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Gewinner sind die Marktgemeinde und natürlich Söder

Thalmässing
erstellt am 15.09.2017 um 19:07 Uhr
aktualisiert am 18.09.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Thalmässing (lkm) Die "gute Nachricht", als die er sie selbst bezeichnete, hat der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder beim Besuch in Thalmässing gleich zu Beginn überbracht. Sie besteht aus einer stolzen Zahl: 878 622. Auf diese Eurosumme nämlich beläuft sich der Förderbescheid für den zweiten Teil der Breitbanderschließung der Kommune.
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Nach der Übergabe hieß es dann, feierlich den Füller zu zücken. Umrahmt von Bürgermeister Georg Küttinger samt den Vertretern der Fraktionen im Marktrat sowie dem CSU-Kreischef Volker Bauer, trug sich der 50-Jährige ins Goldene Buch der Marktgemeinde ein. Er gehe aber davon aus, dass er auch ohne den hohen Betrag im Gepäck hier willkommen gewesen wäre, erklärte Söder. In jedem Fall sei das Geld hier "gut angelegt", sagte er.

So sah dies natürlich auch der Rathauschef. Denn die Versorgung mit schnellem Internet sei zum einen für die ländliche Kommune von zentraler Bedeutung - "sonst werden wir abgehängt", so Küttinger. Zum anderen aber "sind wir dabei auf staatliche Unterstützung angewiesen". Sie habe der Freistaat nun dank eines Förderprogramms gewährt, "das diesen Namen auch verdient".

Es sei für eine Gemeinde wie Thalmässing einfach nicht alleine zu leisten, kleine Orte wie Rabenreuth oder Aue ohne Hilfe auf die Datenautobahn zu hieven, ergänzte Bauer. Das aber erlaube nun der neue sogenannte Höfebonus, den der Freistaat mit dem neuen Programm anbietet, das im Juli gestartet ist und die zweite Stufe der Initiative darstellt. Sie hat die dünn besiedelten Flächen und "die letzten weißen Flecken auf der Landkarte Bayern" (Söder) im Visier und will sie mit Glasfaser versorgt sehen. In Mittelfranken könnten bei stark erhöhten Fördersätzen hiervon etwa 40 Kommunen profitieren, so der Minister. Insgesamt stecke der Freistaat eineinhalb Milliarden Euro in die Erschließung mit schnellem Internet, was eine bundesweit einzigartige Summe darstelle. Bayernweit seien bereits über 97 Prozent aller Kommunen in das bayerische Förderverfahren eingestiegen. Bei den bisherigen Projekten "wurden über 33 000 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt", betonte Söder - damit könnten künftig weitere 660 000 Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden, vor allem im ländlichen Raum.

Denn diesen gelte es in Sachen Lebensverhältnisse auf Augenhöhe mit den Großstädten zu stellen: "Wir standen schon vor einer digitalen Spaltung." Freie Förderung von Gewerbegebieten, eine Wlan-Strategie mit 40 000 Hotspots, ein Sicherheitspaket: Söder hat noch viel vor. All dies kostet natürlich Geld. "Da kämpft in mir der Heimat- mit dem Finanzminister", gab er zu. "Aber ich gewinne."

Von Jürgen Leykamm
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