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Landrat sagt Unterstützung zu - Erfahrungsaustausch an der Berufsfachschule für Altenpflege

Gemeinsam gegen den Pflegenotstand

Eichstätt
erstellt am 14.03.2018 um 16:45 Uhr
aktualisiert am 18.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Führungskräfte von Altenpflegeeinrichtungen der Region Eichstätt waren der Einladung der Berufsfachschule für Altenpflege der Hans-Weinberger-Akademie der AWO (HWA) in Eichstätt gefolgt, um gemeinsam mit Landrat Anton Knapp, der Schulleitung und Vertreterinnen der Arbeitsagentur Ingolstadt Möglichkeiten der Schüler- und Personalgewinnung zu erarbeiten.
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Alle Akteure an einem Tisch: Anja Schlippes und Maren Siegl von der Arbeitsagentur Ingolstadt, Petra Lietzau-Klein, Schulentwicklerin der HWA, Isabel Kalberlah und Dietmar Lorenz, Schulleitung der Eichstätter Altenpflegeschule, Mona Frommelt, Vorstandsvorsitzende der HWA, und der Eichstätter Landrat Anton Knapp (von links).
Alle Akteure an einem Tisch: Anja Schlippes und Maren Siegl von der Arbeitsagentur Ingolstadt, Petra Lietzau-Klein, Schulentwicklerin der HWA, Isabel Kalberlah und Dietmar Lorenz, Schulleitung der Eichstätter Altenpflegeschule, Mona Frommelt, Vorstandsvorsitzende der HWA, und der Eichstätter Landrat Anton Knapp (von links).
Scholz
Eichstätt

 

"Ihr zahlreiches Erscheinen beweist, dass es Ihnen ein berechtigtes Anliegen ist, gemeinsame Wege aus dem Pflegenotstand zu finden", begrüßt Anton Knapp die knapp 20 Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen. Auch die Eichstätter Region sei vor dem demografischen Wandel und damit der Zunahme an pflegebedürftigen Senioren nicht gefeit. Der Landkreis wirke hier unterstützend, wo es in seiner Macht stehe. "Wir müssen alle Anstrengungen nutzen, um für die Zukunft gerüstet zu sein", so Knapp.

"Nachlassende Schülerzahlen gehen uns alle an", betonte Mona Frommelt, Vorstandsvorsitzende der HWA. Wenn zu wenig ausgebildet werden kann, fehlen später Fachkräfte. Die Ursachen, weshalb sich immer weniger Menschen - junge und ältere - für die Altenpflege ausbilden lassen, seien vielfältig. Das Image des Berufes sei immer noch schlechter, als es der Realität entspreche, die Wirtschaft floriere und die Industrie könne höhere Löhne bezahlen. Aber auch mit der Krankenpflege stehe man in der Konkurrenz, so Frommelt. Hier herrsche mittlerweile ein Wettkampf um gute Kräfte.

Die beschlossene Zusammenlegung der drei Pflegeberufe in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege, bekannt als generalistische Ausbildung, würde die Situation noch verschärfen. Im Jahr 2017 von der Regierung beschlossen, werden Nachwuchskräfte ab 2020 mit der reformierten Ausbildung beginnen. Nach einer zweijährigen Ausbildung mit einheitlichem Lehrplan können die Azubis im dritten Jahr die generalistische Laufbahn verfolgen und den Abschluss als Pflegefachmann/Pflegefachfrau erwerben oder sich für den Kinder- oder Altenpflegeweg spezialisieren. Wie viele Schüler sich jedoch dann für den Altenpflegeabschluss entscheiden werden, ist völlig offen.

Ganz gezielt wurde von den Einrichtungsleitungen die Gruppe der Quereinsteiger genannt, die eine wertvolle Ressource für den Pflegeberuf bilden und sich als höchst motiviert und leistungsstark herausgestellt haben. Wenn die Ausbildung nicht auf herkömmlichem Weg finanziert werden kann, kann auf verschiedene Fördermöglichkeiten zurückgegriffen werden. Anja Schlippes und Maren Siegl von der Ingolstädter Arbeitsagentur vertreten dort die Weiterbildungsinitiative WeGebAU (Abkürzung für Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen). Die Förderung der beruflichen Qualifizierung für geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer in Unternehmen komme Mitarbeitern zugute, die eine Teilqualifikation erwerben oder fehlende Berufsabschlüsse nachholen möchten, so Schlippes.

EK
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