Kösching

Schnitzeljagd auf dem Rad

TSV Kösching motiviert seine Mitglieder, auch während der Corona-Zeit sportlich aktiv zu bleiben

27.11.2020 | Stand 30.11.2020, 3:33 Uhr
Uwe Ziegler
Durch die ganze Region führen die Schnitzeljagdrouten die Mitglieder der Radsportabteilung des TSV Kösching. −Foto: Kobel; Pfeiff; Schlamp

Kösching - Die Radsportabteilung des TSV Kösching hat sich etwas einfallen lassen, um ihre Mitglieder auch in Corona-Zeiten sportlich zu aktivieren: Über Foto-Schnitzeljagden mit bald zwölf Routen sammelten die Teilnehmer schon mehrere Tausend Kilometer.

Auf einem Jägerhochsitz, vor einem Feldkreuz, nahe einer Kapelle oder auf einer Ruhebank: Dutzende Fotos auf der Homepage der Köschinger Radsportabteilung zeugen davon, wie weit die Mitglieder in den vergangenen Monaten herumgekommen sind. Immer dabei: das Radl. Die Sportler sind mit einem Auftrag unterwegs. Sie sind aufgerufen, auf ausgeschriebenen Schnitzeljagd-Strecken bestimmte Punkte anzufahren, dort ein Foto von sich zu machen und eben samt Fahrleistung auf der Homepage hochzuladen. "Mit der Aktion wollen wir zeigen, dass wir trotz Corona aktiv sind und uns nicht unterkriegen lassen", sagt Schriftführer Markus Pfeiff.

Die bis zu 60 Kilometer langen Strecken führen von Kösching oder Hepberg aus durch die ganze Region. "In alle Richtungen, teilweise bis nach Kipfenberg, Wettstetten, Großmehring oder zur Tausendjährigen Eiche bei Altmannstein, damit der Weg nicht immer derselbe ist", schildert Pfeiff. Die Daten der Routen, die großteils speziell für Familien ausgelegt sind, sind vorher auf das Navigationsgerät herunterzuladen. Bis Ende des Jahres sollen zwölf verschiedene Touren zur Verfügung stehen.

Die Idee stammt aus dem ersten Lockdown im Frühjahr. "Wir wollten zeigen, dass wir weiterhin Sport machen", sagt Pfeiff. Über die veröffentlichten Fotos und Fahrleistungen sollten die Mitglieder angestachelt werden, trotz Corona aufs Rad zu steigen. Die 32 dokumentierten Teilnehmer legten von März bis Mai zusammen 4992 Kilometer zurück. Ein Erfolg, der im Juli zur Anmeldung der Schnitzeljagd bei der Aktion "Sportliche Helden in der Krise" des Bayerischen Landessportverbands führte.

Und sie hat laut Pfeiff vor allem den Ehrgeiz von Kindern geweckt. "Die waren ganz heiß drauf", berichtet der Schriftführer von der Begeisterung. Einige der jüngsten Mitglieder der Abteilung fuhren die längeren Strecken mit ihren Eltern sogar in mehreren Tagesabschnitten ab, um in das Ranking zu kommen. Kein Wunder, wurden unter den Teilnehmern doch unter anderem Gummibärchen verlost.

Seit den Herbstferien bis voraussichtlich Jahresende wurde die Aktion mit aktuell vier neuen Strecken wieder aufgenommen. Eine wurde sogar als Halloween-Nachtfahrt genutzt. Nahmen im Frühjahr auch weitere Vereine und Mitglieder anderer TSV-Abteilungen teil, ist die Schnitzeljagd jetzt auf die Radsportler beschränkt. "Viele haben unsere Strecken genutzt, ohne die Fotos zu machen, und das ist nicht in unserem Sinn", erläutert Pfeiff. Weitere Bedingung: die Einhaltung der Corona-Regeln. "Die Familien dürfen nur unter sich fahren", betont Pfeiff.

Worüber sich der Schriftführer besonders freut: Während der Corona-Zeit hat die Radsportabteilung keine Austritte verzeichnet - im Gegenteil. "Über die Aktion und die folgende PR sind einige Leute auf die Abteilung aufmerksam geworden", teilt Pfeiff mit. Den Anstieg der Mitgliederzahlen begründet er aber auch mit der neuen Einrad-Sparte.

DK

Tanja Stephan