München

Spielen mit Licht und Musik

Theater für die Allerkleinsten: Das Münchner Kuckuck-Festival findet von 11. bis 21. März statt

28.01.2022 | Stand 07.02.2022, 3:33 Uhr
"Loo" bietet visuelles Theater mit Sand und Wind rund um ein versunkenes Boot. −Foto: Ots

München - "Kuckuck" ist ein beliebtes Kinderspiel für die Allerkleinsten. Man versteckt sich hinter den Händen und taucht mit einem überraschenden Laut wieder auf - je nach Sprache mit "Kuckuck", "peekaboo" oder auch "guguseli". Kuckuck heißt auch das Münchner Theaterfestival für Publikum von 0 bis fünf Jahren, das erste künstlerische Begegnungen im Theaterraum ermöglichen will. Ohne viele Worte, sondern durch Klang, Licht, Bewegung begeben sich die Künstler mit dem Publikum auf eine Erkundungsreise durch magische Alltagswelten.

In den vergangenen Jahren waren die Tickets stets innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Seit Corona ist alles anders. 2020 musste das Festival ganz abgesagt werden, 2021 erstreckte es sich - unter strengen Sicherheits- und Hygienebestimmungen und mit Open-Air-Veranstaltungen - bis in den Sommer. Heuer will man wieder zurück zum kompakten Veranstaltungskalender mit Termin im Frühjahr.

Denn: "Eigentlich ist der Sommer nicht ideal, wenn man für Kleinkinder arbeitet. Denn am Ende des Kindergartenjahrs ist normalerweise ganz viel anderes geplant - vom Schultütenfest bis zum Sommerfest. Und Sommer heißt ja auch: Baden, Sandkasten, Spielplatz", sagt Mascha Erbelding. Der März hingegen passe gut ins Kindergartenjahr.

Aber: Wie plant man ein Festival zu Pandemiezeiten? "Inzwischen hat man eine gewisse Routine entwickelt", sagt sie und lacht. Auch wenn man in diesen Tagen immer mit Unwägbarkeiten rechnen muss, hat sie zusammen mit Andrea Gronemeyer (Schauburg) und Alexander Geurtzen (Evangelische Familienbildungsstätte Elly Heuss-Knapp) mit großem Optimismus das Programm zusammengestellt und insgesamt neun Theaterproduktionen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und der Schweiz eingeladen, die sich spielerisch mit der Lebens- und Erfahrungswelt der Allerkleinsten auseinandersetzen.

Zwei rote Fäden ziehen sich durch das Programm: "Zum einen lässt sich das Spiel mit Licht in vielen Stücken finden", erklärt Mascha Erbelding: "Das ist auch ein schönes Symbol dafür, was das Festival eigentlich will: In dunklen Zeiten das Licht der Kreativität in die Kinder pflanzen. So dass sie davon zehren können, wenn mal wieder nichts geht." Licht spielt in vielen Produktionen eine wichtige Rolle. Bei "Tillie und Frederik" vom Bamberger Theater der Schatten, bei "Willkommen, Bienvenue, Wëllkomm!" aus Luxemburg oder beim Brabbeltheater aus Zwickau. Und bei "Night Light" vom Teater Refleksion aus Dänemark - eine magische Reise durch den Zauber der Nacht - steckt es ja schon im Titel.

Der zweite rote Faden ist die Musik. Schon im Eröffnungsstück "klAnK" (ab 2 Jahren) aus der Schweiz werden Naturmaterialien wie Steinen, Holz, Tannenzapfen Töne entlockt. Dort knackt, raschelt, knuspert, wummert und brummt es auf wundersame Weise. Schon für Kinder ab sechs Monaten ist "Boucle d'O" (Odyssee) geeignet, an dessen Beginn das Rund des Buchstabens "O" steht. Zwei Künstler versuchen herauszufinden, was unsere Welt antreibt, vom kleinen Ring (Boucle) zum großen Kreis, vom Rädchen zum Rad, von der Drehleier zum runden Tamburin. Und in "La Le Luffft" entdecken drei Musiker zusammen mit dem Publikum, dass Töne aus Luft entstehen. Die Inszenierung von Bruno Franceschini, Musiker, Komponist, Regisseur und Dozent für Performatives Musiktheater, ist ab 12. März an der Schauburg zu sehen.

Mascha Erbelding freut sich aber vor allem auf "Loo" aus Spanien, das sie schon lange beim Festival zeigen möchte. Dann wird in der Schauburg eine Art Schiffswrack stranden - in einem Meer aus Korkbrösel. Dann bläst Loo, der heiße und trockene Wind, der im Sommer von Westen her über die Indus-Ganges-Ebene in Nordindien weht, verborgene Dinge aus dem Schiffsbauch heraus.

Und weil die Organisatoren auf schöne Frühlingstage hoffen, gibt es mit Wackel/Zappel/ Hampel eine bespielbare Figureninstallation im Innenhof des Stadtmuseums. Dabei kann man lebensgroße Hampelfiguren selbst zum Leben zu erwecken. Was bewegt sich, wenn ich an welchem Seil ziehe? Hier wackelt ein Ohr, dort zappeln die Beine. Und wenn man an mehreren Seilen zieht? Dazu öffnet täglich die Figuren- und Bilderbuchwerkstatt in der Bücherausstellung der Münchner Bücherschau junior im 2. OG des Stadtmuseums, wo man eigene Helden mit Stiften, Schere, Faden und Draht basteln kann, die am Tricktisch oder im Bilderbuch ein Eigenleben entwickeln. Daneben sind Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Bücherschau junior und ein Fachtag für Erzieher und Krippen- und Kindergartenleiter geplant.

DK

Anja Witzke