Donnerstag, 17. Januar 2019
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Einsatzkräfte des Hilpoltsteiner und Rother THW helfen in drei oberbayerischen Landkreisen

Schaufeln gegen die Schneeflut

Hilpoltstein
erstellt am 13.01.2019 um 15:20 Uhr
aktualisiert am 17.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Der Kampf gegen die Schneemassen in Oberbayern fordert auch die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks aus Hilpoltstein immer mehr. Weil sich die Lage im Alpenraum zunehmend verschärft, wurden am Wochenende acht weitere Helfer aus Hilpoltstein angefordert. Die örtliche Regionalstelle des THW ist damit fast komplett im Schnee-Einsatz, der für einige von ihnen mindestens bis Freitag andauern wird.
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Nach der neunköpfigen Gruppe des Hilpoltsteiner THW, die sich schon am frühen Freitagmorgen auf den Weg ins Berchtesgadener Land aufgemacht hatte, wurden am Samstagabend acht weitere Helfer angefordert, die die Führungsstelle des THW im Berchtesgadener Land im Schichtwechsel unterstützen sollen.

Der erste Trupp aus dem THW-Ortsverband Hilpoltstein ist in Neukirchen am Teisenberg im Einsatz, um Dächer zu räumen. Es ist der höchstgelegene Ortsteil der Gemeinde Teisendorf im Landkreis Berchtesgadener Land, der zuletzt mehrere Tage lang von der Außenwelt abgeschnitten war.

Die zweite Gruppe unterstützt die Fachgruppe Führung/Kommunikation in Mühldorf. Zusammen mit den acht Helfern aus Hilpoltstein soll in der Führungsstelle ein Schichtdienst eingerichtet werden, damit alle Einsatzkräfte in der Katastrophenregion rund um die Uhr perfekt betreut und koordigniert werden können. Der Einsatz der Hilpoltsteiner Führungskräfte ist bereits bis zum kommenden Freitag angesetzt. "Für diesen Einsatz haben wir eine wirklich gute Truppe zusammengestellt, die eine sehr gute Unterstützung leisten kann", sagt der Ortsbeauftrage des Hilpoltsteiner THW, Alexander Regensburger, der ebenfalls dem Team angehört.
Gefährliche Arbeit statt winterliche Idylle: Schwerpunkt für die Hilpoltsteiner THW-Helfer ist Neukirchen am Teisenberg, der höchstgelegene Ortsteil der Gemeinde Teisendorf im Landkreis Berchtesgadener Land, der zuletzt sogar von der Außenwelt abgeschnitten war. Im Landkreis Miesbach sind derweil die Baufachberater vom Rother THW im Einsatz. Sie überprüfen viele Gebäude, darunter auch eine Reithalle.
Gefährliche Arbeit statt winterliche Idylle: Schwerpunkt für die Hilpoltsteiner THW-Helfer ist Neukirchen am Teisenberg, der höchstgelegene Ortsteil der Gemeinde Teisendorf im Landkreis Berchtesgadener Land, der zuletzt sogar von der Außenwelt abgeschnitten war. Im Landkreis Miesbach sind derweil die Baufachberater vom Rother THW im Einsatz. Sie überprüfen viele Gebäude, darunter auch eine Reithalle.
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Die ersten Helfer aus Hilpoltstein sind unterdessen schon dabei, so viele Dächer wie möglich vom meterhohen Schnee zu befreien, der die Statik der Gebäude immer mehr belastet. Der erste Einsatz begann am Freitag um 9 Uhr in Neukirchen auf einem 100 Quadratmeter großen Stalldach. Die maximal gemessene Schneehöhe betrug hier 1,70 Meter. Nach der Abfahrt um 4.30 Uhr in Hilpoltstein waren die Helfer nach der Ankunft gleich bis 17 Uhr unermüdlich im Einsatz.

Am Samstag räumte der Trupp ein Wohnhaus samt Scheune in Neukirchen ab. Hier betrug die maximale Höhe sogar 2,30 Meter bei einer Schneelast von zwölf Tonnen auf 100 Quadratmeter Fläche. Diese riesige Last wurde den Dächern genommen, weshalb sie jetzt vor dem Einsturz geschützt sind. Auch für diesen Einsatz benötigte das Hilpoltsteiner Team mehrere Stunden.

Der vorerst letzte Einsatztag für diese Gruppe war der Sonntag. Dabei wurde ein weiterer Einsiedlerhof in Neukirchen, den das THW mit hoher Priorität als einsturzgefährdet bewertet hatte, vom Schnee befreit. Unterstützt wurden die Hilpoltsteiner Helfer von einem Kran des THW-Ortsverbandes Ingolstadt, um eine in dieser Extremsituation angemessene Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten.
 
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Mindestens 1200 ehrenamtliche Kräfte des Technischen Hilfswerks aus Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen sind aktuell im Alpenraum im Einsatz. Zu ihren vielseitigen Aufgaben gehört es, mit schwerem Gerät wichtige Straßen freizuhalten, liegengebliebene Fahrzeuge abzuschleppen und im Stau steckengebliebene Autofahrer zu versorgen. Außerdem gilt es, weitere Schäden zu vermeiden. Dafür werden Dächer vom Schnee befreit, umsturzgefährdete Bäume gefällt und Gebäude von Fachberatern auf ihre Statik hin beurteilt.

Zu diesen Fachberatern zählen auch Robert Haberkern und Udo Hüttlinger vom THW-Ortsverband Roth. Sie sind auf der Anfahrt nach Oberbayern umgeleitet worden. Ihr Ziel war nun nicht mehr wie ursprünglich geplant das Berchtesgadener Land, sondern der Landkreis Miesbach. Dort folgte nach der Ankunft am Donnerstagabend gleich der erste Einsatz in einer Nachtschicht. Begutachtet haben sie seitdem etliche Gebäude, vor allem Schulen und eine Reithalle. Nach ein paar Stunden Ruhe ging es am Freitagvormittag gleich weiter.

Eine weitere Anforderung erreichte am Freitagabend die Bergungshelfer aus dem Rother THW. Diese Gruppe wurde bereits am Samstag um 8 Uhr zum Räumen von Dächern in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) beordert. Mit im Gepäck haben die Rother Helfer auch ihren Ladekran, der sich besonders zur Absturzsicherung der Helfer eignet.

Als dritte Gruppe aus dem Rother THW machte sich dann am Samstag auch noch die Fachgruppe Beleuchtung auf den Weg ins Einsatzgebiet.