Ingolstadt
"Talent alleine reicht nicht"

29.08.2010 | Stand 03.12.2020, 3:44 Uhr |

 

Ingolstadt (DK) Der ERC Ingolstadt hat sein letztes Testspiel vor dem Saisonauftakt am Freitag gegen Nürnberg (Saturn-Arena, 19.30 Uhr) verloren. Gestern Nachmittag unterlagen die Panther dem Klagenfurter AC mit 1:3 (0:0, 0:1, 1:2), trotz vieler guter Möglichkeiten.

Unser Redakteur Stefan König unterhielt sich mit ERC-Trainer Greg Thomson über die zu Ende gehende Vorbereitung.

Herr Thomson, die letzten beiden Testspiele liegen hinter Ihnen. Wie fällt das Fazit nach der Vorbereitung aus?

Greg Thomson: Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn es am Freitag los geht. Wir haben Vieles gut gemacht, aber auch Schwächen gezeigt. So wie gegen Klagenfurt. Sieben, acht Wechsel waren gut. Beim Rest habe ich die nötige Leidenschaft vermisst.

Sind die Panther am Freitag bereit für das erste Punktspiel?

Thomson: Ja, klar. Absolut.

Trotzdem klingt in Ihren Worten noch Unzufriedenheit durch. Was sind die Baustellen im Team?

Thomson: Wir wissen, dass wir über großes Talent verfügen. Nur das alleine reicht nicht. Ohne Einsatzwillen gewinnst du nichts. Klar, waren vielleicht gegen Klagenfurt zum Beispiel ein paar Jungs müde. Nur im letzten Drittel Gas zu geben, ist aber zu wenig. Die Chancen waren da. Das ist ja immerhin ein positiver Aspekt.

Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg liegt im Über- und Unterzahlspiel. Bei beiden ist noch Luft nach oben.

Thomson: Heute waren wir zu hektisch. Das war ein bisschen larifari. Der Aufbau hat nicht so geklappt wie zuletzt. In Unterzahl ist es teilweise besser gelaufen. Wir müssen wissen, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen. Nur immer Druck zu machen, ist auch nicht sinnvoll.

Welcher Neuzugang hat Sie am meisten überrascht?

Thomson: Ich will niemanden herausheben. Aber Ian Gordon ist sicherlich ein wichtiger Mann für uns. Gegen Klagenfurt hat er ein paar Dinger gut gehalten. Vielleicht sah er in der einen oder anderen Situation nicht glücklich aus. Aber ich frage mich schon, wie es sein kann, dass ein Gegenspieler über das halbe Eis läuft, ohne attackiert zu werden.

Wie schon gegen Zagreb hat auch heute Michael Waginger an der Seite von Thomas Greilinger und Bob Wren gestürmt. Wird dieses Trio auch am Freitag erste Wahl sein?

Thomson: Ich denke schon, dass sie gut harmoniert haben. Es gibt eigentlich keinen Grund, etwas zu ändern.

Wie hat Rick Girard seine Versetzung hingenommen? Auf dem Eis hat er einen soliden Eindruck hinterlassen.

Thomson: Ich muss ihn loben. Er hat tollen Einsatz gezeigt. Es ist nicht leicht für ihn, das ist mir klar.

Wie steht es um Jakub Ficenec? Gestern musste er mit einem Hexenschuss pausieren. Wird er bis Freitag fit?

Thomson: Abwarten. Wenn es ein schwerer Hexenschuss ist, kann das dauern.

Auch wenn Sie noch ein wenig Leidenschaft bei Ihrer Mannschaft vermissen, so hört sie offenbar ganz auf Sie. Immerhin hat das Team jetzt auch offiziell Tyler Bouck als neuen Kapitän gewählt und damit Ihren Wunsch erfüllt.

Thomson: (grinst) Ja, das ist richtig. Stellen Sie sich das mal vor.