Ingolstadt
Winterhilfe für scheue Waldbewohner

Bei frostigen Temperaturen füllt Jäger Norbert Meyer im Hundszeller Wald die Futtertröge für die Rehe

29.01.2014 | Stand 02.12.2020, 23:08 Uhr |

Es ist angerichtet: Jäger Norbert Meyer aus Hundszell und einige Helfer haben die Futterstellen für das Rehwild vorbereitet. Geöffnet werden sie allerdings nur bei strengem Frost, sodass diese Woche überhaupt erstmals in diesem Winter gefüttert werden musste - Foto: Rössle

Ingolstadt (DK) Wegen des milden Winters mussten viele Jäger das Rehwild in ihren Revieren lange nicht mit zusätzlicher Nahrung versorgen. Die Futterstellen sind aber befüllt und werden bei Bodenfrost geöffnet.

Jagdpächter Norbert Meyer aus Hundszell hat auch in der Winterzeit in seinem 500 Hektar großen Revier alle Hände voll zu tun: Neben der Ansitzjagd auf Füchse und Wildschweine dreht er mit seinen Jagdkollegen Wolfgang Lutz und Albert Peter regelmäßige Rundgänge durch den Wald. „In Notzeiten versorgen wir das Rehwild an vier Futterstellen mit Nahrung“, berichtet Meyer. Eine Schneedecke allein bedeute aber nicht, dass gefüttert werden muss: „Erst bei Bodenfrost öffnen wir die Futtertröge.“ Bislang sei das wegen des milden Winters noch nicht nötig gewesen. „Seit Anfang Dezember sind wir aber gerüstet.“

Aufgetischt werden den Rehen Hafer, Wintergerste, Zuckerrüben und Apfeltrester. „Das Getreide mische ich zu Hause“, erzählt Meyer. Er setzt dabei auf ganze Körner: „Die können vom Wild besser verdaut werden als geschrotete.“ Gut 400 Euro kostet Meyer die Fütterung für seine rund 35 Rehe im Winter. „Es kommen noch einige Tankfüllungen Benzin dazu“, erklärt er schmunzelnd. Alle 14 Tage füllt er mit Lutz und Peter die Nahrungsstellen bei strengem Frost auf. Die Kost locke auch immer wieder Wildschweine an, die sich das Futter genüsslich munden lassen – gedacht sei es aber eigentlich nur für das Rehwild.

Die scheuen Waldbewohner brauchten eigentlich gar nicht so viel zusätzliche Nahrung, wie letztendlich zugefüttert wird: „Das Problem ist, dass keine Ruhe im Wald herrscht.“ Nicht nur von Spaziergängern mit Hunden oder von Reitern werde das Wild gestört, sondern auch durch Autofahrer, die auf dem Donauradwanderweg unterwegs sind – „verbotenerweise“, wie Meyer bemerkt. „Wenn die Rehe aufgeschreckt werden, verbrauchen sie mehr Energie und benötigen mehr Nahrung.“ Die Unruhe rund um den Wald führe zudem dazu, dass das Wild nicht mehr so gern Nahrung im „freien Feld“ suche, sondern verstärkt an den Pflanzen im Wald knabbere und die Jungtriebe schädige.

Trotz der Arbeit mit der Fütterung helfen Meyer und seine zwei Kollegen dem Rehwild gern und werden für ihre Mühe auch ab und zu belohnt: „Manchmal finden wir an einer Futterstelle eine schöne Abwurfstange eines Rehbocks.“