Geisenfeld
Realschule wird neu gebaut

Kreisbauausschuss sieht darin einhellig die wirtschaftlich sinnvollere Lösung - Baubeginn soll 2020 sein

21.03.2018 | Stand 02.12.2020, 16:40 Uhr |

Geisenfeld (GZ) Nicht mit einer Sanierung, sondern gleich mit einem Neubau wird der Raumnot an der Geisenfelder Realschule begegnet. Dies hat bestern Nachmittag der Bau- und Vergabeausschuss des Landkreises ohne Gegenstimme beschlossen. Baubeginn soll voraussichtlich 2020 sein.

Damit sich die Kreisräte vor Ort ein Bild von der Situation machen konnten, tagte das Gremium ausnahmsweise in Geisenfeld. Bei einer Führung durchs Gebäude bekamen sie von der Schulleiterin Sabine Billinger den dringenden Handlungsbedarf vor Augen geführt. Sie zeigte dem Gremium die unter Sicherheitsaspekten problematische Treppe, marode Fenster und Türen, das mittlerweile viel zu kleine Lehrerzimmer und insbesondere die überaus beengte Situation bei den Klassenräumen. 24 solchen Räumen stehen mittlerweile 30 Klassen gegenüber, so dass einige Gruppenräume in Klassenzimmer umfunktioniert werden mussten, obwohl sie dafür eigentlich zu klein sein.

Endgültig gelöst werden soll dieses Problem durch das bauliche Großprojekt, als kurzfristige Sofortmaßnahme werden aber noch vor den Sommerferien auf der Grünfläche neben der Anton-Wolf-Halle acht Klassencontainer aufgestellt, die dann ab dem neuen Schuljahr genutzt werden sollen, wie Sabine Billinger am Rande der gestrigen Veranstaltung erläuterte.

Nach der Führung durch das Gebäude, in der Sitzung, waren sich die Ausschussmitglieder dann einig: Die einzig sinnvolle Lösung ist ein Neubau - was im Übrigen auch der Meinung der Schulleitung entspricht. Nicht zuletzt deshalb, weil bei dieser Variante der Schulbetrieb mehr oder weniger störungsfrei weiterlaufen kann. Schließlich, so sieht es das Konzept des mit der Voruntersuchung betrauten Architekten Wolfgang Eichenseher vor, soll der Neubau in Form eines Querriegels im Westen realisiert werden, der sich an den Erweiterungsbau von 2001 (der saniert wird) anschließt. Erst wenn man hiermit fertig ist, soll das alte, Mitte der 1970er Jahre errichtete, Schulgebäude samt Verwaltungstrakt abgerissen werden.

Gleiches soll mittelfristig auch mit den beiden Turnhallen der Realschule sowie der Grund- und Mittelschule geschehen, die beide nicht mehr sanierungsfähig sind. Auch von deren marodem Zustand konnten sich die Kreisräte bei der Führung durch Sabine Billinger ein Bild machen. Als Ersatz angedacht ist hier eine weitere Dreifachturnhalle, wiederum als Gemeinschaftsprojekt von Stadt Geisenfeld und Landkreis. Auch der bei dem Ortstermin in Geisenfeld anwesende Bürgermeister Christian Staudter (USB) sprach sich eindeutig für diese Lösung aus. Die dann nach 2022, nach Abschluss des Schulneubaus, zum Tragen kommen könnte.

Dass die ursprünglichen Pläne für eine Sanierung fallengelassen wurden und man stattdessen einen Neubau beschlossen hat, liegt hauptsächlich daran, dass die Kosten für beide Varianten gar nicht so weit auseinanderliegen. Wie Landrat Martin Wolf (CSU) ausführte, betragen nach einer Erhebung der technischen Bauabteilung der Regierung von Oberbayern die Neubaukosten auf Basis einer Hauptnutzfläche für 30 Klassen rund 24 Millionen Euro. Für eine Sanierung würden aber auch schon fast 21 Millionen Euro fällig. Vor diesem Hintergrund sei sowohl die technische Bauabteilung als auch die Förderstelle der Regierung zu der Auffassung gekommen, dass ein Neubau die wirtschaftlich sinnvollere Lösung sei - und damit auch jene, die gefördert werde. "Sollte der Bau- und Vergabeausschuss eine Sanierung bevorzugen, müssten wir in Sachen Förderung erst noch Verhandlungen führen", ließ Landrat Wolf vor der Beschlussfassung wissen.

Bei der Beschlussfassung war die Variante "Sanierung" aber dann überhaupt kein Thema mehr. Gegen diese wurden neben den vergleichsweise hohen Kosten auch noch etliche weitere Argumente ins Feld geführt. So sei es bei einem Altbau extrem aufwendig, die heutigen Auflagen in Sachen Brandschutz zu erfüllen, hieß es. Außerdem würde bei einer Sanierung der Schulbetrieb für eine lange Zeit massiv beeinträchtigt.

Ein Neubau sei die einzig sinnvolle Lösung, meinte auch Vize-Landrat Josef Finkenzeller (FW), "auch wenn es bei den 25 Millionen mit Sicherheit nicht bleiben wird". Doch wenn es deutlich teurer werden sollte, wie wirkt sich dies auf die Bezuschussung aus? Auf diese Frage Finkenzellers erklärte Kreiskämmerer Walter Reisinger, dass sich der zu erwartende Zuschuss von 30 bis 35 Prozent am Raumprogramm orientiere. "Mehrkosten entfallen somit in vollem Umfang auf uns." Kurz diskutiert wurde auch die Frage, ob man nicht gleich etwas größer bauen solle, etwa für 32 Klassen, um für die Zukunft auf der sicheren Seite zu sein. Als Basis für diese Festlegung würden nochmals ganz aktuelle Zahlen erhoben, kündigte Landrat Martin Wolf an. Und in jedem Fall "wird so geplant, dass wir bei Bedarf problemlos nochmals erweitern können". Wie Wolf zudem wissen ließ, muss das Bauprojekt wegen seiner Größe europaweit ausgeschrieben werden. In einem ersten Schritt müssen nun aber, ebenfalls per Ausschreibung, die zu beauftragenden Fachplaner und Architekten ausgewählt werden.