Ingolstadt
Spektakuläre neue Tiere im Ingolstädter Zoo

Vom Aussterben bedrohte Vietnamesische Krokodilmolche und Mangarahara-Buntbarsche zur Zucht im Wasserstern

10.02.2021 | Stand 13.02.2021, 3:33 Uhr |
  −Foto: Zoo Wasserstern

Ingolstadt - Wenn der Zoo Wasserstern irgendwann einmal wieder öffnen darf, können sich die Besucher auf neue, spektakuläre Tiere freuen.

Im Zuge des Erhaltungszuchtprogramms Citizen Conservation konnte der Ingolstädter Kleinzoo zwei ausgesprochen seltene Exemplare in Empfang nehmen.

Da sind zum einen die Vietnamesischen Krokodilmolche, die erst 2005 entdeckt wurden und von denen die Wissenschaftler noch sehr wenig wissen. Thomas Ziegler, der Zookurator des Kölner Zoos, besorgte 2013 Exemplare der extrem vom Aussterben bedrohten Amphibien und konnte in den folgenden Jahren etliche Nachzuchten melden. Jetzt stellt er dem Wasserstern sieben Jungtiere zur Verfügung, die in einem schicken Schauterrarium im Maxl-Haus untergebracht sind. "Die Nachzucht dieser Tiere ist eine hochinteressante, aber auch anspruchsvolle Aufgabe", weiß Stephan Daniels, der Erste Vorsitzende des Wassersterns. "Um die Tiere zur Paarung zu bringen, muss das Wasser mehrfach täglich gewechselt, der Monsunregen simuliert und die Temperatur erhöht werden. Und dann sind die Larven auch noch extrem empfindlich. Aber wir freuen uns schon auf diese Herausforderung. "

Bis es soweit ist, müssen sich Daniels und seine Helfer noch gedulden, denn die Neuzugänge des Wassersterns werden erst in etwa zwei Jahren geschlechtsreif sein. Ähnliches gilt für die Mangarahara-Buntbarsche, von denen es nur noch wenige Exemplare in einem Fluss Madagaskars gibt und die zu den am stärksten bedrohten Fischen weltweit zählen. 2013 waren die letzten 18 Exemplare entdeckt worden, die in einer globalen Rettungsaktion damals vor dem drohenden Aussterben bewahrt wurden.

Hier war der Kölner Zoo ebenfalls maßgeblich beteiligt, und nun profitieren auch die Ingolstädter davon, die zwölf junge Fische erhalten haben. Langfristiges Ziel ist es, diese Tiere wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückzusetzen, falls die Art in der freien Natur aussterben sollte. "Wir sind stolz, diesen wichtigen Beitrag zum Artenschutz nun auch in Ingolstadt leisten zu dürfen", so Daniels, der auf eine erfolgreiche Nachzucht dieser seltenen Tiere hofft.

Und demnächst gesellt sich noch eine weitere bedrohte Tierart dazu - die Lemur-Frösche aus Costa Rica. Voraussichtlich noch in diesem Monat kommen einige Exemplare von Gießen nach Ingolstadt, wo ihr neues Zuhause schon zum Einzug bereitsteht - direkt neben den Krokodilmolchen.

DK