Schrobenhausen

Vielseitig und selten

SZ TRIFFT Simon Feigl, der den Beruf des Abwassertechnikers erlernt hat

24.08.2014 | Stand 02.12.2020, 22:19 Uhr

Die Arbeit im Labor gehört zum Berufsalltag von Simon Feigl, der Abwassertechniker geworden ist - Foto: Braßler

Schrobenhausen (SZ) „Man muss sich schon die Hände schmutzig machen“, erzählt Simon Feigl über seinen Beruf. Er hat etwas gelernt, von dem so mancher gar nicht wissen wird, dass es diese Ausbildung überhaupt gibt: Seit diesem Sommer ist er Fachkraft für Abwassertechnik bei den Stadtwerken in Schrobenhausen.

Seine Ausbildung hat Feigl in der Zentralkläranlage gemacht, dort wurde er dann auch übernommen. Wie ist das, arbeiten in der Kläranlage? „Klar ist es nicht der sauberste Beruf“, sagt Feigl, „aber ein sehr schöner.“ Spaß daran mache ihm vor allem die große Vielfalt an Arbeiten. Für die Bereiche Elektronik, Mechanik und Biologie habe er sich schon immer interessiert und dieser Job vereine das, schwärmt Feigl.

Er wartet Maschinen, überprüft Wasser in den einzelnen Becken und er ist auch immer wieder mal im Labor zugange. Den Rasen mähen oder putzen müsse er auch ab und zu, sagt Feigl. Vielfalt eben.

Gefunden hat er den doch eher speziellen Beruf über eine Anzeige in der Zeitung. Sein Ausbilder, Norbert Moser, Betriebsleiter der Zentralkläranlage Schrobenhausen, erinnert sich: „Wir wollten eine Nachwuchskraft, die wir nach unseren Anforderungen ausbilden konnten.“ Simon Feigl sei dafür mit seinem Wesen und den guten Noten die perfekte Mischung gewesen. Und das aus nur einer Handvoll Bewerbern. Ein Glücksgriff.

Das war es auch für den nun ehemaligen Azubi Feigl. Schon nach einem Probetag habe er gewusst, dass er die Ausbildung machen wollte, auch wenn der Start etwas holprig war. „In den ersten beiden Wochen habe ich mir gleich mal eine schöne Magen-Darm-Grippe geholt“, blickt Feigl lachend zurück.

An den etwas strengen Geruch gewöhne man sich schnell, sagt er. Die Skepsis im Familien- und Freundeskreis zu seiner Jobwahl sei nach anfänglicher Skepsis schnell verflogen. Ihnen erzählt Simon Feigl auch, was ihm bei seiner Arbeit so an Kuriosem begegnet. Es sei immer wieder spannend, was die Leute so alles runterspülen, muss Feigl schmunzeln. Vollständige, extralange Gurken habe er schon entdeckt. Weniger lustig: Einmal hatte sich auch ein Biber ins Kanalsystem verirrt; er überlebte seinen Ausflug nicht.

Die Kläranlage ist für ihn fast wie ein Lebewesen, sagt er, weil es auch hier einen Kreislauf gibt, bei dem Bakterien die zugeführten Stoffe abbauen. Klingt ja fast philosophisch. Jeden Tag etwas Neues ist es auf jeden Fall, und „Abwasser wird es ja eh immer geben“, so die lachende Zukunftsprognose von Feigl. Die Ausbildung hat Simon Feigl erfolgreich abgeschlossen, „aber die Lehrjahre gehen weiter“, schaut er gespannt voraus.