Sonntag, 15. Juli 2018
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Fast 800 Finisher bescheren dem HiRo Run ein neues Hoch - Erfolgreiche Lokalmatadore und ein besonderer Feuerwehrmann

Ein Wettkampf wie aus dem Bilderbuch

Hilpoltstein
erstellt am 15.04.2018 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 19.04.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hilpoltstein (HK) Ein neuer Teilnehmerrekord und zwei siegreiche Lokalmatadore: Der Hilpoltsteiner Halbmarathon hat dem Landkreis Roth am Samstag den ersten sportlichen Festtag des Jahres beschert. Fast 800 Läuferinnen und Läufer und dazu das herrliche Frühlingswetter machten den HiRo Run zu einem Wettkampf wie aus dem Bilderbuch.
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Fotos: Münch, Enzmann
Hilpoltstein
Der erste Sieger dieses traumhaften Tages ist schon gefunden, als der Startschuss noch gar nicht gefallen ist. Denn beim La Carrera TriTeam Rothsee, das den Hilpoltsteiner Halbmarathon seit 2011 auf die Beine stellt, klingelt bis kurz vor dem Rennen die Kasse. Der neue Rekord, den die Veranstalter schon beim Ende der Anmeldefrist im Internet vor einer Woche verzeichnet haben, ist nicht das Ende der Fahnenstange. Der strahlende Sonnenschein treibt die Sportler am Samstag noch in Scharen in die Hilpoltsteiner Innenstadt. Mehr als 130 Männer und Frauen melden sich kurzfristig noch für den HiRo Run an.

Eine Dreiviertelstunde bevor Bürgermeister Markus Mahl die vielen Läuferinnen und Läufer auf die Strecke schickt, ist es dann passiert. Im Meldebüro, das in einem Hinterhof in der Christoph-Sturm-Straße aufgebaut ist, reicht Andreas Köstler die letzte offizielle Startnummer für den Halbmarathon über den Tisch. Seine Vereinskameradin Petra Pummer wird kurz darauf die letzte offizielle Startnummer für den Hobbylauf los. "Jetzt haben wir nur noch unsere Notreserve", sagt Köstler und deutet auf eine Kiste, die Artur Davignon gerade ins Freie getragen hat. Die mit der Zeitmessung beauftragte Firma hat noch eine Box mit Blanko-Startnummern hinterlegt. Und auch davon werden noch einige gebraucht.

784 Sportler - stehen am Ende des Tages in der Ergebnisliste. 571 beim Halbmarathon, 153 beim Hobbylauf und 60 im neuen Staffelwettbewerb. Dass etwa zehn Prozent der Angemeldeten ihre Startunterlagen nicht abholen, gilt unter Sportveranstaltern als gewöhnlich. Unter dem Strich bleibt aber die mit Abstand höchste Teilnehmerzahl beim HiRo Run und damit eine Rekordeinnahme für den Hilpoltsteiner Triathlonverein.

Warum ausgerechnet in diesem Jahr so viele Sportler zum Hilpoltsteiner Halbmarathon kommen, ist den Organisatoren ein Rätsel. "Keine Ahnung", sagen Petra Pummer und Andreas Köstler im Meldebüro und ziehen ihre Schultern nach oben. So schönes Wetter hat es ja schon öfter gegeben am Renntag. Trotzdem steckte der HiRo Run in den vergangenen Jahren in einem kleinen Tief, wie Matthias Schneck, der stellvertretende Vorsitzende des Hilpoltsteiner Triathlonvereins, einräumt. Über die 600-Teilnehmer-Marke kam der Wettkampf zuletzt nicht mehr hinaus. Dass es jetzt ein Drittel mehr sind, "ist einfach gigantisch", sagt Schneck. Der neue Starterrekord hat die Organisatoren allerdings auch ins Schwitzen gebracht: Für das große Büffet im Ziel mit Kuchen, Getränken und Obst "haben wir alles nachbestellt, damit es auch wirklich reicht", sagt Schneck.
Laufen, wo andere Urlaub machen:  Die Strecke am Kanal zum Rothsee ist für die Teilnehmer des Halbmarathons (oben: Siegerin Theresa Wild) ein wahrer Genuss. Weniger idyllisch ist es für die Starter im Hobbylauf, die sich auf der anderen Kanalseite durch die Masse der Wohnmobile an der Heuberger Kanallände kämpfen muss.
Laufen, wo andere Urlaub machen: Die Strecke am Kanal zum Rothsee ist für die Teilnehmer des Halbmarathons (oben: Siegerin Theresa Wild) ein wahrer Genuss. Weniger idyllisch ist es für die Starter im Hobbylauf, die sich auf der anderen Kanalseite durch die Masse der Wohnmobile an der Heuberger Kanallände kämpfen muss.
Fotos: Münch, Enzmann
Hilpoltstein



