Fünf Tore als Ansage

Vor Duell mit 1860 München: FCI sieht das Momentum auf seiner Seite und den Druck bei den Löwen

17.05.2021 | Stand 22.06.2021, 3:34 Uhr
FCI-Torjäger Dennis Eckert-Ayensa kommt nach einer schwierigen Saison gerade rechtzeitig wieder in Bestform. −Foto: Bösl

Ingolstadt - Im zweiten Anlauf hat es also doch noch geklappt.

Was sich die Terminplaner offenbar schon in der vergangenen Saison erhofft hatten, wird nun in dieser Spielzeit Wirklichkeit: Das Treffen zwischen dem FC Ingolstadt und 1860 München am letzten Spieltag in der 3. Liga wird nicht nur zu einem ohnehin emotionalen Derby, sondern auch noch zu einem Endspiel um die Aufstiegschance in die 2. Bundesliga. Am kommenden Samstag (13.30 Uhr) im Audi-Sportpark ist es so weit.

Am 4. Juli 2020 beim "Finale" der Vorsaison im Grünwalder Stadion war es lediglich ein Fernduell mit vagen Hoffnungen. Damals gewann der FCI mit 2:0 und wähnte sich nach dem Schlusspfiff bereits kurz in der 2. Bundesliga, ehe die Würzburger Kickers in ihrem Heimspiel gegen den Halleschen FC in der Nachspielzeit einen Witz-Handelfmeter bekamen und mit dem 2:2-Ausgleich ihren direkten Aufstiegsrang behielten. Für die Löwen waren die Aussichten selbst bei einem Sieg noch geringer. Jetzt aber sind die Verhältnisse klar - beide haben die Aufsstiegschance in der Hand (siehe auch Infokasten).

Insofern kam der 5:1-Erfolg beim MSV Duisburg für die Schanzer gerade recht. Zwar sind die Ingolstädter seit sieben Spielen ungeschlagen, doch mussten sie sich fünfmal mit einem Punkt begnügen, daher wirkte der höchste Saisonsieg wie eine Befreiung. "Die Mannschaft hat mir wieder die Bestätigigung gegeben, dass ich mich charakterlich voll auf sie verlassen kann", sagte Trainer Tomas Oral hinterher. Nach einer "bodenlosen" Vorstellung vor der Halbzeit führte der 48-Jährige mit drei Spielerwechseln nach der Pause die Wende herbei.

Den Unterschied sah Torjäger Dennis Eckert-Ayensa, der das 4:1 selbst erzielte und zwei weitere Tore vorbereitete, auch im veränderten taktischen Verhalten. "Wir haben es uns selbst schwer gemacht, weil wir vor der Pause nicht als Team angegriffen und verteidigt haben", stellte der 24-Jährige fest.

Orals Plan mit Eckert-Ayensa als Joker ging letztlich auf, wirft aber auch die Frage auf, warum er nicht von Anfang an ran durfte. "Viele vergessen, dass er lange verletzt war und nicht so den Rhythmus und die Power über die volle Distanz hat. Ich will ihn auf dem Platz haben, wenn es darauf ankommt und er sich keine Gedanken mehr macht, wie er sich die Kraft einteilt", begründet Oral seine Maßnahme. Der Deutsch-Spanier, mit dem sich Oral gleich nach dem Schlusspfiff intensiv austauschte, versteht das, versicherte aber: "Ich kann 90 Minuten spielen und habe die Power, davon bin ich überzeugt. Mein Anspruch ist es, unangefochtener Stammspieler zu sein. "

Vizekapitän Marcel Gaus blickt schon voraus. "In der Kabine hat man sofort gespürt, wie sich alle auf das Spiel freuen, auch weil es eine schöne Konstellation ist", berichtete der 31-Jährige und ergänzte: "Von den Löwen braucht jetzt auch keiner mehr erzählen, dass sie keinen Druck haben. Das wird spannend. Wir haben schon gezeigt, dass wir nervenstark sind und den Schalter umlegen können. "

Und auch FCI-Geschäftsführer Manuel Sternisa sieht sein Team gestärkt. "Bei 1860 München wurde ja zuletzt viel vom Momentum gesprochen. Da sage ich: Wir haben mit dem 5:1-Sieg das Momentum auf unsere Seite geholt. Damit hat die Mannschaft schon ein Zeichen gesetzt. "

DK

Der Weg in die 2. Bundesliga

Vor dem Duell zwischen dem FC Ingolstadt und 1860 München ist eines klar: Der Weg in die 2. Bundesliga führt für die Löwen nur über die Relegation. Die Schanzer können noch auf andere Szenarien hoffen - sogar der direkte Aufstieg ist möglich. So kann der FC Ingolstadt noch auf Platz zwei klettern und damit aufsteigen,

. . . wenn er selbst das Derby gegen die Löwen gewinnt und Hansa Rostock sein Heimspiel gegen den VfB Lübeck verliert, egal mit welchem Ergebnis.

. . . wenn Rostock gegen Lübeck unentschieden spielt und die Schanzer selbst ihr Heimspiel gegen 1860 mit fünf Toren Unterschied gewinnen. Das Ergebnis - beispielsweise ob 5:0 oder 8:3 - wäre unerheblich, da die Ingolstädter in jedem Fall mehr Tore erzielt hätten als Rostock.

Alle anderen Ergebnisse im Derby bedeuten für eine der beiden Mannschaften den Gang in die Relegation. Der FCI sichert Platz drei, wenn er gegen die Löwen gewinnt oder unentschieden spielt, im Fall einer Niederlage rückt 1860 auf den Relegationsrang vor.

Dort warten am 27. (18.15 Uhr, ZDF und DAZN) und 30. Mai (13.30 Uhr, ZDF und DAZN) als Gegner entweder Eintracht Braunschweig, der VfL Osnabrück, der SV Sandhausen oder Jahn Regensburg.

gst

Gottfried Sterner