Mittwoch, 18. Juli 2018
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Studenten stellen in Roth öffentlich Elektromobile der Marke Eigenbau vor

Erfindergeist an der Technikerschule

Roth
erstellt am 08.05.2015 um 20:39 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 19:20 Uhr | x gelesen
Roth (HK) Elektromobile der Marke Eigenbau haben am Freitag die Studierenden der Technikerschule für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität an der Rother Berufsschule vorgestellt.
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Roth: Erfindergeist an der Technikerschule
Und los geht’s: Die Studenten zeigen dem Publikum, was sie geleistet und konstruiert haben. - Foto: Tschapka
Roth

Dies war schon der zweite Jahrgang, der sich im Rahmen eines Konstruktionsprojekts mit dieser zukunftsweisenden Technologie beschäftigt, und man konnte schon deutliche Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr sehen. Insgesamt 15 Schüler haben in drei Gruppen in jeweils über 500 Arbeitsstunden einen neuen Prototyp konstruiert.

Vergangenes Jahr wurde den Nachwuchsingenieuren neben einem Budget von 1000 Euro auch ein Erwachsenenkettcar als Ausgangsbasis zur Verfügung gestellt, diesmal wurde das Budget auf 1250 Euro erhöht und sie mussten sich um die Beschaffung sämtlicher nötigen Bauteile kümmern.

Um die Motivation zu steigern, haben die beiden Projektleiter Andreas Deinhardt, Leiter der Technikerschule, und Andreas Betz das ganze Projekt so aufgezogen, als würde es sich im normalen Wirtschaftsleben abspielen: Die fiktive Firma „DeiBe Unlimited“ (für Deinhardt/Betz) hat den Studenten im Alter von Mitte 20 bis Mitte 30 den Auftrag für ein neues E-Car in Aussicht gestellt, wenn der von ihnen vorgestellte Prototyp preislich, in der Anwendung und in der Funktion überzeugt. Das fertige Produkt soll sich an junge Erwachsene richten, die sich das Fahrzeug ausleihen könnten, um zum Beispiel die Gegend um den Brombachsee zu erkunden.

Natürlich muss es verschiedene Spezifikationen erfüllen. So darf es unter anderem nicht schneller als mit 25 Kilometern pro Stunde unterwegs sein, das Fahrzeug muss mit Fahrtrichtungsanzeiger und Bremslicht ausgestattet sein, die Bremsen müssen bei jeder Witterung zuverlässig arbeiten und die Batteriekapazität muss ebenfalls eine fest vorgegebene Betriebsdauer vorweisen. Darüber hinaus müssen sich die Kosten für das Material in Grenzen halten, und bei der Konstruktion sollte vor allem auch der Umweltgedanke in Bezug auf Materialverbrauch und Maschineneinsatz berücksichtig werden.

Das ganze Jahr über tüftelten die drei Teams, die sich die werbewirksamen Namen „ElecTrike“, „Pro-Tron“ und „Hunter TX7“ gegeben haben. Zur Präsentation auf dem Hof des Nutzfahrzeugzentrums der Berufsschule wurden unter anderem die Vertreter von Betrieben eingeladen, die schon lange die Berufsschule unterstützen oder als potenzielle Arbeitgeber gelten.

Dass diese Aussicht auf einen Arbeitsplatz durchaus begründet ist, zeigen die Zahlen der untergekommenen Studenten des letzten Jahrgangs: „Von allen 24 haben 23 inzwischen eine Stelle als Techniker bekommen“, sagt Andreas Deinhardt erfreut – ein Zeichen für ihn, dass sich das praxis- und wirtschaftsnahe Konzept der Ausbildung bewährt hat.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Betz, dem Leiter der Berufsschule Michael Greiner und vielen anderen Neugierigen beobachtet er, wie die drei neuen E-Trikes auf einem Parcours „auf Herz und Nieren“ getestet werden. Der Rother Polizeibeamte Andreas Buckreus überprüfte mit der Radarpistole, ob die Fahrzeuge die maximale Geschwindigkeit nicht überschreiten. Darüber hinaus wird auch noch das Beschleunigungsverhalten gemessen, ebenso wie die Bremsfähigkeit. „Zugegeben, eigentlich hat unser E-Trike eine Spitzengeschwindigkeit von rund 35 Kilometern pro Stunde, aber wir haben das elektronisch begrenzt“, meint einer der Konstrukteure bei der Präsentation. Manch eines der Fahrzeuge verfügt zusätzlich sogar über Tageslichtscheinwerfer oder einen Tempomaten.

Man merkt, die Motivation der Studenten war groß bei ihrer Konstruktionsarbeit, das zeigt sich auch am flotten Design der Fahrzeuge. „Im Vergleich zum letzten Jahr können wir eine deutliche Weiterentwicklung feststellen“, sagt Andreas Deinardt. „Kein Wunder, dass unsere Studenten ihre Produkte nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern der Öffentlichkeit präsentieren wollen.“

Diese zeigte sich sehr interessiert an diesen E-Trikes der neuen Generation und stellte den Konstrukteuren viele Fragen über Reichweite, Bremskraftrückgewinnung, Ladezeit und mehr, die diese genauestens beantworten konnten. Man darf gespannt sein, welchen Entwicklungssprung die Studierenden des kommenden Jahrgangs bei ihren Konstruktionen machen werden.

Von Tobias Tschapka
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