Paulushofen

Von der Bio-Plantage ins Wohnzimmer

Förster Georg Dütsch ist ein Fachmann in Sachen Christbaum-Aufzucht

09.12.2020 | Stand 14.12.2020, 3:34 Uhr
Prächtige Christbäume zieht Georg Dütsch groß - und zwar ganz ohne Spritzmittel. −Foto: Adam

Paulushofen/Amtmannsdorf - Vielleicht ist es diese Mischung aus Abenteuer, Familiensinn und Weihnachtsträumen, aus Ursprünglichkeit und Sehnsucht nach erdverbundener, heiler Welt, die es in diesen unsicheren Zeiten so besonders attraktiv macht, seinen Christbaum selber zu schlagen.

 

Förster Georg Dütsch, der mit seiner Familie seit einigen Jahren "Christbäume vom Förster" zum selbst Aussuchen, selbst Umsägen und Mitnehmen anbietet, kann nach den ersten Verkaufstagen jedenfalls sagen: "Die Nachfrage bereits am zweiten Adventswochenende war noch nie so groß. Wir sind uns nicht sicher, ob wir überhaupt noch am vierten Advent Bäume zum Verkauf haben und öffnen können. "

Das wird sich wohl am kommenden Wochenende entscheiden. Denn Samstag und Sonntag, jeweils von 9 bis 16 Uhr, besteht dann erneut bei der rund 2,5 Hektar großen Christbaumkultur an der Bundesstraße 299 zwischen Paulushofen und Amtmannsdorf die Möglichkeit, seinen Christbaum auszuwählen. Klassiker wie die Nordmanntanne hat Dütsch hier angepflanzt, aber auch Blaufichten, Kork-, Korea- und Coloradotannen oder Zirben. Als Fachmann hat der Förster hier einen zertifizierten Biobetrieb aufgezogen, betreibt den Christbaumverkauf zum einen als Hobby, das ihn das ganze Jahr über fordert, zum anderen aber auch aus Überzeugung für wertvollen Lebensbereich der Pflanzen und Tierwelt. "Es wird selbstverständlich nicht gespritzt, es gibt keine chemisch-synthetischen Dünger und keine chemischen Pflanzenschutzmittel", versichert Dütsch. Als lebende Rasenmäher und Unkrautvernichter sind im Sommer Schafe am Gelände, Shropshire, eine alte Hausschafrasse, denen das Grün zwischen den künftigen Christbäumen gut schmeckt. Vogelbeeren oder Elsbeeren, eine vor Wind schützende Hecke um den Pflanzbetrieb, dazwischen einige Laubbäume - der Christbaum-Wald von Förster Dütsch ist nicht nur Produktionsgelände, sondern eben auch natürlicher Lebensbereich.

 

Solange der Christbaumverkauf nun läuft, sind die Schafe an der zweiten, künftigen Christbaumkultur mit noch winzigen Pflänzchen untergebracht, die Dütsch heuer neu nur wenig entfernt vom bestehenden Gelände angelegt hat. Es wird noch einige Jahre dauern, bis hier die ersten Christbäume umgesägt werden können. "Aber es macht Spaß und die Nachfrage ist da", sagt Dütsch.

Aus dem nahen Umkreis und sogar bis aus München oder Nürnberg kommen Familien, um bei ihm und seiner Familie ihren Christbaum zu holen. Damit auch im Corona-Jahr alles reibungslos abläuft, wurden einige Abstriche gemacht: Der sonst übliche Glühwein- und Plätzchenverkauf findet nicht statt; Ein- und Ausgang sind getrennt; dort, wo der Mindestabstand nicht gewahrt werden kann, besteht Maskenpflicht. "Wer eine Säge zu Hause hat, sollte diese mitbringen. Wir haben aber auch einige hier, die nach jedem Gebrauch desinfiziert werden. "

 

Die Bäume, die gefällt werden dürfen, sind mit farbigen Bändern markiert, damit jeder gleich weiß, wo er die Säge ansetzen darf oder welcher Baum noch ein Jahr braucht, um zu wachsen. Und auch, wenn es am Eingang des Geländes einige bereits vorbereitete Christbäume für besonders Eilige gibt: Gerade für Familien ist es eben das besondere Erlebnis, durch die Nadelbaumwelt zu laufen, auf der Suche nach dem perfekt passenden Christbaum. Mit vereinten Kräften gesägt, stolz gemeinsam zum Ausgang getragen, ist der Baum dann die ganze Weihnachtszeit auch ein Symbol für das, was man gemeinsam gemacht hat.

Weitere Informationen zur Christbaumkultur von Förster Georg Dütsch gibt es im Internet. Interessierte werden fündig unter der Adresse www. christbaeume-vom-foerster. de.

DK



 

Regine Adam