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Unternehmenskultur Thema der "Eichstätter Gespräche. Kirche Wirtschaft Wissenschaft" an der Uni

Führung mit Vorbildcharakter

Eichstätt
erstellt am 01.12.2017 um 19:33 Uhr
aktualisiert am 04.12.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (upd) Die Katholische Soziallehre sieht den Menschen als Person, der "Ursprung, Träger und Ziel aller gesellschaftlichen Institutionen" ist. Wie lässt sich das in Unternehmen verwirklichen? Was macht eine Unternehmenskultur aus, in der sich die Menschen mit ihren Talenten entfalten können, innovativ und nachhaltig leistungsfähig sind? Diesen Fragen geht die achte Auflage der "Eichstätter Gespräche.
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Eichstätt: Führung mit Vorbildcharakter
Auf dem Podium: IHK-Präsident Eberhard Sasse, Professorin Sonja Sackmann (Universität der Bundeswehr), Moderator Ulrich Bartosch und BKU-Präsident Ulrich Hemel (von links). ‹Œ - Foto: Schulte Strathaus/upd
Eichstätt

Kirche - Wirtschaft - Wissenschaft" nach, die der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) gemeinsam ausrichten. Zum Auftakt diskutierten in der Aula der KU die Arbeits- und Organisationspsychologin Professorin Sonja Sackmann, Dr. Eberhard Sasse (Präsident der IHK München und Oberbayern) und BKU-Präsident Professor Ulrich Hemel zum Thema "Wirtschaft kultivieren". In ihrem Impulsvortrag definierte Professorin Sackmann grundlegende Merkmale einer menschengerechten Unternehmenskultur, die unternehmerische Ziele mit menschlichen Bedürfnissen kombiniere. Zu letzteren gehörten unter anderem Sicherheit, der Wunsch nach Wertschätzung und Anerkennung, die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten einsetzen und weiterentwickeln zu können, sowie die Sinnhaftigkeit der Arbeit. Zudem bedürfe es einer Führung mit Vorbildcharakter: "Taten sprechen lauter als Worte", so Sackmann.

Auch BKU-Präsident Hemel unterstrich, dass die bloße Proklamation von Sinn und Werten nicht ausreiche. Integrität sei eine Brücke zur Balance von ethischen und wirtschaftlichen Zielen. "Beim Wirtschaften geht es um den gesamten Menschen", betonte er. Als Ideal beschrieb Hemel den Grundsatz "So sein dürfen, wie man will, mitwirken sollen, so weit man kann". Das christliche Verständnis vom Menschen biete hierbei einen großen Schatz für Unternehmen.

Der Präsident der IHK München und Oberbayern, Dr. Eberhard Sasse, griff in seinem Beitrag das Bild des ehrbaren Kaufmanns auf, der auf Treu und Glauben verhandele. Bis sich in jüngster Zeit "die dunkle Seite des Wirtschaftens" gezeigt habe, sei diese Tradition lange belächelt worden. Das Image von Unternehmern sei in der Öffentlichkeit beschädigt. "Es genügt nicht, wenn wir den ehrbaren Kaufmann in einer Monstranz vor uns hertragen. Verantwortungsvolles Wirtschaften ist eine Haltung, die einen großen Mehrwert in sich birgt", so Sasse. Ethik erfolge jedoch nicht zum Nulltarif - beispielsweise bezogen auf die angemessene Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In der abschließenden Diskussion thematisierten Sackmann, Sasse und Hemel unter anderem die Haltung von Unternehmen zu Bestechlichkeit und Korruption. BKU-Präsident Hemel berichtete von einer Studie, die in verschiedenen Ländern das Vertrauen in Mitmenschen auf die Wirtschaftskraft bezog. Das Ergebnis der Untersuchung: In Staaten mit hoher Wirtschaftskraft herrschen großes Vertrauen und geringe Korruption vor. "Auf lange Sicht ist Korruption Gift für jede Wirtschaft", unterstrich auch IHK-Präsident Sasse.

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