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Landtagsabgeordnete Claudia Stamm hielt "Spiegelsaalrede" bei Kolpingjugend

Respekt und Anerkennung statt "Toleranz"

Eichstätt
erstellt am 27.09.2015 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:32 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Die Kolpingjugend des Diözesanverbands Eichstätt hatte sich auf ihrer letztjährigen Diözesankonferenz ein neues Schwerpunktthema ausgewählt: Toleranz. Sehr schnell wurde allen klar, dass die Auseinandersetzung und Annäherung an den Begriff schwieriger werden würde als ursprünglich gedacht.
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Eichstätt: Respekt und Anerkennung statt "Toleranz"
Thema Toleranz im Spiegelsaal (von links): Rita Böhm, Vorsitzende des Kolping-Bildungswerks, Andreas Birzer, Vorsitzender des Kolping-Erwachsenen-Bildungswerks, Rebecca Bauer, Diözesanleitung der Kolpingjugend, Claudia Stamm, Eva Erhard, Diözesanvorsitzende des Kolpingwerks, und Domkapitular Stefan Killermann, Diözesanpräses des Kolpingwerks. - Foto: Flieger
Eichstätt

Zu viele Fragen drängen sich auf und zu sehr ging es zunächst um die reine Begriffsklärung. Dies machte Rebecca Bauer von der Diözesanleitung der Kolpingjugend in ihrem Eingangsstatement im Spiegelsaal Residenz in Eichstätt deutlich. Hauptrednerin an diesem Abend war die grüne Landtagsabgeordnete Claudia Stamm.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Kolping-Erwachsenen-Bildungswerks, Andreas Birzer, erklärte Claudia Stamm gleich zu Beginn ihres Vortrags, dass sie selber den Begriff „Toleranz“ nicht verwende, sondern stattdessen mit „Respekt“ und „Anerkennung“ arbeite. Toleranz komme in ihrem Sprachgebrauch nicht vor, da sie sich dem Begriff zunächst einmal nur semantisch nähere und er ihr so gesehen zu schwach sei.

Erst wenn Toleranz mehr sei als bloße Duldung, nämlich Respekt, erst dann enthalte Toleranz ein Ja zur Freiheit – auch zur Freiheit des anderen. Und dies sei das entscheidende Kriterium eines friedlichen Zusammenlebens.

Claudia Stamm betonte, dass Toleranz Gefahr laufe, relativierend zu wirken, und kein wirkliches Interesse an dem anderen voraussetze. Sie warb für eine ehrliche Streitkultur, diese basiere im besten Fall auf Neugier und Interesse an dem anderen. Ein fundierter und begründeter eigener Standpunkt schütze davor, Positionen und Meinungen einfach nur hinzunehmen und passiv zu ertragen.

Da Claudia Stamm wenige Tage nach ihrem Besuch in Eichstätt an die kroatische Grenze reist, um dort die Flüchtlinge zu versorgen, übergab Andreas Birzer im Namen des Kolping-Erwachsenen-Bildungswerks Eichstätt eine Spende in Höhe von 250 Euro.

Eichstaetter Kurier
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