Sonntag, 24. Juni 2018
Lade Login-Box.

CSU-Bezirkstagskandidatin Martina Baur will die Arbeit ihres Vorgängers Robert Knöferl fortsetzen Lengler übt harsche Kritik am Landrat

Aufbruchstimmung und Wahlkampfparolen

Schönesberg
erstellt am 11.03.2018 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schönesberg (sja) Die Ehekirchenerin Martina Baur geht mit einem deutlichen Vertrauensvorschuss in die Bezirkstagswahl im Oktober. Mit 62 von 100 Stimmen kürten sie die CSU-Delegierten am Freitagabend zur Direktkandidatin ihrer Partei. Damit schicken die Christsozialen im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen, zu dem neben dem Landkreis auch Hohenwart, Gerolsbach und Scheyern (Kreis Pfaffenhofen) gehören, zwei junge Bewerber für Landtag und Bezirkstag ins Rennen: den 33-jährigen Matthias Enghuber aus Neuburg und die nur ein Jahr ältere Baur, die in Dinkelshausen wohnt.
Textgröße
Drucken
Schönesberg: Aufbruchstimmung und Wahlkampfparolen
Gratulation: Bezirkstagskandidatin Martina Baur nahm unter anderem Glückwünsche von Bezirksrat Robert Knöferl (linkes Bild, rechts) und dem früheren Landtagsabgeordneten Rudi Peterke entgegen. CSU-Kreischef Alfred Lengler (2.v.r.) beriet sich mit Ministerpräsident Horst Seehofer (r.) und dem Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl. - Fotos: Janda
Schönesberg

Baurs Mitbewerberinnen landeten überraschend deutlich auf den Plätzen zwei und drei. 25 Delegierte hatten sich für Martina Fischer aus Gachenbach ausgesprochen, magere 13 für die Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Sofia Käfer aus Ehekirchen.

Vor der Wahl hatte der scheidende Bezirksrat Robert Knöferl die Gelegenheit genutzt, die vergangenen fünf Jahre in dem Gremium Revue passieren zu lassen. Der Gachenbacher, der aus persönlichen Gründen nicht mehr antrat, erinnerte in seiner Rede vor allem an die immer besseren Lebensumstände in der Gesellschaft. Doch durch ein höheres Alter der Menschen steigen auch die Herausforderungen an Medizin und Pflege. Schon jetzt nehmen seinen Worten zufolge in den Kreisen Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen jährlich mehrere Tausend Menschen die Angebote des Bezirks für Senioren und für Menschen mit Behinderung in Anspruch. "Das ist eine Hilfe, die wir gewährleisten müssen", forderte er. Der Grundsatz dabei: "Ambulant vor stationär, damit der Familienanschluss erhalten bleibt." Wichtige Standbeine sind Knöferl zufolge auch die Leistungen des Bezirks im psychiatrischen Bereich - obwohl sie Geld kosten, das letztlich die Kommunen über ihre Umlagen aufbringen müssen. "Würden die dafür vorgesehenen Mittel des Bundes komplett beim Bezirk ankommen, könnten wir die Bezirksumlage sogar senken", erklärte Knöferl, der auch die kulturellen Initiativen auf oberbayerischer Ebene ansprach. Dass der Stimmkreis mit ihm einen engagierten Politiker verliert, betonte der CSU-Kreisvorsitzende Alfred Lengler. "Du hast uns auf hervorragende Weise vertreten." Ein Dank, dem sich Ministerpräsident Horst Seehofer in seiner Rede anschloss.

Die frischgebackene Kandidatin versprach in ihrer Vorstellung, sich weiterhin für ideale Bedingungen für Hilfesuchende einzusetzen. "Wer Unterstützung braucht, muss hervorragende Möglichkeiten vorfinden", so Baur. Sie selbst hat auch bei ihrem Arbeitgeber, dem Landkreis Augsburg, wo sie als Wirtschaftsförderin tätig ist, den nötigen Rückhalt für eine Tätigkeit im Bezirkstag. "Ich will raus zu euch", versprach die Kandidatin, die für ihre Rede am meisten Applaus erhielt. Zur Sprache kamen in Schönesberg auch zwei Großprojekte und ein politischer Mitbewerber. Neuburgs Vize-Bürgermeister Rüdiger Vogt äußerte sich erfreut über die Unterstützung Seehofers bei der Planung einer zweiten Donaubrücke sowie eines Campus der TH Ingolstadt. "Beide Projekte werden sich auf den gesamten Landkreis auswirken", so Vogt in Richtung des scheidenden Ministerpräsidenten. Für diesen besteht kein Zweifel an der Notwendigkeit der Donauquerung: "So eine dynamische Stadt wie Neuburg braucht eine zweite Brücke."

Alfred Lengler nahm sich hingegen Landrat Roland Weigert (FW) zur Brust, der ebenfalls für den Landtag kandidiert. "Ihm ist anscheinend die Verantwortung über den Kopf gewachsen", ärgerte sich der CSU-Chef und erinnerte an die steigende Verschuldung des Landkreises. Sollten alle Planungen umgesetzt werden, werden die Kommunen Lengler zufolge pleite sein. "In München will der Landrat ein Brückenbauer sein", so der Gachenbacher, "aber nur weil er so viele eingerissen hat."

Von Stefan Janda
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!