Mittwoch, 12. Dezember 2018
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Carla Neis hat den Jahresdruck der Lithografie-Werkstatt erstellt

Künstlerin der leisen Töne

Eichstätt
erstellt am 06.12.2011 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:58 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) „Ein verborgener, aber dennoch begehbarer Ort, in Eichstätt gelegen.“ Mit solch geheimnisvollen Worten führte Li Portenlänger in ein Projekt ein, welches im Umfeld der örtlichen Lithografie-Werkstatt den Eichstätter Dezember künstlerisch gestalten wird.
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Verschiedene Veranstaltungen stellen dabei den „Verborgenen Garten“ des Cobenzl-Schlösschens in den Mittelpunkt. Dieser ist am Hang über der Bundesstraße 13 gelegen und war einstmals der Park eines einflussreichen Mannes: Johann Ludwig Carl Graf Cobenzl, Dompropst und Illuminat. Zum Auftakt wurde nun eine Ausstellung mit Arbeiten der Schweizer Künstlerin Carla Neis im Grafischen Kabinett der Litho-Werkstatt eröffnet. Neis war bereits mehrmals in verschiedenen Eichstätter Galerien vertreten und hat heuer nicht nur den Jahresdruck der Litho-Werkstatt gestaltet, sondern auch Arbeiten für eine bibliophile Mappe zum „Verborgenen Garten“. Beides wird nun in der Werkstatt gezeigt.

In die Ausstellung führte nach der Begrüßung durch Werkstattleiterin Portenlänger die Philologin Elisabeth Schinagl ein. Sie hat erst im September einen historischen Kriminalroman mit Titel „Francobaldi“ veröffentlicht. Aus diesem liest sie in einer weiteren Veranstaltung zum „Verborgenen Garten“ noch vor, denn er beschäftigt sich ebenfalls mit den Illuminaten.

Schinagl betonte bezüglich der Ausstellung von Carla Neis den organischen Charakter von deren Arbeiten. Sie sei eine „Künstlerin der leisen Töne“ und lasse viel Spielraum für Interpretationen. Das zeige sich auch in den acht Monotypien mit Titel „Grisaille“, welche durchgehend in Grautönen gedruckt sind. Thematisch hat die studierte Biologin Neis dort – inspiriert vom „Verborgenen Garten“ – „fiktive“ Pflanzen porträtiert, eine Art „Ahnengalerie des Lebens“, so Schinagl. Die Fragilität der Bilder spiegele sich auch im benutzten Medium. Das handgeschöpfte Nepalpapier lasse die Pflanzenfasern sichtbar bleiben. „Also jedes Blatt ein Unikat“, lobte Schinagl.

Entstanden sind Bilder von starker meditativer Qualität, was sich über den aktuellen Jahresdruck von Carla Neis genauso sagen lässt. Dieser ist wie jedes Jahr auf Eichstätt und seine Umgebung bezogen. Neis kombiniert dabei Pflanzenblätter, die sie im ehemaligen Cobenzl-Garten gesammelt hat, mit einem Zitat aus der früheren Klosterkirche Notre Dame („hac itur ad astra“). Der Jahresdruck ist in der Werkstatt erhältlich.

Die Ausstellung von Carla Neis in der Lithografie-Werkstatt, Gabrielibau Pfahlstraße 25, ist geöffnet bis zum 24. Dezember jeweils mittwochs, donnerstags und freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr.

Von Michael Kleinherne
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