Pfünz

Wenn es Nacht wird am Osterberg

Begeisterung für Schönheit des Kosmos verbindet die Astronomiefreunde - Treffen am Osterberg

12.08.2018 | Stand 02.12.2020, 15:53 Uhr
  −Foto: Achim Gutscher

Pfünz (EK) Aus ganz Deutschland und dem Nachbarland Österreich waren sie zum Bayerischen Teleskop Meeting (BTM) auf den Osterberg bei Pfünz gekommen, um gemeinsam bei guten Wetterbedingungen die Naturschauspiele am Himmel zu beobachten. Veranstaltet wurde das Treffen von den Astronomiefreunden Ingolstadt, dies nun seit über 20 Jahren.

Im Rahmen zweier Besuchstage waren interessierte Gäste willkommen. Die Hobbyastronomen nahmen sie mit auf die Reise ins Weltall. Als am Freitagnachmittag nach durchwachsenem Wetter die Wolkendecke aufriss, war die Sonnenbeobachtung möglich. Im Weißlicht und mit H-alpha-Filter sahen die Hobbyastronomen und ihre Gäste die Protuberanzen, die gigantischen Gasausbrüche der Sonne.

Am Abendhimmel dann der wunderbare Blick. Vier Planeten waren zu sehen, Jupiter, Venus, Saturn und Mars, wobei Saturn und Mars die ganze Nacht sichtbar waren und der Mars auf Grund seiner aktuellen Erdnähe besonders hell leuchtete. Nach Einbruch der Dunkelheit, der Himmel war wolkenfrei, zeigten die Hobbyastronomen den zahlreichen Gästen viele Gasnebel, Sternhaufen und andere Objekte innerhalb der herrlichen Milchstraße, aber auch einige noch fernere Galaxien. Mit bloßem Auge konnten sogar die Andromeda-Galaxien als kleines Nebelfleckchen entdeckt werden.

Nur Staunen und pure Begeisterung bei den zahlreichen Besuchern, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche: "Unglaublich, diese Weite und Unendlichkeit, die Großartigkeit und Schönheit der Natur und der Schöpfung Gottes. Faszinierend." So beschrieb es ein Beobachter.

Nach der nächtlichen Sternführung, bei der die wichtigen aktuellen Sternbilder erklärt wurden, hatten die Besucher die Möglichkeit, mit den Teleskopen noch tiefer ins All zu schauen. Wichtig beim Blick durchs Fernrohr, so erfuhren es die Gäste, ist, dass sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat. Die totale Nachtanpassung des Auges dauert 20 bis 25 Minuten. Deshalb gibt es auf dem Osterberg die ganze Nacht hindurch kein Fotoblitz- und Taschenlampenlicht, nicht einmal ein Feuerzeug darf angezündet werden.

Wie Organisationsleiter Peter Maier aus Hepberg erklärt, ist der Osterberg gut geeignet für die Beobachtung des Nachthimmels: "Noch kann man von hier die Milchstraße gut sehen. Und so lange dies möglich ist, treffen wir uns hier." Er merkt aber auch an, dass durch Ingolstadt eine deutliche Aufhellung, die ständig zunimmt, zu registrieren sei.

Diese Lichtverschmutzung halte sich aber noch in Grenzen. "So ist der dunkle Berg bei Pfünz," verdeutlicht Maier, "eine gute Möglichkeit für die Beobachtung des Nachthimmels." Dorthin komme von nirgends direktes Licht durch Scheinwerfer oder Straßenlampen. Den Nachthimmel nennt er ein "schützenswertes Kulturgut".

Die Hobbyastronomen bringen ihre - zum Teil selbstgebauten Geräte - mit, vom Großfernglas bis hin zu Spiegelteleskopen. Beim Pfünzer Meeting standen auch sogenannte Dobson-Teleskope mit großer Öffnung zur Verfügung. Diese Geräte haben ein 5000- bis 6000 fach größeres Lichtsammelvermögen als das menschliche Auge. Von überall her kamen die Hobbyastronomen. Eine größere Gruppe war aus Hessen zum Bayerischen Teleskop Meeting nach Pfünz. Ein Freizeitastronom war mit seiner Frau 350 Kilometer aus Linz angereist. Sie waren schon vergangenes Jahr hier. Auf Grund der guten Erfahrung kamen sie erneut sehr gerne auf den Osterberg: "Bei diesem weithin bekannten Treffen findet man einen Haufen gleichgesinnter Freunde. Zudem nutzen wir die Tage hier zum Radfahren im schönen Altmühltal."

Ein weiterer Besucher hatte die 600 Kilometer lange Reise aus Münster in Nordrhein-Westfalen auf sich genommen, um bei dem "familiären Treffen, das viel Spaß macht und optimale Bedingungen bietet",, dabei zu sein. Der Termin für das nächste Bayerische Teleskop-Meeting bereits: am 30./31. August 2019, natürlich am Osterberg bei Pfünz.

Franz Bauer