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Wetterkapriolen machen den Landwirten auch im Landkreis Eichstätt zu schaffen

Keine guten Aussichten für die Ernte

Eichstätt
erstellt am 11.07.2018 um 16:31 Uhr
aktualisiert am 15.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) In diesem Jahr hat das Wetter wieder einmal verrückt gespielt: geringe Niederschlagsmengen, zu viele Sonnenstunden und zu hohe Temperaturen im Frühjahr. Die Folgen bekommt auch die heimische Landwirtschaft zu spüren.
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Bei einer kleinen Feldbegehung zeigt Landwirt Willibald Brems auf seinem Acker beim Ziegelhof den Zwiewuchs. Während sich die einen Ähren allmählich gold färben, sind andere noch grün.
Bei einer kleinen Feldbegehung zeigt Landwirt Willibald Brems auf seinem Acker beim Ziegelhof den Zwiewuchs. Während sich die einen Ähren allmählich gold färben, sind andere noch grün.
Bauer
Eichstätt
Gerade im April trat das Problem besonders zutage. Nach den Wetteraufzeichnungen seit 1881 war es der heißeste April mit geringer Niederschlagsmenge. Mancherorts regnete es kaum. Speziell dieser Monat ist aber für die Landwirtschaft ein entscheidender Wachsmonat. Hinzu kommen noch Unwetter, die den Ertrag weiter mindern.
Diese extremen Wetterzustände machen auch den Landwirten im Landkreis Eichstätt zu schaffen. Hermann Kerler, der lohndrischt, hatte heuer seinen ersten Einsatz in Wasserzell. Der Ertrag an Wintergerste lag dabei weit unter dem eines normalen Jahres. Der Durchschnittswert liegt in dieser Gegend bei 80 bis 85 Doppelzentner pro Hektar. Bei dem ersten Drusch in Wasserzell waren es gerade mal 60 Doppelzentner. Auf seinem eigenen Acker in Schernfeld in der Nähe des Staatsforstes standen Gerste und Raps gut. "Bis Mitte letzter Woche", berichtet er, "da sorgte ein starker Hagel am Waldrand für erheblichen Schaden."
In Stammham ist der Ertrag voraussichtlich ebenfalls unterdurchschnittlich, wie Kreisbäuerin Christa Weber informiert. Dort war beim ersten Mähdrusch der Ertrag bei der Hälfte der erhofften Menge, nur 40 Doppelzentner vom Hektar bekam der Bauer. Die Erklärung Webers ist plausibel: "Bei der Trockenheit im April ist alles zusammengebrannt, die Pflanzen konnten sich nicht gut entwickeln." Noch schlechter, so die Kreisbäuerin, steht das Getreide auf steinigen Böden. Diese konnten das wenige Wasser nicht so halten wie schwere Lehmböden. Sie ist überzeugt: "Bei der niedrigen Ertragslage wird heuer kein Bauer über seinen Hektarertrag Sprüche klopfen."
Ein weiteres Problem bei der Ernte in diesem Jahr ist auf vielen Äckern der "Zwiewuchs", auch "Nachschuss" genannt. Reife Halme stehen neben grünen.

Franz Bauer
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