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Die Wolfsbucher Theaterspieler feiern mit "Lügen haben hübsche Beine" eine umjubelte Premiere

Riesiger Applaus für die Lampenfieberer

Wolfsbuch
erstellt am 12.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 16.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Wolfsbuch (DK) Eine grandiose Premiere hat am Samstag das Wolfsbucher Bauerntheater gefeiert. Die Lampenfieberer konnten mit ihrem heiteren Dreiakter "Lügen haben hübsche Beine € das Publikum wieder restlos überzeugen.
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Wolfsbuch: Riesiger Applaus für die Lampenfieberer
Foto: Anton Patzelt
Wolfsbuch

Die Direktheit der bayerischen Ausdrucksweise, gepaart mit schlagkräftigen Spontanwitzen, eine gehörige Portion Bauernschläue und nicht zuletzt die einmalige Gabe, sich selbst und andere auf den Arm zu nehmen - all das sind hervorstechende Merkmale des Wolfsbucher Bauerntheaters, die beim Publikum so gut ankommen. Jedes Jahr fragen sich die Zuschauer: "Der Höhepunkt ist doch erreicht, kann es denn noch besser werden" Wenn man in die begeisterten Gesichter des Publikums beim Verlassen des Saales blickt, kann es nur eine Antwort geben: Die Lampenfieberer haben sich noch einmal gesteigert.

Die talentierten Laienschauspieler leben ihre Rollen. Aber auch das Ambiente ist nur schwer zu übertreffen. Die Bühne wird stets mit Liebe zum Detail aufgebaut, die Tonanlage ist bis in die hintersten Reihen zu hören und an den Tischen lässt sich gut eine kleine Brotzeit einnehmen. Natürlich muss auch die Wolfsbucher Blaskapelle erwähnt werden, die während der Pausen aufspielt. Eine Augenweide, vor allem für die Damenwelt, ist der von Gerhard Höflmeier gestaltete Tischflyer. Hier zeigen Reinhard Pfaller, Benjamin Karg, Roger Stijns und Karl Voreck, dass sie in Sachen hübsche Beine den Damen in nichts nachstehen.

Der lustige Dreiakter, der dieses Jahr aufgeführt wird, stammt aus der Feder von Josef Brun. Zum Inhalt: Gemüse, Kraut und Obst anbauen - das sind die Aufgaben von Jakob Krauterer (Josef Voreck). Jedoch zählt das Wort Arbeit für ihn zu den Fremdwörtern. Dafür hat er ja seine vier Frauen - Ehegattin Emma (Luise Schweiger) sowie die Töchter Heidi (Steffi Karg), Vreni (Diana Randlkofer) und Nesthäkchen Moni (Christina Randlkofer). Krauterer selbst fängt derweil im nahen Weiher Fische. Jedoch hat dabei nicht nur die Angel einen Haken: Er besitzt keine Lizenz zum Fangen. So kommt es, dass der Schuldenberg schneller wächst als seine Krautköpfe. Und die Apfelbäume werden regelmäßig von Dieben aufgesucht.

Die drei hübschen Töchter hegen einen großen Wunsch - sie möchten sich beim Tanzen vergnügen. Mit reichlich Charme und weiblichen Reizen überzeugen sie ihren Vater. Aber die Mutter hält nicht viel davon. Beim Tanzen könnten die Mädels ja Mannsbilder kennenlernen.

Von ganz besonderer Art sind zwei Personen, die bei den Krauterers ständig ein- und ausgehen - Gerichtsvollzieher Zumbach (Christian Zanner) und Dorfpolizist Möckl (Benjamin Karg). Sie lassen Krauterer aufgrund zahlreicher Zahlungsforderungen und vor allem wegen der Schwarzfischerei nicht aus dem Auge. Dann ist da noch der aufdringliche Nachbar Wettstein (Roger Stijns). Krauterer ist ihm so einiges an Zinsen schuldig geblieben. Wettstein fühlt sich daher berechtigt, ständig Krauterers Gemüse und Obst zu stibitzen. Wettsteins Sohn Toni (Benjamin Karg) - ein liebenswerter, aber etwas zurückgebliebener Bursche - ist durch ein Vermächtnis gezwungen, eine Frau zu suchen. Aber schnell merkt Toni, dass er eigentliche vollkommen ungeeignet für die Ehe ist. Dann taucht auch noch die Hausiererin Fanni (Gabi Petz) auf und versucht, den drei Mädels Duftwässerchen und Nagellack zu verkaufen. Für die Männer hat sie stets neue Hosenträger im Rucksack. Fanni beweist aber auch in so einigen Situationen ihr gutes Herz und hilft Heidi, Vreni und Moni immer wieder aus der Patsche. Und Doktor von Rötel (Karl Voreck) versucht, Licht ins Dunkel zubringen. Letztendlich verstehen es die drei Mädels sogar, das Gesetz auszutricksen. Wie sie dies anstellen, soll noch nicht verraten werden. Schließlich stehen am Freitag, Samstag und Sonntag - jeweils um 19 Uhr - noch drei weitere Aufführungen an.

Dass sich die Bühne "in den Abendstunden" verdunkelt und im richtigen Moment der Gockel kräht, ist auch dann wieder die Aufgabe von Franz Schmidt. Den Damen und Herren die richtige Frisur zu verpassen - darauf versteht sich seit Jahrzehnten Ingrid Pickl. Und dass die Laienschauspieler bei einem kleinen Hänger schnell weiterspielen können, dafür sorgen Simone Braun, Angelika Dürr, Anna Kuffer und Benedikt Stijns abwechselnd im Souffleurkasten.

Von Anton Patzelt
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