Dienstag, 11. Dezember 2018
Lade Login-Box.

Nicolaus von Leuchtenberg feierte im Kreis von Familie und Freunden seinen 80. Geburtstag in Eichstätt

Am Fürstensitz der Urahnen

Eichstätt
erstellt am 16.10.2013 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:15 Uhr | x gelesen
Eichstätt (swt) Am Fürstensitz seiner Urahnen hat Nicolaus von Leuchtenberg seinen 80. Geburtstag gefeiert. Mit dabei waren Verwandte, Schul- und Jugendfreunde sowie Personen, die dem Hause Leuchtenberg nahe stehen.
Textgröße
Drucken
Eichstätt: Am Fürstensitz der Urahnen
Am Fürstensitz seiner Urahnen: Nicolaus von Leuchtenberg mit seiner Lebensgefährtin Carla Michel am Amtssitz von Eichstätts Landrat Anton Knapp, der ehemals fürstbischöflichen Residenz - Foto: Schönwetter
Eichstätt
Über den genauen Ablauf hatte ihn seine Lebensgefährtin Carla Michel, bekannt als ehemalige Schlagersängerin Carla Lodders, nicht eingeweiht, sodass er nachmittags vor der Sommerresidenz eine Überraschung erlebte, als er von der Gratulantenschar mit einem Geburtstagslied begrüßt wurde. Nach der Besichtigung der Sommerresidenz und des Hofgartens, wo heute noch Bäume aus der Leuchtenbergzeit stehen, ging es zur Residenz. Dort erwartete Landrat Anton Knapp die Gäste. In der ehemals fürstbischöflichen Residenz beeindruckten besonders die Zimmer mit den französischen Tapeten, die Herzog Eugen von Leuchtenberg einst hatte anbringen lassen.

Im Anschluss traf man sich zum Sektempfang und Abendessen im Gasthof Krone. Oberbürgermeister Andreas Steppberger beglückwünschte das Geburtstagskind und übergab ein Präsent der Stadt. Er versicherte, dass die Möbel aus der Leuchtenbergzeit, die einst das OB-Zimmer geziert hatten, sicher aufbewahrt würden und in einem geplanten Stadtmuseum ihren Platz finden würden. Josef Schönwetter überbrachte Grüße und Geschenke von auswärtigen Gratulanten und präsentierte die eigens hergestellte Jubiläumsmedaille. Am Abend überraschte der Nachtwächter Rudi Hager mit seinem Besuch und führte durch die Stadt. Die Feier klang schließlich, musikalisch umrahmt von Emanuel Goldstein, zu später Stunde aus.

Die Ahnentafel:

n Der Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater von Nicolaus von Leuchtenberg, Alexander Vicomte de Beauharnais, war ein französischer Adeliger, kurzzeitig Präsident der Nationalversammlung und Oberbefehlshaber der Rheinarmee. Nach seiner Enthauptung lernte seine Witwe Josephine Napoleon kennen. Er heiratete sie und erhob sie zur Kaiserin der Franzosen.

n Der andere Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater war Max Joseph, erster König von Bayern. Die Verehelichung seiner Tochter Auguste Amalie mit Napoleons Stiefsohn Eugen war eine Voraussetzung für die Errichtung des Königreichs Bayerns.

n Ur-Ur-Ur-Großvater Eugen de Beauharnais war unter Napoleon Vizekönig von Italien. Nach dessen Niedergang flüchtete er nach Bayern und wurde Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt.

n Weiterer Ur-Ur-Ur-Großvater war der russische Zar Nikolaus I. aufgrund der Heirat seiner Tochter Maria mit Maximilian, dem dritten Herzog von Leuchtenberg. Dieser ist somit Nicolaus’ Ur-Ur-Großvater und lebte mit seiner Familie in St. Petersburg. Unter ihm wurde das Naturalienkabinett wesentlich erweitert.

n Urgroßvater Nikolaus war Wissenschaftler und erwarb sich große Verdienste um den russischen Bergbau. Er lebte mit seiner Frau Nadeschda zeitweise in den bayerischen Besitzungen Seeon und Stein an der Traun.

n Großvater Nikolaus und Großonkel Georg zog es nach dem Militärdienst im Ersten Weltkrieg zurück nach Seeon. Georg blieb dort und Nikolaus siedelte nach Südfrankreich über und bewirtschaftete das Weingut Château de Ruth. Dort kann man heute noch einen Rotwein der Marke Nicolas de Beauharnais kaufen.

n Vater Nikolaus zog es nach München, um Musik zu studieren. Er gründete einen Donkosaken-Chor, der große Erfolge erzielte. Auf drei Schellackschallplatten kann man die Lieder heute noch genießen.

An die für Eichstätt nicht immer einfache Zeit erinnern heute unter anderem noch die Leuchtenbergstraße, die Dom-Augusto-Stiftung, deren Erträge heute noch dem Heilig-Geist-Spital zugutekommen, die drei Tafeln in den „Anlagen“ südöstlich der Stadt, die prächtigen Zimmer in der Residenz mit den französischen Tapeten und das eiserne Wappen am Rathausbalkon.

Zu den Gästen der Geburtstagsfeier zählten: Leonhilde Gräfin von Kuenburg, geb. Enzenberg (direkte Nachfahrin), und ihr Ehemann Christoph. Sie reisten aus Salzburg an. Leonhilde Gräfin von Kuenburg ist eine direkte Leuchtenberg-Nachfahrin aus der Ehe von Theodolinde Leuchtenberg und Wilhelm Graf von Württemberg und Urach. Weiter dabei waren Zoia Belyakova aus St. Petersburg (Historikerin mit dem Schwerpunkt Romanov und Leuchtenberg), Armin Schroll aus München (Napoleonexperte mit Hauptinteresse für Auguste Amalie, der Frau Eugen Beauharnais) und Karl Hormann aus Massachusetts (USA).

Von Josef Schönwetter
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!