Die größte Auswahl am Büffet hat Jürgen Lang, der den Hobbylauf über 9,5 Kilometer in 35:56 Minuten gewinnt. Die größte Aufmerksamkeit unter den Hobbyläufern bekommt im Ziel jedoch ein anderer Mann, der für dieselbe Strecke eine halbe Stunde mehr Zeit braucht. Doch das ist auch kein Wunder. Schließlich bestreitet Matthias Skapczyk das Rennen in der schweren Montur eines Feuerwehrmanns. 17,5 Kilogramm wiegt die Ausrüstung, die der Berufsfeuerwehrmann aus Bayreuth immer wieder mit sich herumschleppt. Bei vielen Läufen in den vergangenen Jahren hat er schon Geld für einen guten Zweck gesammelt. Bei seinem Start in Hilpoltstein geht es ihm dagegen nur um einen Formtest. Im Juni will er in Fürth einen Halbmarathon bewältigen - ebenfalls in seiner Atemschutzmontur.

Nur ein paar Minuten nach Matthias Skapczyk, von dessen kahlrasiertem Kopf die Schweißperlen tropfen, kommt dann schon der Sieger des Halbmarathons ins Ziel und lässt sich erst einmal erschöpft auf das Kopfsteinpflaster fallen. Der 30-jährige Sven Ehrhardt aus Roth ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat auch das vierte Saisonrennen im Läufer-Cup des Leichtathletik-Kreises Mittelfranken-Süd für sich entschieden (siehe nächste Seite). In 1:13:38 Stunden siegt er vor dem Läufer-Cup-Gesamtsieger des vergangenen Jahres, Stefan Böllet vom TSV Pavelsbach (1:16:31). Mit dem dritten Platz muss sich der Österreicher Mario Sturmlechner begnügen (1:16:31), der in seinem Land zu den besten 15 Marathonläufern zählt und vor drei Jahren auch schon österreichischer Vizemeister im Halbmarathon war. Zum Hilpoltsteiner Halbmarathon reiste Sturmlechner mit einem österreichischen Sportkameraden, der drei Jahre lang in Hilpoltstein gearbeitet hat. Doch das ist nicht sein einziger Kontakt in die Burgstadt. Bei der After-Race-Party beim Mallorca-Marathon traf er im vergangenen Jahr auf den Hilpoltsteiner AH-Fußballer Jochen Güth-lein, der dem österreichischen Spitzenläufer den HiRo Run schmackhaft machte. "Das Rennen kann man wirklich empfehlen", sagt Sturmlechner am Samstag im Ziel. "Auch wenn die vielen Schotterwege nix für schnelle Zeiten sind."

Völlig egal ist die Zeit schließlich Theresa Wild, die wie schon im vergangenen Jahr den Sieg beim Hilpoltsteiner Halbmarathon bejubeln darf. Ihre Zeit von 1:27:36 Stunden ist zwar die langsamste Siegerinnenzeit seit der Premiere des HiRo Run 2011. Aber solche Kleinigkeiten können diesen traumhaften Renntag nicht ansatzweise trüben.
 
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