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Gast in der Lithographie-Werkstatt Manfred Jaletzky stellt ab Samstag aus

Dreieck, Kreis und Quadrat

Eichstätt
erstellt am 29.06.2016 um 18:48 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:38 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) "Meister der Zwischenformen" - so wird der Künstler Manfred Jaletzky in Expertenkreisen gerne genannt. Der Oberhaunstädter Lithograph und Skulpturist arbeitet derzeit an der Lithographie-Presse von Li Portenlänger und bereitet dort seine Ausstellung von lithographischen Kunstwerken vor.
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Eichstätt: Dreieck, Kreis und Quadrat
Manfred Jaletzky arbeitet bei Li Portenlänger derzeit in der Lithographie-Werkstatt. - Foto: Kusche
Eichstätt

Quadrate, Kreise, Dreiecke haben es ihm angetan. Doch es sind vor allem die Formen "dazwischen", die die künstlerischen Arbeiten von Manfred Jaletzky prägen: Da verbinden sich geometrische Figuren mit freihändig gezogenen Linien; labyrinthartig greifen Linien auf die Bildfläche aus und begrenzen dabei Flächen. Dreiecke überschneiden sich - scheinbar geplant und errechnet, um neue Formen wie Rechtecke oder Quadrate zu erzeugen.

Eine einzige handgezogene Linie kann dem Bild dann aber schon eine - im Gegensatz zur strengen formal-geometrischen Form - weiche harmonische Ausstrahlung geben. Manfred Jaletzky lässt sich nicht in eine einzige Kunstströmung hineindrängen, denn als "Meister der Zwischenformen", wie ihn die Ingolstädter Kunstexpertin Isabella Kreim treffend bezeichnet, widmet er sich "Figuren jenseits der Figuration, Konstruktionen jenseits des Konstruktivismus, geometrischen Strukturen ohne dem Diktat mathematischer Exaktheit, Spontaneität jenseits der Formlosigkeit".

Zwar setzt Jaletzky, der seine eigene Atelierwerkstatt in Oberhaunstadt besitzt, seine Form-Kunstwerke auch in Holzreliefs und Skulpturen um, doch seine wahre Leidenschaft gilt der Lithographie. In seiner Litho-Werkstatt in einem Nebengebäude seines Elternhauses arbeitet er mit einer Reiber-Handpresse aus den 1930er- Jahren und einem 90 Kilogramm schweren Solnhofener Kalkschieferstein als Druckplatte.

"Ich finde seine Motive und seine künstlerische Position sehr interessant. Es ist für mich eine wichtige Form der Gegenwartslithographie", betont Li Portenlänger, die ihrem Gast neben der gemeinsamen Arbeit in ihrer Lithographie-Werkstatt auch wieder ein umfangreiches Ausflugsprogramm in die Steinbrüche von Solnhofen und zum Steinbetrieb am Maxberg, begleitet von Naturwissenschaftsexperte Günther Viohl, bietet.

Für die Ausstellung arbeiten Portenlänger und Jaletzky gerade an einem "Triptychon", drei zusammengehörigen Lithographie-Werken. Gemäß der Vorlage wird die Zeichnung auf den Litho-Stein übertragen, dann die einzelnen Farbpartien auf dem Stein vorbereitet. Jede Farbe muss nach der aufwendigen Präparation der Druckplatte einzeln gedruckt werden; jeder Handabdruck unterscheidet sich ein klein wenig, so dass einzigartige Werke entstehen. Der sieben Jahre als Kirchenmaler tätige Künstler greift bei seinen Arbeiten gerne auf gedeckte Farben zurück. Er besuchte während dieser Zeit gleichzeitig die Zeichen- und Malschule "Die Form" in München und studierte ab 1969 an der Münchner Kunstakademie, schließlich als Meisterschüler von Gunter Fruhtrunk, der die Abstraktion und den Konstruktivismus verinnerlichte. Hier schloss er 1975 mit dem Diplom ab. Seither lebt und arbeitet Jaletzky eher zurückgezogen vom Kunstbetrieb, wirkt aber seit 1989 regelmäßig an Ausstellungen des Galeristen Fritz Dettenhofer, Inhaber der "galerie 13" in Freising, mit.

Die Ausstellung von Manfred Jaletzky wird am Samstag, 2. Juli, um 19 Uhr in der Lithographie-Werkstatt in der Pfahlstraße 25 eröffnet. Die Finissage findet im Rahmen der Eichstätter Kulturtage am Sonntag, 17. Juli, 16 Uhr statt. Die Ausstellung ist jeweils Mittwoch bis Freitag von 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Von Dagmar Kusche
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