Samstag, 19. Januar 2019
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Der Arbeitskreis Schernfelder Flur restauriert Flurdenkmäler - vier sind geschafft, acht weitere geplant

Alte Kreuze in neuem Glanz

Schernfeld
erstellt am 10.01.2019 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 13.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schernfeld (EK) Vom Sommer bis Herbst des vergangenen Jahres restaurierten die Mitarbeiter des Arbeitskreises Schernfelder Flur vier Kreuze. Nun erstrahlen sie in neuem Glanz: das Missions- und das Flurbereinigungskreuz, das Kuwall- und das Loh-Kreuz.
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Die restaurierten Kreuze von Schernfeld: (von links nach rechts) Loh-Kreuz Wünsche-Mitterecker, Kuwall-Kreuz, Missionskreuz/Friedhof und das Flurbereinigungskreuz.
Die restaurierten Kreuze von Schernfeld: (von links nach rechts) Loh-Kreuz Wünsche-Mitterecker, Kuwall-Kreuz, Missionskreuz/Friedhof und das Flurbereinigungskreuz.
Bauer
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Zwei Holzkreuze galt es zu erneuern: Um das Schönauer Flurbereinigungskreuz zu restaurieren, schloss sich Franz Kerler aus Schönau dem Arbeitskreis an. Das Kreuz, das 1981 von der Flurbereinigungsdirektion errichtet wurde, steht nun wieder an seinem angestammten Platz. Das Missionskreuz des Schernfelder Friedhofs schuf im Jahr 1951 der Bildhauer Eduard Graf, der damals in Beilngries wohnte. Jetzt erstrahlt es wieder in neuem Glanz.

Parallel zu den Holzkreuzen wurden auch zwei Eisenkreuze gründlich überholt. Das sogenannte Kuwall-Kreuz stammt aus dem Jahr 1931. Jakob und Franziska Netter hatten es bei ihrem Acker in der Flur "Am Gewend" aufgestellt. Heute gehört das Kreuz ihrem Enkel Andreas Schneider. Das Loh-Kreuz stand ursprünglich auf dem alten Friedhof bei der Kirche. Beim Kirchenneubau im Jahr 1952 musste der Friedhof weichen. Josef Bittl (Jungbauer) brachte das Kreuz in Sicherheit. Er stellte es in der Flur gegenüber dem heutigen Standort des neuen Wasserturms zwischen zwei Feldern auf. 1976, bei der Flurbereinigung, wurde das Kreuz an den Eingang zum "Loh" (Flurname) versetzt.
Ab Februar packen die Helfer des Schernfelder Arbeitskreises wieder an und restaurieren weitere Flurdenkmäler. Acht Objekte nehmen sie in Augenschein. Dazu gehört das Vetter-Kreuz. Es steht an der Alten Schernfelder Straße in der Nähe des Wasserturms. Ursprünglich war das Kreuz für das Figurenfeld in Eichstätt bestimmt. Rupert Vetter kaufte es 1976 dem Bildhauer Alois Wünsche-Mitterecker ab. Zum Vetterkreuz findet jedes Jahr im Herbst eine Fackelprozession statt.
Die Martersäule, auch Pestsäule genannt, hat ihren Platz am Obereichstätter Kirchenweg bei der Schäferei Eichhorn. Sie erinnert an die Pest in den Jahren 1484, 1614 und 1649. Die Bilder der Säule stammen vermutlich aus der Zeit um 1930. Sie beinhalten "BMV" (Beatae Mariae Virginis - selige Jungfrau Maria), "SS" (Sacra Scriptura - Heilige Schrift) und die Heiligen Georg und Johannes Nepomuk. Die Heiligen verweisen auf die Kameradschaften in Schernfeld. 1484 wurde die Bruderschaft St. Georg gegründet und im Jahr 1775 die zum heiligen Johannes Nepomuk. Die Darstellungen werden von Adelheid Graf nach alten Bildvorlagen neu gemalt.
 
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Das Schlicker-Kreuz stellte 1899 die Familie Strobel auf. Emma Bayer (Schlicker) ließ das Kreuz 1994 renovieren.

Ein weiteres Kreuz, das restauriert wird, ist das Semler-Kreuz. Johann Semler hatte es auf dem Anwesen in Sperberslohe gefunden und in der Talstraße gegenüber seinem Grundstück aufgestellt.
 
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Ebenfalls in der Talstraße steht das Hutter-Kreuz. Es war auf dem alten Friedhof das Grabkreuz der Familie Hutter. Die ursprüngliche Tafel mit der Inschrift "Tausend Kreuze wirst du finden, willst du dich dem Kreuz entwinden" ist verschwunden. Sie wird bei der Wiederherstellung durch eine neue ersetzt.

Im Staatswald erinnert das Russen-Kreuz an drei unbekannte Russen, die dort begraben wurden. Es wird ebenfalls repariert. Schließlich stehen noch zwei Kapellen auf dem Plan des Arbeitskreises. Die Marienkapelle neben dem Kindergarten hatten 1991 Maurerlehrlinge auf Initiative des damaligen Berufsschuldirektors Lutz Schlögl errichtet. Sie bedarf nun einer Überholung. Eine aufwendige Arbeit erfordert ebenfalls die Dreifaltigkeitskapelle an der Harthofer Straße. Sie soll im Zuge der Dorferneuerung an anderer Stelle aufgebaut werden.
 
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In Schönau hat Franz Kerler ein weiteres Kreuz in Bearbeitung. Es steht am Ortseingang von Schernfeld kommend und braucht eine gründliche Instandsetzung.

Franz Bauer
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