Manching

Tafeltour

Ehrenamtliche aus Manching versorgen jede Woche rund 80 Kunden mit Lebensmitteln

05.04.2018 | Stand 02.12.2020, 16:36 Uhr
Wöchentlich werden diverse Supermärkte in der gesamten Region abgefahren, um gespendete Lebensmittel für die Manchinger Tafel abzuholen. −Foto: Schmidtner

Manching (PK) 25 ehrenamtliche Helfer, knapp 80 Kunden in der Woche und jede Menge Lebensmittel aus verschiedenen Supermärkten: Die Organisation der Tafel Manching ist eine logistische Herausforderung.

Wer sich einmal mit der Organisation eines Tafelladens befasste, der erkennt schnell, was die 25 ehrenamtlichen Helfer dort für die einkommensschwachen, meist älteren Bürger, Familien und Rentner bringen, die sich Lebensmittel vom Supermarkt nicht leisten können.

In mehreren Schichten am Montag, Dienstag und Donnerstag fahren die Helfer mit zwei Autos von der Manchinger Tafel, Supermärkte und Discounter in Manching, Reichertshofen, Vohburg, Geisenfeld und Ingolstadt ab und holen dort die bereitgestellten Waren. Die Touren beginnen für die Abholer ab 8 Uhr morgens und dauern, je nachdem wie viel Ware bereitgestellt wird, oft bis kurz vor Mittag. Bereits nach dem dritten Supermarkt war die Ladefläche des Autos an diesem Tag mit Lebensmittel, Gemüse, Blumen, Gebäck und Brot soweit voll gepackt, dass sie zum Ausladen zur Tafel nach Manching zurückfuhren. Sofort machten sich der Fahrer und sein Helfer wieder auf den Weg, um drei Märkte in Geisenfeld abzufahren. Ein kurzer Plausch mit der Filialleiterin, denn Freundlichkeit und Kontakte seien wichtig für die Abgabe der Ware, sagen die beiden gut gelaunten Helfer der Tafel Heinz Holzapfel und Manfred Schütz. Dann werden die bereitgestellten Körbe mit verschiedenen Sortimenten kurz durchgesucht und was nicht mehr zu verwerten ist, wird gleich an Ort und Stelle entsorgt. Zurück bei der Tafel an der Ursinusstraße in Manching wird die gespendete Ware gewogen und dem jeweiligen Spender in einer Liste statistisch zugeordnet.

Dann werden alle Hände der Helfer gebraucht, um die mit allerlei Waren gefüllten Körbe zu sortieren, zu säubern und auf deren Zustand zu überprüfen. Denn die Abgabe an die Berechtigten beginnt am Freitag in der früh, fast im Akkord schneiden zwei Frauen verwelkte Blätter von den Salatstauden oder Triebe von Rettichen, Radieschen, Zwiebeln und Lauch. Sofort wird die Ware, deren Ablaufdatum noch nicht überschritten ist, in bestimmte Regale oder Kühlfächer griffbereit gelagert. Eier, Butter, Fleisch Wurst und Joghurt, also leicht verderbliche Produkte, werden säuberlich gestapelt und in einem Kühlschrank aufbewahrt. In einem weiteren Regal in den beengten Räumen, es stehen nur 60 Quadratmeter ohne Keller samt Lager zu Verfügung, stapeln sich Päckchen von Nudeln, Brot, Semmeln, Süßigkeiten und auch Kosmetikartikel. Es finden sich aber nicht nur Lebensmittel. Um den heimischen Wohnraum zu verschönern, stehen in einer Ecke viele Blumen von Tulpen bis Stiefmütterchen, die vor allem ältere Frauen dankend mitnehmen.

Bereits eine Stunde bevor die am Bürgerhaus angebaute Tafel öffnet, stehen schon einige mit ihren Taschen vor der Tür mit der Aufschrift "Miteinander füreinander".

Derzeit sind laut der Leiterin Kerstin Fuchs über 240 registrierte Bürger berechtigt, sich in der Tafel mit Lebensmittel einmal in der Woche zu versorgen - mit Zuzahlung von einem Euro. Sie bleiben unter der festgelegten Einkommensgrenze. Konkret sind es knapp 80 Kunden pro Woche, die zur Tafel kommen. Im Jahr 2017 nutzten 3250 Abholer das Angebot der Manchinger Tafel. Dabei wanderten 55 Tonnen Lebens- und Hygieneartikel über den Tisch. Tafelleiterin Kerstin Fuchs ist mit dem wöchentlichen Ablauf, der stets friedlich abläuft, zufrieden. Besonders erfreulich ist, wenn einige das Engagement zu schätzen wissen und sich gelegentlich auch mal bedanken.

Max Schmidtner