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Aufschwung und Niedergang

erstellt am 21.07.2008 um 19:25 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:39 Uhr | x gelesen
Mörnsheim (mi) Zu einem "Tag des Steinbruchs" lud das Gremium des Bergrats unter Vorsitz von Bürgermeister Richard Mittl die Mitglieder der Hartbruchinteressengemeinschaft in den Hartbruch ein.
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Bei der Ehrung: Bergrat Joachim Stößl, Kassenverwalterin Rosmarie Zehndbauer, Bergrat Ignaz Henle, der scheidende Kassier Alfred Hanrieder, Bergratsvorsitzender Richard Mittl, Bergrat Martin Händler und Erwin Hanrieder. - Foto: mi
Dieses Versprechen stammt aus der Jahresversammlung der Steinbruchrechtler des Vorjahres, damit die Mitglieder die Dimensionen, die Arbeitsweise und Ausbeute der Solnhofer Platten im Hartbruch persönlich kennen lernen können.

Mittel begrüßte die rund 40 Teilnehmer und ging vorab auf die Geschichte der Verwendung der Solnhofer Platten im Wohnungsbau und der Lithografiesteine im Druckverfahren ein. Bereits die Römer verwendeten im 1. und 2. Jahrhundert bei der Auspflasterung eines Bodens in Theilenhofen bei Weißenburg die Solnhofer Platten, die sich auch in der Hagia Sofia in Istanbul befinden. Eine erste Steinbruchordnung wurde im Jahre 1674 durch Fürstbischof Marquard Schenck von Castell erlassen.

Großen Aufschwung erfuhr die Branche mit der Erfindung der Lithografie durch Alois Senefelder im Jahre 1796. Dies verschaffte der Solnhofer Industrie eine ungeahnte Weltmonopolstellung. Der Abbau von Lithografiesteinen erfolgte erstmals im Horstberg bei Mörnsheim ab dem Jahre 1668, die Ausbeute im Mörnsheimer Hummelberg erfolgte ab 1881, und im Hartbruch wurde erstmals im Jahre 1853 gebrochen. Zuletzt erfolgte der Abbau seit dem Jahre 1984 in der heutigen Grube; ein neuer Abraum mit Überraum hat bereits begonnen.

Der Vorsitzende erinnerte, dass in den Jahren 1984 bis Ende der 1990er Jahre bis zu 22 Hackstockmeister beschäftigt gewesen seien. Aufgrund der konjunkturellen Absatzschwierigkeiten wurden ab dem Jahre 2000 immer mehr Hackstockmeister reduziert, sodass noch heute vier bis sechs Hackstockmeister eingesetzt sind.

Das Ausbeuterecht in der heutigen Grube besitzen drei Abnehmerfirmen, die die Rohware in ihren Betrieben weiter verarbeiten.

Richard Mittl informierte, dass sich hinter dem Neuen Hartbruch die Umrissteile befinden, die bis zur Straßen zum Solenhofener Aktienverein reichen. Diese sind entgegengesetzt zum Hartbruch nummeriert und beginnen im Osten mit dem Teil 0 und enden im Westen mit Nummer 57.

Im Anschluss an die Historie und die Ausbeuterechte führte Bergrat Erwin Hanrieder die Besucher in den neuen Hartbruch. Danach zeigte Bergrat und Hackstockmeister Joachim Stößl die beschwerliche Tätigkeit, wie noch heute per Hand mit den besonderen Steinbruchwerkzeugen gearbeitet wird. Beide Experten stellten dar, welche Formate, Größen und Oberflächen es gibt und wie diese schon im Bruch für die Betriebe vorbereitet werden müssen. Mit einer Brotzeit und der Verabschiedung des langjährigen Kassiers Alfred Hanrieder wurde das für die Besucher interessante Nachmittagsprogramm beendet. Hanrieder erhielt für seine 19-jährige Tätigkeit als Kassenverwalter, die er zuverlässig und umsichtig ausführte, einem versteinerten Fisch, genannt Tharsis Dubius.

Von Richard Mittl
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