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Gymnasiallehrer mit eigenem Fan-Club

erstellt am 23.02.2007 um 18:42 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:11 Uhr | x gelesen
Nürnberg/Eichstätt (HK) Nürnbergs Bundesliga-Basketballer Matthias Meinel möchte lieber Lehrer werden als Profi – am liebsten in Eichstätt.
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Allein der tollen Turnhallen wegen würde Matthias Meinel nach Abschluss seiner Ausbildung gerne wieder nach Eichstätt zurückkehren. Wer allerdings weiß, dass es sich bei den Sportstätten um jene des Gabrieli-Gymnasiums, der Uni und der Volksschule Am Graben und bei dem jungen Athleten, der in den höchsten Tönen von ihnen schwärmt, um einen Bundesliga-Basketballer handelt, der mag ob solcher Schmeicheleinheiten für Hallen dieser Größe, die von verwöhnten Zeitgenossen überheblich als "Schuhschachteln" bezeichnet werden, leicht ins Schmunzeln kommen.

Doch der Studienreferendar aus Nürnberg, der in diesem Schuljahr am Gabrieli-Gymnasium Wirtschaft und Sport unterrichtet, meint es ernst, zumal er auch die Schule und ihr Umfeld ins Herz geschlossen hat. Da würde er dann auch gerne weiter in Kauf nehmen, tagtäglich am Abend zum Training nach Nürnberg zu fahren und noch in der Nacht wieder zurück. So wie seit Schuljahresbeginn. Seit über drei Jahren spielt der 194 Zentimeter große Ausnahmeathlet, den seine Freunde auch "Matze" oder "Maddo" nennen, nämlich bei Sellbytel-Baskets Nürnberg in der Bundesliga.

Als einziger Spieler in dieser Mannschaft geht er einem Beruf nach. Seine Mannschaftskollegen sind allesamt Vollprofis, die vormittags und nachmittags trainieren müssen. Dem in Erlangen Geborenen wurde erlaubt, das Vormittagstraining ausfallen zu lassen, dafür aber am Abend umso härter an seiner Form zu arbeiten.

Da geht es dann ordentlich zur Sache, denn außer ihm wollen sechs US-Amerikaner, Griechen, Weltklasse-Korbjäger aus dem ehemaligen Jugoslawien und eben auch deutsche Stammspieler in einem Team sein, dessen erklärtes Ziel es in diesem Jahr ist, den Abstieg zu vermeiden.

Die Heimspiele der "Baskets" gehen in der Nürnberger "Arena" über die Bühne. "Da kommen im Schnitt gut 2500 Zuschauer; wenn Alba Berlin oder Brose Baskets Bamberg zu Gast ist, können es schon 5000 und mehr sein", meint der sympathische Sportler, der auch den 1. Dan im Judo hat und dessen Lieblingshobby Fußball ist. Dass er es auch in der Lieblingssportart der Deutschen zu etwas gebracht hätte, beweist der Umstand, dass er, der in Neunkirchen am Brand aufwuchs, beim dortigen TSV in der Bezirksoberliga spielte.

Seine ganze Liebe gehörte freilich von Beginn an dem Basketball, wo er die ersten Erfahrungen beim CVJM Erlangen sammelte und in der Saison 1997/98 beim Ausnahmeteam Steiner Bayreuth mittrainierte, das sich in BBC Bayreuth umbenannte, nachdem der Verein in Konkurs geraten war. Bayernpokalsieger, Meister der 2. Liga Süd und Meister der Regionalliga sind weitere beachtliche Erfolge des Riesentalents. Mit Falke Nürnberg spielte er zwei Jahre lang in der zweiten Bundesliga. Nach Aufstieg und Umbenennung in "Baskets" steht Matthias Meinel als Angriffs?spieler im finanziell gebeutelten Team.

Autogramme in Sport

Am Gabrieli-Gymnasium hat der "Maddo" übrigens schon einen eigenen Fan-Club, der ihn beim Spiel gegen Braunschweig lautstark unterstützte. Auch die Basketballer der DJK Eichstätt haben ihn schon in der "Arena" besucht.

In seinen Sportstunden wird übrigens nur selten Basketball gespielt, obgleich das die Schüler des 29-Jährigen mit einem solchen "Meister" liebend gern tun würden. Keine Frage, dass "Matzes" Autogrammkarten und Poster bei ihnen besonders hoch im Kurs stehen.

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