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Nicht alle wollen einen "glyphosatfreien Landkreis Roth"

Hilpoltstein
erstellt am 14.06.2018 um 16:52 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (mes) Vorerst in der Warteschleife ist ein Antrag der Grünen für einen "glyphosatfreien Landkreis Roth", der am Mittwoch im Kreisausschuss diskutiert wurde.
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Darin wird unter anderem gefordert, der Landkreis solle bei seinen Flächen komplett auf das Mittel verzichten und dies auch bei Verpachtungen festlegen. Gemeinden sollen aufgefordert werden, es dem Kreis gleichzutun. Mit den Landwirten will man in einen Dialog treten, um sie letztlich zum Verzicht zu motivieren. Flankiert werden die Maßnahmen von Informationen zur umweltgerechten Bewirtschaftung und einem Herausstellen des Bio-Landbaus als Vorbild.

In der Sitzung zeigte sich schnell, dass bei den Flächen des Landkreises Konsens herrscht. "Da sehe ich kein Problem", sagte Thomas Schneider (FW). Allerdings war sich die Seite der Glyphosatgegner durchaus bewusst, dass angesichts der wenigen Flächen des Landkreises, dies vor allem ein symbolischer Schritt ist.

Widerstand formierte sich gegen die Maßnahmen, die die Landwirte betreffen. "Der Antrag ist scheinheilig", sagte BBV-Chef Thomas Schmidt (CSU). Statt Glyphosat würden dann Maßnahmen ergriffen, die unter Umständen problematischer wären. Auch würde Glyphosat aktuell nur da eingesetzt, wo es ökologisch und nicht ökonomisch sinnvoll sei. Sowohl Schmidt als auch Lissy Wild-Heyder (CSU) sahen in dem Antrag letztlich ein Verbot von Glyphosat. "Das geht zu weit", sagte dazu Michael Kreichauf (CSU).

Sie verstehe die Diskussion nicht, sagte Christine Rodarius (SPD). Man laufe nun Gefahr, sich in ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren. "Wir können hier doch gar nichts verbieten, wir können nur appellieren. " Und im Zweifel, sollte man sich für die Gesundheit entscheiden. Felix Erbe von den Grünen bestätigte, dass mit dem Antrag, der im Übrigen kein speziell grünes Thema sei, wie der Blick auf andere Regionen zeige, nichts verboten werde, wovon sich die Gegenseite allerdings nicht überzeugen ließ.

Landrat Herbert Eckstein (SPD) war sich hingegen sicher, dass das Thema Glyphosat in drei, vier Jahren vom Tisch sei. "Die Landwirtschaft muss umdenken. " Für den Antrag regte er an, dass sich die Fraktionsspitzen zusammensetzen sollen, um sich darüber abzustimmen.
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