Thalmässing

Nasse Spiele

Beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Thalmässing zeigt der Nachwuchs sein Können Herrnsberg erweist sich als sehr geschickt

24.07.2017 | Stand 02.12.2020, 17:44 Uhr

Foto: Jürgen Leykamm

Thalmässing (HK) Ein bisschen Kampf, ein bisschen Können und ganz viel Kameradschaft: Aus diesen Bestandteilen hat sich der Kreisjugendfeuerwehrtag in Thalmässing zusammengesetzt. Die Nachwuchswehren im Kreis Roth trafen sich schon zum 36. Mal.

Die Gerüchteküche brodelte ordentlich beim Kreisjugendfeuerwehrtag, den die Thalmässinger Wehr im Namen des Landkreises ausrichtete. Denn bei den Spielen ohne Grenzen gab es entgegen dieser Bezeichnung in zwei Fällen zumindest Sichtbarrikaden. Was zu großem Rätselraten führte, welche Herausforderungen hinter den Wänden wohl auf die Jugendlichen warteten. Lüftete sich der Schleier, ging es auch gleich zur Sache.

Die strenge Geheimhaltung am Sonntag erwies sich dabei aber nicht als Schikane. Vielmehr "sollte die Chancengleichheit gewahrt bleiben", wie der Kreisjugendfeuerwehrwart Matthias Hiltner im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte. Beide Spiele hatten nämlichen Puzzle-Charakter: Blickte man einer anderen Gruppe beim Knobeln zu, konnte daraus leicht ein Vorteil erwachsen.

In dem einen Fall galt es, eine Staustufe anzufertigen. Für die Rothelme normalerweise ein leichtes Unterfangen. In Thalmässing aber wurde der Schwierigkeitsgrad nach oben geschraubt. Die jungen Kameraden fanden einen Haufen Balken verschiedenen Zuschnitts vor, der in einen Metallrahmen eingelegt werden wollte - es gab aber nur eine mögliche Kombination. Das Hüpfen durch Reifen beim Holen der Hölzer erschwerte das Ganze zusätzlich. Und die jungen Feuerwehrkräfte mussten sich genau absprechen, wer holt und wer baut.

So war auch noch der perfekte Teamgeist gefragt - wie auch beim zweiten Spiel unter Verschluss. Hier sollte aus Wasserrohren eine Buchstabenkombination gelegt werden: JFW für Jugendfeuerwehr. Welche Rohre welcher Farbe zu welchem Buchstaben gehörten, mussten die Teilnehmer erst einmal herausfinden.

Bei den anderen Spielen zählte jeweils die Geschicklichkeit - und die lässt sich bekanntlich schwer abschauen. Bei der "Wasserwippe" hieß es für die Kameraden, während des Auf und Ab auf dem Spielgerät Wasser aus einem Becher in eine Wanne in der Mitte zu schleudern. Beim Spiel "Lange Schlauchleitung" musste das kühle Nass mit einem Helm geschöpft und über eine Reihe verschiedener Schläuche ans Ziel transportiert werden.

Bei allen Spielen gaben sich die Mannschaften buchstäblich die Klinke in die Hand. Denn insgesamt waren 470 Teilnehmer - inklusive Betreuer - sowie 70 Helfer mit von der Partie. 32 Wehren aus dem gesamten Landkreis beteiligten sich. Die größte Gruppe mit ebenso vielen Teilnehmern kam dabei aus Obermässing. Der Landkreis war diesmal unter sich - Gastwehren waren aufgrund von Terminüberschneidungen nicht vertreten.

Die Reaktion auf die eigenen Ergebnisse erwies sich laut Hiltner bei den verschiedenen Gruppen recht heterogen. Die einen seien nach so manchem Spiel "sauer gewesen, weil sie sich mehr erhofft hatten". Mitglieder anderer Teams hingegen "waren überrascht, wie gut sie sind".

So auch bei der Ortsrallye am Samstag, bei der es neben dem Beantworten von Fragen auch Geschicklichkeitsspiele zu bewältigen galt. Hier wie bei der Gesamtvorbereitung konnte Hiltner auf die Unterstützung der Thalmässinger Feuerwehrführung zählen: den Kommandanten Sebastian Schneider, den Vorsitzenden Patrick Brandl und Jugendwart Florian Schneider. Das war auch notwendig, denn es gab einen mächtigen "Gegner": das Internet und vor allem Wikipedia. Deswegen habe man versucht, sich Herausforderungen auszudenken, die online schlecht zu lösen sind. Zum Beispiel beim Zählen der Grisu-Maskottchen in den Schaufenstern bot auch Google-Maps keine Hilfe. Auch sollten die Teilnehmer herausfinden, was es mit den hiesigen Kirchweihen auf sich hat. Nun aber "können die Jugendlichen daheim viel über Thalmässing erzählen", zeigte sich Hiltner sicher. Auch dieser Kreisjugendfeuerwehrtag habe die Beteiligten und damit die Region stärker zusammengeschweißt.

Knifflig war wie immer der Übergang der beiden Wochenendtage. "Viele haben am Lagerfeuer einfach durchgemacht", so Jugendwart Florian Schneider. Andere gingen um 4 Uhr ins Zelt zum Schlafen - und wurden zwei Stunden später mit einem Kanonenschlag geweckt. Weitere zwei Stunden später starteten schon die Spiele. Ein kleiner Regenguss sorgte zwischendurch für Erfrischung. Abwechslung gibt es regelmäßig nicht nur bei der Witterung, sondern auch bei den Spielen. 300 von ihnen hat Hiltner in einem Pool. Denn in den sechs Jahren, in denen die Ehrenamtlichen bei der Jugendfeuerwehr sind, sollen sie am Kreisjugendfeuerwehrtag nicht zweimal auf die gleiche Herausforderung treffen müssen.

2018 wird die Veranstaltung voraussichtlich in Eckersmühlen stattfinden, die nächsten Jahre in Hilpoltstein und Wendelstein. Mittlerweile bewerben sich die Wehren um die Aktion, ist Hiltner zufrieden. Die Resonanz sei auch deswegen so groß, weil während seiner elfjährigen Amtszeit viele Jugendwarte zu Kommandanten avanciert sind und Werbung betrieben. Und das große Zeltlager sei ohnehin ein Anziehungsmagnet für den Feuerwehrnachwuchs im Kreis.