Ich stimme Ihnen vollkommen zu, es gehört nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde mehrere Millionen Euro in ein Windrad zu investieren. Aber bitte missverstehen Sie mich richtig: Unter wirtschaftlicher Teilhabe verstehe ich nicht die Beteiligung einer Gemeinde, sondern die Gründung von Energiegenossenschaften für die Bürger vor Ort. Denn der Bevölkerung sollte man nicht nur die Belastungen, sondern auch die Wertschöpfung zukommen lassen.
Das wäre nicht nur fair und gerecht, es sorgt auch für eine bessere Akzeptanz von politischen Entscheidungen in unserer Bevölkerung. Erfolgreiche Beispiele sind hierbei die Bürgerwindräder in Seuversholz, Rapperszell und Denkendorf.

In der heutigen Phase der Null-Zins-Politik hätte bestimmt auch der ein oder andere Bürger der Gemeinde Schernfeld ein großes Interesse an dieser Investition (mit einer geschätzten Rendite von vier bis fünf Prozent) gehabt. Wurde diese Möglichkeit denn nicht im Gemeinderat diskutiert? Wenn ja, mit welcher Begründung wurde sie letztendlich verworfen?

Unser Schernfelder Bürgermeister Herr Mayinger hatte ursprünglich sogar der Stadt Eichstätt beziehungsweise den Stadtwerken Eichstätt (bei der öffentlichen Anhörung zur Ausweisung der Windkraftflächen der Stadt Eichstätt) die Möglichkeit einer Beteiligung am Windpark angeboten. Gab es von dieser Seite auch kein Interesse?

Nun hat also eine Investmentgesellschaft aus der Schweiz den Zuschlag für alle 16 Windräder erhalten und über die Entschädigungszahlungen an die Gemeinden hüllt man sich in Schweigen.

Wenn jetzt schon unsere Kommunen so agieren, brauchen wir uns nicht mehr wundern, dass deutsche Firmen nach China verkauft werden.

Jürgen Neumeyer
Langensallach


Gemeinde Schernfeld