Donnerstag, 21. Juni 2018
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Nicht nur ab Hof, auch in der Stadt kann man Produkte der Direktvermarkter kaufen

Haltbares aus dem Altmühltal

Eichstätt
erstellt am 13.03.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) "Die Dima ist prima" hieß es in Eichstätt früher - und tatsächlich finde ich in dem Supermarkt, der einmal diesen Namen trug, den nächsten Tipp für meinen Vorsatz, mich regionaler zu ernähren.
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Eichstätt: Haltbares aus dem Altmühltal
Foto: Katrin Strasser
Eichstätt

Der Besuch auf dem Wochenmarkt ist bereits eine liebgewonnene Routine geworden, seit Ende Januar bereichert Wintergemüse aus der Region oft und gut unseren Speiseplan. Mein Mann und Lieblingskoch stellt sich mit Bravour der Herausforderung, auch aus bislang eher ungewohnten Zutaten das Abendessen zuzubereiten. Hin und wieder gönnen wir uns allerdings eine kleine Sünde, etwa in Form von Biopaprika oder Orangen aus südlicheren Gefilden - man will ja nicht päpstlicher sein als der Papst.

Für den Familienbedarf steht trotzdem nach wie vor samstags die Fahrt zum Supermarkt auf dem Programm. Neulich fiel mein Blick während des Einkaufs auf ein Schild mit dem Slogan "Zuhause ist, wer Altmühltaler isst" - und das Regal mit den Eiernudeln der Altmühltaler Teigwaren GmbH aus Thalmässing. Bislang ergänzten Nudeln aus Italien gerne unser regionales Gemüse, nicht gerade ideal, was die Vorsatzkonsequenzbilanz angeht. Dankbar nahm ich also ein paar Päckchen und die Anregung mit nach Hause, sich auch zum Auffüllen der haltbaren Vorräte nach regionalen Alternativen umzuschauen.

Fündig werde ich in direkter Nachbarschaft der Redaktion - im "Genuss-Eck" an der Einmündung der Herzoggasse in die Pfahlstraße. André Ryznar betreibt seit einem Jahr das kleine Geschäft, das neben Tee und Feinkost auch eine Auswahl haltbarer regionaler Lebensmittel anbietet. In zwei großen Regalen steht zum Beispiel "Altmühltaler Kürbiskernöl" - die Kürbisse werden im Naturpark Altmühltal angebaut und in Wellheim nach steirischer Art gepresst. Aus den Kürbiskernen macht der Anbieter außerdem Knabberkerne in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Selbst angebautes Obst und Gemüse verarbeitet Rosi Bernecker in Eberswang zu Marmelade und Gelee beziehungsweise zu Soßen oder Saft, auch dieses Sortiment hat Ryznar im Angebot. Außerdem Salz, Pfeffer und Zucker, die Kräuterpädagogin Brigitte Zinsmeister in Böhmfeld mit heimischen Gewürzen und Kräutern verfeinert. Essig, Sirup und Chutneys, die mit Zutaten aus der Region von Direktvermarktern in der Region produziert werden, sowie Brände und Schnäpse vom Stürhof in Titting bekommt man ebenfalls im Genuss-Eck.

Viele dieser Produkte tragen einen Aufkleber mit dem Logo des Naturparks Altmühltal. Was es damit auf sich hat, erklärt mir Margot Kropac vom Informationszentrum Naturpark Altmühltal: "Daran erkennt man unsere Partnerprodukte. Wer das Logo nutzen will, muss nachweisen können, dass mindestens 80 Prozent der Rohstoffe aus dem Naturpark Altmühltal stammen." Daher könnten von den Altmühltaler Teigwaren auch lediglich die Bio-Emmernudeln das Logo tragen - der darin verarbeitete Emmer wächst tatsächlich in der Region. Wieder was gelernt, denke ich, und nehme mir vor, das nächste Mal vor dem Kauf und nicht erst danach Bezeichnungen wie "Altmühltaler" oder "aus der Region" zu hinterfragen.

Margot Kropac empfiehlt mir die Broschüre "Köstliches vom Lande", die Direktvermarkter aus dem Landkreis Eichstätt vorstellt. Garantiert aus der Region stammt, so lese ich darin, das Getreide, das die einzige noch vollbetriebene Mehlmühle im Landkreis, die Hainmühle in Morsbach, vermahlt - Roggen, Weizen und Dinkel. Nicht nur im Mühlenladen in Morsbach, sondern unter anderem auch in der Bäckerei Liepold in Eichstätt bekommt man das Mehl sowie Getreideprodukte wie Dinkelnudeln, Cracker oder Müsli von der Hainmühle.

Eine kleine Auswahl der in der Broschüre vorgestellten Produkte wird in der Eichstätter Tourist-Information und im Informationszentrum Naturpark Altmühltal verkauft - und ich erkenne unter den Anbietern einige, die auch das Genuss-Eck im Programm hat. Noch einen Schritt weiter werde man, so Margot Kropac, demnächst mit der "Naturpark-Edition" gehen - die Produkte, die dort aufgenommen werden, müssen zusätzlich zum Herkunftsnachweis naturnah produziert werden und einen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft des Naturparks Altmühltal leisten. Daher bestehe die Edition, die beim Markentag des Naturparks am 25. April in Beilngries vorgestellt wird, auch erst aus fünf Produkten: zwei Sorten Ziegenkäse, Wacholderlikör, Honig aus biologischer Bienenhaltung und Saft aus Äpfeln von Streuobstwiesen.

Von Katrin Straßer
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