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Bein "InterKulturOpenAir" an der Uni beteiligten sich heuer auch junge Flüchtlinge

Gemeinsam an etwas arbeiten

Eichstätt
erstellt am 14.06.2015 um 18:26 Uhr
aktualisiert am 14.02.2018 um 16:16 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) „InterKulturOpenAir“ – unter diesem Motto stand das diesjährige Kultur-Open-Air der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Das Besondere: Auch Flüchtlinge aus Eichstätt und Umgebung wurden in die Gestaltung des Festivals mit einbezogen.
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Eichstätt: Gemeinsam an etwas arbeiten
Foto: Lena Maria Weber
Eichstätt

Von nicaraguanischen Straßenkünstler das Jonglieren mit Kegeln lernen, auf der Slackline zwischen Bäumen balancieren oder Graffiti auf Steinplatten sprühen. Das interkulturelle Festival hat seinen Gästen einiges geboten.

Organisiert wurde das Festival vom Kulturreferat des Studentischen Konvents erstmals in Zusammenarbeit mit der Initiative TUN.Starthilfe für Flüchtlinge, den Vereinen Muke e. V. und Joke.e. V. sowie der Projektgruppe „Refugium“. Letztere besteht aus einer kleinen Gruppe von Privatpersonen aus dem Eichstätter Kunst- und Kulturbereich, die sich mit einer Reihe von Veranstaltungen zum Ziel gesetzt hat, Flüchtlinge und Deutsche zusammenzubringen. Asylbewerber und Deutsche sollen sich dabei nicht nur näher kennenlernen, sondern auch gemeinsam an etwas arbeiten.

Bei dem Festival der Universität sind die Flüchtlinge so unter anderem am Essensstand der TUN.Starthilfe beim Kochen und Verkaufen beteiligt. Auch bei verschiedenen Workshops können sie sich einbringen. In der Kunstausstellung „Rahmenlos – Flucht auf dem Papier“ im Kollegiengebäude der Universität präsentieren die Flüchtlinge zudem Bilder, die sie bei verschiedenen Kunstprojekten erstellt haben (Bericht folgt).

Zu dem Open-Air waren nicht nur Asylbewerber aus der Stadt selbst, sondern auch aus Wellheim, Kösching und Rupertsbuch gekommen. Ehrenamtliche haben für die Flüchtlinge extra Fahrdienste organisiert.

Neben den Flüchtlingen haben vor allem die studentischen Fachschaften das Festival mit ihren Ständen geprägt. Kulturelle Vielfalt im Essensbereich war etwa bei dem Chili-Stand der Kunstpädagogik oder dem Früchtestand der Politikwissenschaft geboten. Die Anglistik-Studierenden haben zudem amerikanische Pancakes verkauft, bei den Französisch-Studenten gab es Crêpes.

Am Töpferstand hatten vor allem die Kinder ihren Spaß. Ganz abenteuerliche Gestalten sind dort entstanden. An einem anderen Stand konnte man T-Shirts im Siebdruckverfahren mit dem „Refugium“-Logo bedrucken.

Auf zwei Bühnen heizten acht Bands den Gästen ein. Die Studentenband Reynard & The Ravens sorgte mit ihrer Mischung aus Blues und Rock für Stimmung, Hip-Hop gab es bei WudA. Die Musikerin Graziella hat eine spontane Session mit Nasir Azis aus Afghanistan aufs Parkett gelegt.

Ein Höhepunkt des Festivals war sicherlich das Straßentheater aus dem mittelamerikanischen Nicaragua. Das Stück, das neben großem Minenspiel der jungen Akteure auch Akrobatik und Jonglage beinhaltete, hat das Leben eines Straßenverkäufers in Nicaragua beleuchtet. Mehrmals wird er zusammengeschlagen und ausgeraubt, nicht nur von Verbrecherbanden, sondern auch von der Polizei. Ein Straßenkünstler hilft ihm schließlich wieder auf die Beine und lehrt ihn das Jonglieren.

Eine fulminante Feuerschau bildete den Abschluss des Festes.

Von Lena Weber
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