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Franz Jung zum 89. Bischof von Würzburg geweiht - Bistum mit 750.000 Gläubigen

Die Hoffnung als Anker der Seele

Würzburg
erstellt am 11.06.2018 um 17:44 Uhr
aktualisiert am 15.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Würzburg (KNA) Der 52-jährige Franz Jung ist der 89. Bischof von Würzburg.
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Bambergs Erzbischof Ludwig Schick (links) weiht den neuen Würzburger Oberhirten Franz Jung (mit Kreuz).
Bambergs Erzbischof Ludwig Schick (links) weiht den neuen Würzburger Oberhirten Franz Jung (mit Kreuz).
Foto: Hildenbrand/dpa
Würzburg
Bambergs Erzbischof Ludwig weihte den früheren Generalvikar der Diözese Speyer am Sonntag im Kiliansdom. Anschließend nahm Jung sein neues Bistum mit rund 750.000 Katholiken offiziell in Besitz, indem er sich auf die Kathedra, den Bischöflichen Stuhl, setzte. Papst Franziskus hatte Jung im Februar zum Nachfolger von Friedhelm Hofmann ernannt, der 13 Jahre lang Oberhirte in Würzburg war.

An der Feier nahmen rund 30 Bischöfen aus Deutschland und den Partnerdiözesen Obidos in Brasilien sowie Mbinga in Tansania teil, darunter der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic. Unter den Gästen waren auch Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, aus Würzburg.

"Er heißt nicht nur Jung, er ist auch jung und dynamisch, voller Hoffnung und Energie", sagte Schick in seiner Predigt. Die Menschen im Bistum rief er auf, gut mit dem neuen Bischof zusammenzuarbeiten. Die Bischofsweihe hebe nicht ab vom Volk Gottes, sondern verbinde den Geweihten noch intensiver mit der Kirche Jesu Christi, besonders mit der eigenen Diözese, so der Erzbischof weiter. In der Kirche seien Gläubigen gleich an Würde, wenn auch verschieden im Dienst und in den Ämtern. "Dabei sind alle Gebende und Nehmende, auch wir Bischöfe. " Sie sollten inspirieren, moderieren und integrieren, betonte Schick.

Der gebürtige Mannheimer Jung wuchs mit drei Geschwistern in Ludwigshafen auf. Seine Eltern waren Lehrer. Er studierte in München und Rom Philosophie und Theologie. 1992 weihte ihn der damalige Limburger Bischof Franz Kamphaus in Rom zum Priester, 2001 wurde er promoviert. Jung arbeitete als Sekretär des emeritierten Speyerer Bischofs Anton Schlembach, der aus Würzburg stammt. Nach weiteren Stationen im Ordinariat wurde Jung zum 1. Januar 2009 Generalvikar.

Als Wahlspruch wählte Jung "Eine Hoffnung als Anker der Seele" (auf Latein "spem ancoram animae"), ein verkürztes Zitat aus dem Hebräerbrief. Sein Wappen enthält sowohl den fränkischen Rechen als auch zwei Anker, die auf Ludwigshafen verweisen und zugleich eines der ältesten christlichen Symbole für die Hoffnung sind. Als Bischofsstab nutzt Jung den des verstorbenen Speyerer Weihbischofs Ernst Gutting, eine Dauerleihgabe des Bistums Speyer. Ring und Brustkreuz stammen aus dem Nachlass des Münchner Bildhauers Max Faller (1927-2012).

In der katholischen Kirche ist die Bischofsweihe die höchste Stufe des Weihesakraments. Nach katholischem Verständnis verleiht sie die Vollmacht, das Wort Gottes verbindlich zu lehren und gegen Verfälschungen des Glaubens vorzugehen. Der Bischof leitet die Diözese juristisch und repräsentiert sie.
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