Mittwoch, 21. November 2018
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Beim Großmodellflugtag in Neuburg waren allerhand interessante Objekte zu bestaunen

Loopings, Rollen und Trudeln

Neuburg
erstellt am 10.09.2018 um 18:51 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (EK) Sie flogen Loopings, Rollen, Rollenkreise, meisterten Rückenflug, Messerflug und Trudeln - Freunde des (Kunst)fliegens kamen beim Flugtag des RCM (Radio Control Modeller) Neuburg auf ihre Kosten.
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Auch noch so kräftiges Kurbeln nützte Peter Volk nichts ? seine Corsair blieb im ersten Anlauf am Boden und musste erst vor Ort repariert werden. Kunstflug vom Feinsten zeigte Jakob Bauch aus Pollenfeld, der seine Extra 330 LT mehrfach senkrecht stellte und unter anderem Messerflug zeigte (oben rechts). Enrico Thäter aus Lenting baute seine Chengdu FC-1 vor Ort zusammen. Das chinesische Kampfflugzeug ist komplett Marke Eigenbau.
Auch noch so kräftiges Kurbeln nützte Peter Volk nichts - seine Corsair blieb im ersten Anlauf am Boden und musste erst vor Ort repariert werden. Kunstflug vom Feinsten zeigte Jakob Bauch aus Pollenfeld, der seine Extra 330 LT mehrfach senkrecht stellte und unter anderem Messerflug zeigte (oben rechts). Enrico Thäter aus Lenting baute seine Chengdu FC-1 vor Ort zusammen. Das chinesische Kampfflugzeug ist komplett Marke Eigenbau.
Hammerl
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Etwa 300 Besucher sahen die Flüge von 20 Startern.

Die waren überwiegend aus Bayern gekommen, aus Aschaffenburg und Bamberg im Norden sowie Landshut im Süden. Einige Modellbauer hatten die weite Anfahrt aus Hessen oder Nordrhein-Westfalen auf sich genommen, um ihre Großflugmodelle - startberechtigt waren alle bis 150 Kilogramm - zu präsentieren, mit Gleichgesinnten zu fachsimpeln und deren Können zu bewundern.

Bis es soweit war, wurde im Startbereich geschraubt, gedreht und natürlich betankt - sofern die Modelle nicht über einen Elektromotor verfügten. Wie die Extra 330 LT von Jakob Bauch aus Pollenfeld, der als Erster an den Start ging. Als "Pilot mit nervösem Finger", wie die Moderatoren RCM-Vorsitzender Thomas Boxdörfer und sein Vize Ottmar Heckl alle Kunstflug-Piloten neckend bezeichneten, ließ es Bauch richtig krachen, stellte seine Maschine senkrecht, ließ sie knapp einen Meter über dem Boden tanzen, in Messer- oder Rückenflug gehen, zog dann senkrecht nach oben durch, ließ Loopings, Rollen und Trudelaktionen zu fantasievollen Choreografien verschmelzen.
 
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Ganz so leicht wie es bei Bauch aussah, hatten es die Unterfranken nicht mit ihren Corsair F4U, US-amerikanische Militärmaschinen, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden und für Flugzeugträger konstruiert waren. Hier mussten die Piloten selbst Hand an die Propeller legen und die Maschinen starten, was Peter Volk jedoch nicht gelang - trotz tatkräftiger Hilfe von Monika Kalenda, die sich als sein Bodenpersonal bezeichnete.

So musste die Maschine im ersten Versuch am Boden bleiben, und die beiden Piloten mit - der Große an der Fernsteuerung und der kleine Peter in der Pilotenkapsel, die bei den Corsair im Gegensatz zu den meisten Kunstflugmaschinen - hier wird an Gewicht gespart - tatsächlich bemannt war.

Ein besonderes Modell, das in Deutschland einmalig, oder besser gesagt, zweimalig sein dürfte, führte Enrico Thäter aus Lenting vor. Seine Chengdu FC-1, ein aktuelles chinesisches Mehrzweckkampfflugzeug mit Schubvektorsteuerung, hat er gemeinsam mit Ralph Losemann komplett aus Einzelteilen gebaut - anhand eines kleinen gekauften Kunststoffmodells. "Wir legen Wert darauf, Modelle zu fliegen, die es in Deutschland sonst nicht gibt", erzählte er, zudem spiele bei der Modellwahl eine Rolle, dass der Flugzeugtyp über gewisse Flugeigenschaften verfüge, denn im Vordergrund stehe für die beiden Freunde der Spaß am Fliegen.
 
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Nachdem Losemann aber keine Zeit für den Neuburger Großflugtag hatte, den der RCM für den Dachverband DMFV (Deutscher Modellflieger Verband) ausrichtete, mussten die Zuschauer auf eine Synchronflugvorführung verzichten. Doch auch allein machte die zwölf Kilo schwere Maschine, die mit vier Litern Kerosin und zwei Litern Smokeöl für spektakulären Qualm betankt wird, eine gute Figur.

Ein weiterer Höhepunkt waren die Modellfallschirmspringer von Linda Kessler und Helmut Winter, der spektakuläre Kunstflug des erst 13-jährigen Michael Hupf aus Landshut, die Nachtflugshows und natürlich die Flugschau von Lokalmatador Ludwig Bauer und seiner Ultimate Dash 300S, einem neun Jahre alten und international preisgekrönten Doppeldecker mit 2,70 Meter Spannweite und drei Meter Rumpflänge, der in fünf Minuten passend zur eingespielten Musik so ziemlich alle Kunststücke zeigte, die im Modellkunstflug an Figuren möglich sind.

Andrea Hammerl
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