Pfaffenhofen

Von Klassik bis Hardrock

Der Pfaffenhofener Frauenchor Chorisma feiert Jubiläum mit einem ganz speziellen Abendprogramm

14.07.2019 | Stand 02.12.2020, 13:30 Uhr
Linda Rosenberger
Der Frauenchor Chorisma bot in der Realschule einen außergewöhnlichen Konzertabend. −Foto: Rosenberger

Pfaffenhofen (PK) Wenn Klassik und Hardrock harmonisch nebeneinander zu hören sind, muss das schon ein ganz besonderer Abend sein.

Genau so einer versprach das Sommerkonzert von Chorisma am vergangenen Samstag zu werden, denn zum zehnjährigen Bestehen des Vereins hatten die Sängerinnen nur Höhepunkte angekündigt - und zu ihrer Freude und der der Zuschauer die schönsten Stücke aus ihrem Repertoire gespielt. Entsprechend reichte die musikalische Bandbreite eben nicht nur von Mozart bis hin zu Rammstein, sondern ebenso von Schubert bis hin zu Annie Lennox und vielen mehr.

So wippten viele der über hundert Gäste gerade bei der zweiten, swingigen Hälfte des Jubiläumskonzerts rhythmisch auf ihren Stühlen in der Pfaffenhofener Realschule mit, während sie zu Beginn noch ganz andächtig den klassischeren Chorstücken lauschten.

Zusammengestellt wurde das Programm des Abends dieses Mal von den Chorisma-Sängerinnen. So durften sie sich zur Feier ihres zehnjährigen Bestehens ihre Lieblingsstücke selbst aussuchen - etwas ganz besonderes in der Geschichte des Chores, wie Sabine Obermaier, langjähriges Mitglied des Frauenchores, verrät. Denn "eigentlich müssen wir immer singen, was der Chef sagt", lacht sie. Aber ohne dessen Engagement und seine "Geduld und Gespür für anspruchsvolle Chorliteratur wären wir nicht Chorisma", sind sich alle Mitglieder trotzdem einig.

Wenn die so liebe- und hochachtungsvoll von ihrem "Chef" sprechen, dann meinen sie damit ihren Chorleiter Albin Scherer. Der steht schon seit den Anfangsjahren des Frauenchores an dessen Spitze, findet es aber nach wie vor "faszinierend, wie viel man durch Gestik beim Dirigieren aus den Sängerinnen rausholen kann".

Sein Highlight der langen Jahre seines Tuns wäre das Requiem, meint Scherer. Für das Jubiläums-Sommerkonzert seien aber "viele schöne Sachen" geplant, wie er ankündigt. Dem schließt sich auch Ilka Finke, die Vorsitzende von Chorisma, an.

Bei dem Konzert am vergangenen Samstag konnte sie sich aber gar nicht entscheiden, welches Stück ihr Favorit werden könnte. Doch sie fieberte dem letzten Stück des Abends schon besonders entgegen: einem Lied der nicht unumstrittenen Deutschrocker von Rammstein. Dass es gerade deren Stück "Engel" in das Programm des Frauenchores geschafft hat, wurde zunächst sowohl von den Zuhörern, als auch den Sängerinnen durchaus skeptisch beäugt. Mittlerweile haben sie das Stück aber schon ein paar Mal gesungen und "ich glaube, inzwischen machen es alle ganz gern", meint Finke. Und mit den zum Liedtitel passenden, engelsgleichen Stimmen der Frauen hätte man es auch tatsächlich nicht mehr als Rammstein-Nummer erkannt.

"Mit ,Engel' bedanken wir uns bei denen, die das Konzert zum Singen bringen: Bei uns Sängerinnen selbst", kündigten die Damen von Chorisma an. Und tatsächlich wäre der Jubiläumsabend ohne ihr Engagement bei Weitem nicht so besonders geworden: Jede Woche treffen sie sich nämlich zur gemeinsamen Probe - und das schon seit knapp zwanzig Jahren. So lange gibt es den Chor nämlich schon, anfangs noch als Frauenchor der Liedertafel Pfaffenhofen und seit mittlerweile zehn Jahren als eigenständigen Verein.

Dieser Verein ist laut Bürgermeister Thomas Herker, der ebenfalls im Publikum saß, auch ein Aushängeschild für Pfaffenhofen: "Pfaffenhofen ist getragen von der Arbeit der ehrenamtlichen Vereine, und da ist Chorisma natürlich einer der glänzenden Mosaiksteine. " Dem schließt sich auch Pianist Max Hanft an, der neben dem Klarinettisten Benedikt Klügl mit Chorisma die Bühne teilte. Diese Ehre hatte Hanft, Kulturpreisträger der Stadt Pfaffenhofen und ein international erfolgreiche Künstler, bereits des Öfteren, wie er erzählt, denn seit langen Jahren pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis zu Chorleiter Scherer. "Ich finde es toll, dass er den Frauenchor am Leben erhält", lobt Hanft, denn das sei wichtig für Pfaffenhofen. Und gemeinsam mit den Sängerinnen aufzutreten "macht auch immer Spaß", sagt der Pianist. Dies galt im Speziellen auch für das aktuelle Jubiläumskonzert, denn am vergangenen Samstag herrschte laut Hanft eine "ganz besondere Stimmung - so festlich und fröhlich".

Hör- und spürbar wurde das dann auch am nicht enden wollenden Applaus des Publikums und den geforderten Zugaben.

Linda Rosenberger