Kelheim

Neuer Chef für Mittelschulen

Kelheims Bürgermeister Hartmann leitet den Verbund Nord – Neuerungen im Kooperationsvertrag

18.07.2014 | Stand 02.12.2020, 22:27 Uhr

Neuer Vorsitzender im Schulverbund ist Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann. Arch - foto: Janda

Kelheim/Riedenburg (ksm) Der Schulverbund Nord im Kreis Kelheim hat einen neuen Chef. Bei der Verbundversammlung haben Vertreter der Mitgliedsgemeinden Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann (SPD) zum Vorsitzenden gewählt. Außerdem beschlossen sie einige Änderungen im Kooperationsvertrag.

Durch das Ausscheiden von Fritz Mathes aus dem Bürgermeisteramt war auch sein Posten als Vorsitzender des Schulverbunds frei geworden. Mit Hartmann als Nachfolger bleibt der Vorsitz dennoch weiter im Kelheimer Rathaus. „Ich werde mich jetzt zunächst in die Materie einarbeiten, bevor ich neue Projekte in Angriff nehme“, meint Hartmann. Der ständige Informationsaustausch zwischen den Schulen sowie die regelmäßigen Versammlungen der Verbundmitglieder lassen ihn auf eine gute Zusammenarbeit hoffen.

Mit der Unterzeichnung des öffentlich-rechtlichen Kooperationsvertrags im Schuljahr 2010/11 fiel der Startschuss für den Verbund. Der Zusammenschluss überdacht die Mittelschulen von Riedenburg, Ihrlerstein, Saal, Bad Abbach, Langquaid und die Wittelsbacher Mittelschule in Kelheim. Aufgrund der Entwicklungen seit Vertragsschluss wurden einige Änderungen des Dokuments nötig, wie Egon Winkler, Leiter des Schulamts Kelheim, erklärt: „An verschiedenen Stellen mussten wir nachjustieren.“

Vertraglich festgehalten ist nun der M-Zug, über den die Mittelschule in Bad Abbach mittlerweile verfügt. „Vor vier Jahren hatten wir dieses Angebot nur in Kelheim“, erläutert Winkler. Seit diesem Schuljahr gibt es zudem eine Übergangsklasse in Saal. Dort wird versucht, Schülern mit Migrationshintergrund ein gewisses Sprachniveau zu vermitteln, damit sie sich im deutschen Schulalltag besser zurechtfinden. „Ab Herbst bietet der Verbund außerdem die Möglichkeit, eine 9+2-Klasse in Saal zu besuchen.“ Die Schüler bereiten sich dort nach dem Hauptschulabschluss über zwei Jahre hinweg auf die Mittlere Reife vor. „Für manche ist der klassische M-Zug zu schwierig“, benennt der Schulamtsdirektor den Vorteil an diesem Modell.

Das grundsätzliche Ziel des Schulverbunds ist der Erhalt kleinerer Schulen in den Mitgliedsgemeinden – auch bei sinkenden Schülerzahlen. Laut Schulamtsdirektor Winkler kann man im Zusammenschluss weitaus flexibler reagieren, wenn zum Beispiel eine Stufe komplett fehlt. „Der Verbund fängt das auf. Es wäre denkbar, dass Partnerschulen Jahrgangsstufen austauschen, ohne dass die Substanz der Einrichtungen angegriffen wird“, erklärt er. Eine Schließung sei unnötig.

Auch die Schüler der Riedenburger Mittelschule fahren für Unterrichtseinheiten nach Ihrlerstein und Kelheim. Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) hält das für eine tolle Sache. „Der Schulverbund Nord ist ein Erfolgsrezept“, urteilt er. „Die Kommunen arbeiten viel stärker zusammen, der Austausch mit dem Schulamt läuft ebenfalls einwandfrei.“ Als Vertreter der Dreiburgenstadt leistet der Rathauschef ebenfalls seinen Beitrag zu einer attraktiven Schullandschaft. „Wir planen die Sanierung unserer Mittelschule. Die Schüler sollen gern hier zur Schule gehen.“ Seit 40 Jahren gibt es die Bildungseinrichtung in Riedenburg nun schon. „Und das soll noch möglichst lange so bleiben.“