Ilmendorf

Wohin mit dem Abwasser?

Geisenfeld überlegt, Ilmendorf an die eigene Kläranlage anzuschließen – Bisher Leitung nach Vohburg

08.10.2015 | Stand 02.12.2020, 20:42 Uhr

Ilmendorf/Vohburg (DK) Die Vohburger Kläranlage soll erweitert werden – und das hat Konsequenzen für die Geisenfelder Kämmerei: Denn die Stadt müsste sich wohl an den Kosten beteiligen. Daher überlegt die Stadt, ob es eine günstigere Alternative gibt.

Auf etwa anderthalb Millionen Euro schätzt der zuständige Ingenieur Kai Christensen die Kosten für die Arbeiten am Vohburger Klärwerk – und die Donaustadt prüft gerade, ob es vertraglich möglich ist, von Geisenfeld hier finanzielle Unterstützung einzufordern. Denn die Ortschaft Ilmendorf sowie das dortige Gewerbegebiet leiten ihr Abwasser nach Vohburg. Möglich sind laut Bürgermeister Martin Schmid (SPD) hier zwei Varianten: Die Stadt Geisenfeld übernimmt zehn Prozent der Kosten für den Umbau oder der Anteil wird entsprechend auf die Ilmendorfer Bürger umgelegt.

Hintergrund für die Erweiterung ist, dass die Kläranlage in Vohburg jenseits der Belastungsgrenze arbeitet. Eigentlich ist sie auf 9000 Einwohnergleichwerte (EWG) ausgelegt, aktuell laufen bereits 11 000 EWG ein – und die Abwassermenge wird mehr, weshalb die wasserrechtliche Erlaubnis für den Betrieb ab Ende 2017 wohl nicht verlängert wird, wenn Vohburg nicht reagiert.

Im Geisenfelder Klärwerk hingegen sieht die Situation anders aus: „Wir haben noch ausreichend Kapazitäten frei“, erklärte Bürgermeister Christian Staudter (USB) am Mittwochabend im Stadtrat. Denn die Anlage am Pfaffenbergweg ist auf 15 000 EWG ausgelegt, die momentane Auslastung liegt bei rund 10 000 EWG – und für Ilmendorf fallen etwa 1000 weitere EWG an. Die Stadt überlegt daher, ob zukünftig Ilmendorf samt Gewerbegebiet an die eigene Kläranlage angeschlossen werden kann.

In einer Machbarkeitsstudie könnten wichtige Punkte untersucht werden: Wie sollen die dazu nötigen Kanaltrassen verlaufen? Wie teuer schlagen die dann anfallenden Kosten für das Betriebssystem des Klärwerks zu Buche? Welche Auswirkungen hätte ein Anschluss auf die Kapazität der Geisenfelder Anlage – schließlich wachsen in Ilmendorf sowohl das Wohngebiet als auch der Biergarten Birkenheide und das Gewerbegebiet – oder müsste die Stadt dann die 24 Jahre alte Anlage erweitern? „So eine Machbarkeitsstudie hat auf alle Fälle Sinn“, lautete Staudters Fazit. Im Gremium stieß der Vorschlag auf einhellige Zustimmung – manche möchten die Idee sogar noch weiterspinnen. Hans Schranner (CSU) sieht die Möglichkeit, umfassender zu planen. „Wir sollten für das gesamte Gemeindegebiet – nicht nur für Ilmendorf – ein Konzept aufstellen“, sagte er.

Auch für den USB-Fraktionsvorsitzenden Paul Weber ergibt die Studie „absolut Sinn“: Er fordert konkrete Zahlen, wie teuer die Arbeiten in Vohburg tatsächlich werden im Vergleich zu einem Anschluss an Geisenfeld. „Dann haben wir eine Hausnummer“, erklärte Weber. „Wir müssen aber auch schauen, welche Beiträge in Zukunft auf uns zukommen, wenn wir weiter bei Vohburg bleiben.“ Geisenfeld solle nicht nur die Kosten für die Baumaßnahmen vergleichen, sondern auch an die langfristigen Verpflichtungen denken.

Einstimmig befürwortete der Gemeinderat daher eine Machbarkeitsstudie: Das Planungsbüro Wipfler aus Pfaffenhofen soll untersuchen, unter welchen Bedingungen sich ein Anschluss Ilmendorfs an das Geisenfelder Klärwerk realisieren lässt – und welche Erweiterungen möglicherweise nötig werden.

Die Vohburger Kläranlage steht derweil wieder auf der Agenda im dortigen Stadtrat: Am Dienstag beschäftigen sich die Politiker noch einmal mit dem 1,5-Millionen-Euro-Projekt und wollen bereits einen Beschluss fassen. Die Geisenfelder Pläne haben hierauf keinen Einfluss: „Die Überlegungen waren mir bekannt“, sagte Schmid. „Das ändert allerdings gar nichts an unserem Konzept.“