Ulm

Söder: „Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“

Pressekonferenz in voller Länge

23.04.2020 | Stand 02.12.2020, 11:29 Uhr
Winfried Kretschmann (l, Grünen) und Markus Söder (CSU) kommen zu einer Pressekonferenz. −Foto: Britta Pedersen/zb/dpa/Archivbild

Ulm - Bayern und Baden-Württemberg wollen in der Corona-Krise gemeinsam vorgehen. Wie das gehen kann, haben die beiden Regierungschefs der Nachbarländer bei einem persönlichen Treffen besprochen. Im Anschluss informierten sie die Öffentlichkeit über die Ergebnisse. Diese Pressekonferenz können Sie hier in voller Länge sehen.

Söder hatte sich bei seiner Regierungserklärung Anfang der Woche für eine Zusammenarbeit beider Länder ausgesprochen. "Weil wir in Bayern und Baden-Württemberg ganz eng Seite an Seite und eins zu eins gehen, weil wir eine ähnliche Entwicklung haben."

Hier können Sie die Pressekonferenz live verfolgen:

Söder: „Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“

- Bayerns Ministerpräsident Markus Söder würde in Deutschland eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten. „Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“, sagte der CSU-Chef. Bis es einen Impfstoff gebe, könne es keine Entwarnung und damit auch keine Lockerungen ohne gleichzeitige Auflagen wie eine Maskenpflicht geben.

- Winfried Kretschmann warnte eindringlich vor Rufen nach mehr Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Er halte den anschwellenden Chor der Öffnung für wenig durchdacht, sagte Kretschmann.

- Bayern und Baden-Württemberg fühlen sich nicht angesprochen von Angela Merkels Kritik an einer zu forschen Öffnung der Beschränkungen in der Corona-Krise. Sie seien die Vorsichtigen in Deutschland, sagte Söder  am Donnerstag in Ulm. Auch Kretschmann zeigte sich nicht berührt von der Kritik.

- Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen wollen sich kommende Woche in einer Schalte über die Zukunft des Automobilsektors in der Corona-Krise austauschen. „Wir wollen nächste Woche eine Videokonferenz der Autoländer machen“, kündigte Söder an. Der Sektor sei stark betroffen. Selbst wenn man alles wieder lockere, könne der Automobilsektor nicht so funktionieren wie vorher, da etwa Zulieferketten wie in Italien nicht funktionierten und Märkte wie die USA nicht geöffnet seien. 
Man wolle sich zusammensetzen, um etwa über ökologische Prämienmodelle nachzudenken, um gerade der neuen Generation von Motoren und Autos nach der Phase des Durchhaltens eine Möglichkeit zu geben.

- Zum Thema Geisterspiele sagte Söder, dass die DFL einen Plan vorgelegt habe, hinter dem ein sehr "nachdenkliches" und "auch konsequentes" Gesundheitskonzept stehe. Das RKI (Robert-Koch-Insititut) solle das Konzept bewerten, dann müssten die Gesundheitsbehörden wiederum den Plan einschätzen. "Wenn das RKI sagt 'Ja', wenn die Gesundheitsbehörden vor Ort sagen, 'Das ist machbar und umsetzbar' [...], dann steht die Chance gut, dass so etwas stattfinden kann", so Söder. Das wiederum würde wöchentlich bewertet. Sichergestellt müsse auch sein, dass die Konzepte nicht nur für die großen Vereine funktionieren, sondern auch für die kleineren. Der Fußball habe eine "psychologische Wirkung". Er glaube, dass er "an manchen Wochenenden das Leben nicht erschwert sondern erleichtert." 

- Söder zeigte sich irritiert davon, dass die bayerischen Sommerferien Thema im Bundestag waren. Er und sein Team würden überlegen, wie die Sommerferien im Freistaat gestaltet sein können - besonders für Eltern, die zu diesem Zeitpunkt keinen Urlaub mehr haben. Dann wäre es Thema, Betreuung zu organisieren und eventuell Schulstoff in den großen Ferien nachzuholen. Das müsse man aber noch diskutieren.