sollen Sitzgelegenheiten entstehen, viel Grün und auch mehrere Parkplätze. Das Konzept muss aber noch mit der Städtebauförderung abgestimmt werden.

Überhaupt die Abstimmung: Nicht nur die Städtebauförderung hat bei diesem Projekt ein Wörtchen mitzureden. Auch das Staatliche Bauamt, das das Geld für den Straßenbau zur Verfügung stellt, muss einbezogen werden. Und nicht zuletzt die Regierung von Mittelfranken, die für die Erneuerung der Gehwege im Kreuzungsbereich zuständig ist. Alle Stellen haben - zusammen mit der Marktgemeinde Thalmässing - ein Ziel: die Verkehrsführung und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Andrea Karch
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