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Die Kevenhüller Truppe erhält bei der 125-Jahr-Feier jede Menge Lob

"Feuerwehren pflegen Hilfsbereitschaft"

Kevenhüll
erstellt am 11.06.2018 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 15.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kevenhüll (DK) Geburtstag hat die Feuerwehr Kevenhüll gefeiert. Vor 125 Jahren wurde die vorherige Pflichtfeuerwehr in eine Truppe der Freiwilligen umgewandelt. Heute kann der Verein auf seine 185 Mitglieder stolz sein. Neun Löschgruppen, in denen auch sechs Damen aktiv sind, garantieren die Einsatzbereitschaft. Außerdem ist der Verein ein gesellschaftlicher Anker im Dorf.
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Der Kevenhüller Feuerwehr-Vorsitzende Stefan Koller und Kommandant Harald Biedermann freuten sich, zur Geburtstagsfeier neben dem Beilngrieser Bürgermeister Alexander Anetsberger auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Forster und Kreisbrandmeister Christoph Schermer begrüßen zu dürfen. Auch Vize-Bürgermeister Anton Grad war nach Kevenhüll gekommen. "Als bekennender Oberndorfer ist es ja quasi eine Pflichtaufgabe, teilzunehmen", äußerte sich Grad mit einem Augenzwinkern. Ein besonderer Gruß galt natürlich allen Oberndorfer Feuerwehrkameraden. Die Kevenhüller hatten am 2. Juni 2013 beim Fest zum 150-jährigen Bestehen der Nachbarfeuerwehr die Patenschaft übernommen - die Feuerwehrler um ihren Vorsitzenden Erhard Söllner reisten also als Patenkind an.

Die Feierlichkeiten begannen mit einem Gottesdienst in der festlich geschmückten St.-Ulrichs-Kirche. Pater Prior Godehard Schuster wies zu Beginn der Messe darauf hin, dass Abbildungen des Schutzpatrons der Feuerwehrler, des heiligen Florian, in vielen Gotteshäusern der Umgebung zu finden sind. "Die Menschen wussten, welche Wassernot bei Bränden herrschte, und sie waren daher auf den Schutz Gottes angewiesen", betonte der Plankstettener Geistliche. Die Lesung aus dem Buch Ezechiel trug Feuerwehrkamerad Benjamin Schmidt vor.

In seiner Predigt ging Pater Godehard auf das Gleichnis vom Samenkorn ein, das in die Erde fällt und reichlich Frucht bringt. Dies solle man auch auf das eigenen Leben übertragen. Leider würden viele glauben, dass sie in der Zeit der Hochtechnologie alles selbst steuern können. Er ermunterte derweil zu Geduld und Gottvertrauen. "Auch die Feuerwehren pflegen die Hilfsbereitschaft, die der Herr in sie hinein gelegt hat. Gott und die Wehren haben Dauerbereitschaft. Die Feuerwehr ist unter der Notrufnummer 112 und Gott über das Gebet erreichbar", fuhr der Geistliche fort.

Die Fürbitten brachte die Feuerwehrdame Franziska Karg vor den Herrn. Am Schluss des Festgottesdienstes spendete Pater Godehard den Wettersegen. Die Messe endete mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne.

Den anschließenden Zug zum Festzelt führten die drei Musiker der Gruppe Fenobanal an. Neben den Ehrengästen marschierten die Mitglieder der Feuerwehren Kevenhüll und Oberdorf mit ihren prächtigen Fahnen mit.

Die Begrüßung im Festzelt erfolgte durch den Vorsitzenden Koller. Laut Bürgermeister Anetsberger werden in dieser Zeit "eine ganze Reihe imposanter Feuerwehrjubiläen gefeiert". Dies sei dadurch zu erklären, dass die Obrigkeit in den Jahren 1870, 1880 bis 1890 den Brandschutz zur Pflichtaufgabe gemacht hatte. Bis heute sei dieses Pflichtbewusstsein in den freiwilligen Feuerwehren erhalten geblieben. "Dies ist nicht selbstverständlich - es gibt ja schließlich noch viele andere Pflichten und Aufgaben, denen man sich widmen muss", fuhr der Rathauschef fort. In seine bisherige Amtszeit fielen in Kevenhüll die Einweihung des Feuerwehrhauses und die Anschaffung der Tragkraftspritze. Die Stadt Beilngries sorge demnach für die nötige technische Ausstattung - das Personal müsse jedoch aus der Ortschaft selbst heraus rekrutiert werden. Der Bürgermeister forderte vor allem die Jugendlichen auf, in die Fußstapfen ihrer Väter und in der heutigen Zeit auch ihrer Mütter zu treten, die bei der Feuerwehr freiwillige Dienste leisten. An Koller überreichte Anetsberger eine finanzielle Zuwendung der Stadt Beilngries.

"Diese lange Zeit durchzuhalten - und das in Freiwilligkeit - verdient allerhöchsten Respekt", betonte Kreisbrandinspektor Forster gleich zu Beginn seiner Rede. Eine vernünftige Mannschaft, eine gute Ausstattung und eine vorzügliche Ausbildung gehörten zusammen. "Und das ist in Kevenhüll vorhanden", so der Landkreisvertreter. "Das Schlimmste wäre, wenn die Bürger um Hilfe schreien und keiner mehr kommt, da sich die Feuerwehr aufgelöst hat - dann ist es zu spät", schloss Forster seine Rede ab.

Nach dem offiziellen Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten fand im Festzelt noch ein großes Sommernachtsfest statt. Unter ihrem Motto "A g'scheide Gaudi hom is as Wichtigste"" sorgten die drei Burschen Tommy, Benni und Michl der Gruppe Fenobanal aus Rasch bei Breitenbrunn bis spät in die Nacht hinein für Stimmung.
Anton Patzelt
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